Gleißner zu Arbeitszeitverteilung: Vorsicht vor Milchmädchenrechnungen!

90 Prozent der Österreicher sind mit ihrer Arbeitszeit zufrieden

Laut Sozialbericht werden in Österreich angeblich 1,8 Millionen Wochenstunden mehr gearbeitet als es die Arbeitsverträge der Arbeitnehmer vorsehen. Das klingt zunächst viel, ist aber bei genauer Betrachtung kaum mehr als eine halbe Stunde je Arbeitnehmer. „Dass ohne diese Stunden rund 45.000 Jobs entstehen würden, ist eine Milchmädchenrechnung, die nicht aufgeht“, warnt Rolf Gleißner, stv. Leiter der sozialpolitischen Abteilung in der WKÖ und Arbeitsrechtsexperte. Die meisten Überstunden leisten nach Statistik Austria Führungskräfte und akademische Berufe, wie zum Beispiel Ärzte. „In diesen Bereichen ist aber die Arbeitslosigkeit extrem niedrig, sodass ein Wegfall von Überstunden oder gar eine Arbeitszeitverkürzung kaum neue Jobs bringen würde, wie auch eine WIFO-Studie dazu bestätigt.“ Mit Mehr- und Überstunden wird meist der Spitzenbedarf etwa von Kunden, Patienten, etc. abgedeckt.  

Österreicher sind mit Überstundensituation zufrieden 

Umfragen zeigen durchwegs, dass rund 90% der Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten mit ihrer Arbeitszeit zufrieden sind. Laut einer Marktet-Umfrage sind auch 79% der Österreicher mit ihrer Überstundensituation zufrieden.  „Die Menschen vereinbaren und leisten in aller Regel die Arbeitszeit, die sie individuell wollen und brauchen - und das ist gut so. Es ist nicht notwendig, hier einzugreifen und Modelle wie die Wahlarbeitszeit zu schaffen, die es einer Seite ermöglichen, der anderen ihre Vorstellung aufzuzwingen, im Gegenteil: Die Menschen sollten mehr Freiheit haben, die Arbeitszeit zu vereinbaren, die sie wollen.“ (PWK093/PM)

Rückfragen:
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Mag. Dr. Rolf Gleißner
T: +43 5 90 900 4288
E: rolf.gleissner@wko.at

1.2.2017 Petra Medek
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