Integrationsbericht unterstreicht WKÖ-Position: Ohne internationale Talente keine Wettbewerbsfähigkeit

Generalsekretärin Hochhauser: Unterstützen mit „Mentoring für MigrantInnen“ Integration und Internationalisierung der Wirtschaft – im Herbst Schwerpunkt syrische Flüchtlinge

„Österreich wird internationaler – und das ist auch gut so!“, hält die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich, Anna Maria Hochhauser, anlässlich der heutigen Präsentation des Integrationsberichtes fest. „60 % des Wohlstandes in Österreich kommen vom Export. Dabei spielen internationale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrem speziellen Markt-Know how und Kulturverständnis ihrer Herkunftsregion sowie ihren Sprachkenntnissen eine wichtige Rolle. Will Österreich in der globalisierten Welt wettbewerbsfähig bleiben, dann brauchen wir diese internationalen Talente.“ 

Allerdings unterstreicht der Expertenrat für Integration, dass noch in einigen Bereichen Handlungsbedarf besteht und greift langjährige WKÖ-Förderungen auf. „Es ist unverständlich, dass es Österreich nicht schafft, die besten Köpfe im Land zu halten und viele internationale Studienabsolventen Österreich nach ihrer Ausbildung wieder verlassen. Damit bringen wir uns um die Chance von zusätzlichem Wachstum und höheren Einnahmen in den öffentlichen Haushalten“, kritisiert Hochhauser. Die WKÖ fordert daher die Weiterentwicklung der Rot-Weiß-Rot–Karte. „Es geht insbesondere um eine Ausweitung auf Bachelor-Absolventen sowie die Verlängerung der Jobsuchzeit: Studienabsolventen sollten zwölf anstatt sechs Monate Zeit haben, um eine Stelle zu finden. Und es geht um eine Gesamtstrategie für qualifizierte Zuwanderung.“ 

Mentoring für MigrantInnen: WKO Erfolgsprogramm geht in die nächste Runde 

Der Integrationsbericht legt dar, dass Integration eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung darstellt. Hochhauser dazu: „Vielfalt und eine Kultur der Offenheit in Gesellschaft und Wirtschaft sind ein großer Gewinn für Österreich. Deswegen setzt die WKÖ hier seit Jahren selbst aktiv Initiativen.“ So führen die Wirtschaftskammern Österreichs seit 2008 gemeinsam mit dem Österreichischen Integrationsfonds und dem Arbeitsmarktservice Österreich das Programm „Mentoring für MigrantInnen“ durch: Dabei unterstützen in der Wirtschaft gut etablierte Personen (MentorInnen) qualifizierte Migranten bei der Arbeitsmarkteingliederung (selbständig oder unselbständig). „Durch die Erschließung dieses wichtigen Arbeitskräftepotenzials wird gleichzeitig die Internationalisierung der Wirtschaft gefördert und wettbewerbsfähiger gemacht.“ 

„Bis dato wurden österreichweit in insgesamt 38 Durchgängen knapp 1.300 Mentoringpaare gebildet. Viele Mentees konnten durch das Mentoringprogramm gemeinsam mit ihrem Mentor ein Instrumentarium erarbeiten, um nachhaltig am österreichischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“ erklärt Hochhauser.  

Neuer Durchgang startet im Herbst

Im Herbst startet österreichweit der nächste Durchgang von Mentoring für Migranten. „Aufgrund der derzeitigen Flüchtlingssituation und insbesondere im Hinblick auf die große Zahl an syrischen Flüchtlingen, die bereits Asylstatus haben und nun dem österreichischen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, hierbei aber besondere Hilfe benötigen, legen wir diesmal einen Schwerpunkt auf syrische Flüchtlinge“ so die WKÖ-Generalsekretärin. Die potenziellen Teilnehmer werden vom Mentoring-Programm über die großen Flüchtlingsorganisationen speziell informiert und motiviert sich zu bewerben. Gemeinsam mit einem Mentor arbeiten sie dann im Rahmen vom Programm an der Arbeitsmarkteingliederung. 

Bewerbungen als MentorIn oder Mentee sind noch bis zum 4. September 2015 möglich.  (PWK571/SR)

Rückfragen:
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Mag. Julia Moreno-Hasenöhrl
T: +43 5 90 900 5033
E: julia.moreno@wko.at

16.7.2015 Sabine Radl
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