WKÖ-Zehetner-Piewald: Gewerkschaft soll Mut zur Selbständigkeit nicht miesmachen

EPU sind nicht mit Scheinselbständigkeit gleichzusetzen - Pauschalverdächtigungen sind nicht zielführend – Vielmehr weiter an besseren Rahmenbedingungen für EPU arbeiten

„EPU mit Scheinselbständigkeit gleichzusetzen, wie dies heute die Gewerkschaft GPA und Sozialminister Rudolf Hundstorfer getan haben, geht völlig an der Realität der Kleinstunternehmen vorbei, sondern ist eine Beleidigung für Menschen, die Mut und Unternehmergeist zeigen“, betont Elisabeth Zehetner-Piewald, Geschäftsführerin in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und für EPU zuständig. Wir wissen, dass Ein-Personen-Unternehmen (EPU) breit über alle Branchen vertreten sind, so Zehetner-Piewald, und den Schritt in die Selbständigkeit bewusst setzen. Aus unseren aktuellen Umfragen geht hervor, dass zu den wichtigsten Gründungsmotiven das Erreichen einer flexiblen Zeiteinteilung (79  Prozent), Selbstverwirklichung (75 Prozent) und die Umsetzung einer Produktidee (51 Prozent) zählen. Besonders das Motiv Selbstverwirklichung ist innerhalb der letzten sieben Jahre  um 16 Prozent - von 59 im Jahr 2007 auf 75 Prozent aktuell -  massiv angestiegen. „Hier also pauschal von einem Drängen in die Selbständigkeit zu sprechen, ist schlichtweg falsch. Die Gewerkschaft soll den Mut zur Selbständigkeit nicht schlechtreden und miesmachen“, kritisiert Zehetner-Piewald.  

Rund 80 % der Gründer starten als EPU. Später nehmen viele Mitarbeiter auf und werden zu Arbeitgebern. Durch die Schaffung des eigenen Arbeitsplatzes und die Einstellung von Mitarbeitern wird ein wesentlicher, positiver Beitrag für den Arbeitsmarkt geleistet. Die Unternehmensform des Ein-Personen-Unternehmens sei zudem eine optimale Form für verschiedene Branchen der heutigen Zeit, vom Masseur über den Grafiker bis hin zum Fotografen, so Zehetner-Piewald. 

Durch Pauschalverdächtigungen Leistungen kleinreden ist unfair

Die österreichischen EPU stellen mittlerweile 58,1 Prozent aller aktiven Mitglieder der Wirtschaftskammer Österreich und prägen somit das Bild der heimischen Unternehmenslandschaft stärker denn je. Sie sind, so Zehetner-Piewald, Treiber einer hochwertigen, personalisierten Wirtschaft und verbinden Wachstum mit Qualität und Innovation. 

Hier durch Pauschalverdächtigungen die großartigen Leistungen der vielen tausend österreichischen  Kleinstunternehmer nicht anzuerkennen, sei nicht fair. „Vielmehr müssen und werden wir weiter wie schon bisher konsequent an besseren sozialrechtlichen und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen für die aktuell rund 278.000 österreichischen EPU arbeiten“, unterstreicht Zehetner-Piewald und verweist auf die jüngsten erreichten Verbesserungen und Erfolge: „Die Mindestbeitragsgrundlage in der SVA wird ab 1.1.2016 beinahe auf das Niveau von Arbeitnehmern gesenkt. Das bringt eine deutliche Entlastung für viele EPU. Auch die erstmalige Einführung eines Krankengeldes für Selbständige stellt einen Meilenstein und ersten Schritt in die richtige Richtung dar, wenn hier auch sicherlich weiterer Handlungsbedarf besteht“, fordert Zehetner-Piewald abschließend den Bezug von Krankengeld bei längerem Ausfall rückwirkend bereits ab dem 1. Tag der Arbeitsunfähigkeit. (PWK549/ES)  

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Österreich
Ein-Personen-Unternehmen
Mag. Roman Riedl
T: +43 5 90 900 3508
E: roman.riedl@wko.at

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