Fachverband der Buch- und Medienwirtschaft übt scharfe Kritik an Novelle zum Urheberrecht

Verleger fühlen sich durch Neuregelung enteignet

Der Fachverband der Buch- und Medienwirtschaft in der WKÖ übt scharfe Kritik an der Novelle zum Urheberrecht. Die Neuregelung gibt den Bibliotheken im Rahmen einer Fernleihe Möglichkeiten, die vor allem für wissenschaftliche Verlage einer Enteignung gleichkommen. So dürfen laut gestriger Beschlüsse Kopien von Werkstücken hergestellt werden, um im Rahmen einer Fernleihe zum Gebrauch versendet zu werden. 

Diese Regelung ist ein Riesenschlag gegen die Verlagsbranche. Insbesondere wissenschaftliche Publikationen können dadurch künftig in Österreich nicht mehr kommerziell erscheinen. 

Nachdem bisher Verlage gemeinsam mit ihren Autoren beträchtliche Investitionen getätigt haben, um der Öffentlichkeit ihre Werke anzubieten und sich im Rahmen der Digitalisierung mit dem Aufbau von Geschäftsmodellen befasst haben, wird dieser Wirtschaftssektor gänzlich verschwinden. 

Junge Autoren werden künftig keine Verlage finden

Letztlich ist das ein Pyrrhussieg für die Wissenschaft, denn es wird in Österreich niemand mehr in solche Publikationen investieren. Junge aufstrebende Nachwuchskräfte im wissenschaftlichen Bereich werden keine Verlage finden, die bereit sind, Geld für deren Publikationen in die Hand zu nehmen. 

„Dass diese neue Regelung sowohl aus der Sicht des Verfassungsrechts und des Europarechts kaum halten wird, liegt für uns auf der Hand. Wir werden als Fachverband alle erdenklichen Rechtsmittel dagegen ergreifen“, so der Verlegervertreter des Fachverbandes der Buch- und Medienwirtschaft in der WKÖ, Georg Glöckler. (PWK545/PM)

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband Buch- und Medienwirtschaft
Mag. Karl Herzberger
T: +43 5 90 900 3331
E: buchwirtschaft@wko.at

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