Leitl begrüßt Beschluss des Euro-Gipfels: Europäische Solidarität Ja, aber nur gegen Reformen

Griechenland hat harten, aber lohnenden Weg vor sich – nun auch rasch Reformen in Richtung einer stärken Integration Eurozone angehen

„Nach langen und harten Verhandlungen konnte ein Grexit doch noch abgewendet werden: Das ist gut für Griechenland und das ist auch gut für Europa. Eine Pleite Griechenlands wäre letztlich alle teurer zu stehen gekommen“, kommentiert Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl den von den Staats- und Regierungschefs der Eurozone heute Morgen erzielten Beschluss zur Bewältigung der Griechenland-Krise.  

„Die griechische Regierung hat nun alle Chancen auf ein drittes Hilfsprogramm, um einen ökonomischen Zusammenbruch und eine humanitäre Katastrophe zu verhindern. Klar und wichtig ist die Übereinkunft, dass es europäische Hilfe nur im Gegenzug zur Umsetzung von konsequenten Reformen gibt. Europäische Solidarität kann nur funktionieren, wenn alle Beteiligten zu ihrer Verantwortung stehen.“ Nun liege es am griechischen Parlament, die erzielte Einigung rasch umzusetzen und die zugesagten Reformen in die Wege zu leiten. „Griechenland hat noch einen harten Weg zu gehen, aber wie die Beispiele von Irland über die baltischen Staaten bis hin zu Portugal und Spanien zeigen, ist es auch ein lohnender Weg.“ 

Reformbedarf innerhalb der Eurozone

Reformbedarf sieht Leitl allerdings auch innerhalb der Eurozone. „Viel Porzellan wurde in den vergangenen Wochen und Monaten zerschlagen, viel Vertrauen ist verloren gegangen. Daraus müssen wir die richtigen Lehren ziehen, denn ohne Vertrauen kann Europa nicht funktionieren. Die wichtigste Lektion heißt: Die EU darf nicht von einem einzigen Land abhängig sein, ja quasi in Geiselhaft genommen werden können.“ Die Eurozone müsse daher dringend Schritte in Richtung einer stärkeren Integration der Eurozone setzen und sich zu einer echten Wirtschaftsunion weiterentwickeln. Die im sogenannten Bericht der fünf Präsidenten (von Europäischem Rat, EU-Kommission, Europaparlament, EZB und Eurozone) kürzlich vorgelegten Vorschläge seien da ein erster guter Ansatz, so der WKÖ-Präsident.  

„Die Wirtschafts- und Währungsunion ist vergleichbar mit einem Haus, das noch nicht fertiggestellt ist – in den jüngsten Jahren der Krise wurden Mauern und Dach befestigt, aber nun muss endlich das Fundament des Hauses verstärkt werden.“ Die Krise habe gezeigt, so Leitl, dass die Mitglieder der Eurozone besonders eng miteinander verflochten sind. Daher müsse es noch mehr als bisher das Ziel sein, die Wirtschaftspolitiken besser abzustimmen. Und es müsse ein Regelwerk entwickelt werden, damit von der EU empfohlene Strukturreformen auch tatsächlich umgesetzt werden.  

„Am Beispiel Griechenland ist gut zu sehen, wie wichtig es ist, dass sich alle Mitbewohner eines Hauses an dieselben Hausregeln halten. Jeder Mitbewohner trägt Verantwortung und hat seinen Teil für das Gelingen des Zusammenwohnens und somit für den Erfolg des Euro zu leisten“, so Leitl abschließend. (PWK564/SR)

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Österreich
Mag. Rupert Haberson
T:(+43) 0590 900-4362
E: Presse@wko.at

13.7.2015 Sabine Radl
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