Langeweile zieht nicht!

Warum Unternehmen die Spielregeln von Social Media beachten müssen

Man liebt sie, man hasst sie, niemand kann ohne sie: Social Media ist zu einer Art Visitenkarte des digitalen Zeitalters geworden. Manchmal sagt der eigene Content sogar mehr aus als die eigene Webseite. Damit dieser Eindruck positiv bleibt, gibt es ein paar Regeln zu beachten. Tipps für Facebook & Co gaben der digital Marketing Experte Lukas Hetzendorfer und Thomas Gaiswinkler von LinkedIn beim eDay 2021. Im Anschluss gab der Copywriter und selbst ernannte “Quotenchinese” Stephan Park noch ein paar Ratschläge zum Texten mit auf den Weg.

 

Social Media wird überschätzt und unterschätzt

Lukas Hetzendorfer umriss zu Beginn seines Talks die Geschichte der sozialen Wegbereiter von der berühmten Google-Garage über die Entwicklung von Facebook bis zur Gegenwart. Social Media Apps sind heute die meistgeladenen Applikationen in den App Stores von Apple und Google. Die Tragweite veranschaulicht ein Beispiel der jüngeren Gegenwart: Als Facebook im Oktober 2021 für sechs Stunden Offline ging, entstand ein geschätzter globaler Schaden von einer Milliarde US-Dollar.

Trotzdem ist es nicht so, dass klassische Medien nicht mehr konsumiert werden. Die Marketing-Bubble neigt dazu, die eigenen und persönlichen Präferenzen auf die Allgemeinheit zu übertragen – und Social Media funktioniert nur im Gesamtgefüge der eigenen Unternehmenskommunikation.

 

Social Media ist Treiber der B2B-Kommunikation

Nur die Jungen sind auf Social Media? Mitnichten. Das Wachstum von Social Media Plattformen wird mittlerweile stark von älteren Nutzerinnen und Nutzern getrieben. 55% der Einkäuferinnen und Einkäufer im B2B-Bereich sind sogar Millenials, die Social Media zur Recherche nutzen. Sogar 73% der Fachkräfte informieren sich auf sozialen Medien über spannende Karrieremöglichkeiten. Es wäre töricht für Unternehmen, diese Entwicklungen außer Acht zu lassen.

Das Fazit für Lukas Hetzendorfer: Menschen folgen Menschen, auch im B2B-Bereich. Der eigene Content muss deshalb geeignet sein, um Menschen zu begeistern, zu inspirieren oder zu ermutigen. Auch Thomas Gaiswinkler, Account Executive von LinkedIn, bekräftigte diese These: Nur weil wir B2B-Themen via LinkedIn verbreiten, haben wir nicht das Recht, unsere Zielgruppe zu langweilen.

 

Menschen erzählen spannende Geschichten

Jeder Mensch dokumentiert seinen oder ihren Alltag heute mit der Smartphone-Kamera. Wir kreieren dabei Millionen und Milliarden Datenschnipsel – in jeder Minute sind das im gesamten Internet mehr Informationen, als wir in unserem gesamten Leben konsumieren können. Die Folge: Die Aufmerksamkeit sinkt rapide und neuer Content wird in wenigen Sekundenbruchteilen zur Seite oder abwärts aus der Aufmerksamkeit gescrollt.

Deshalb riet Thomas Gaiswinkler dazu, beim Posten eines Beitrags innezuhalten und zu fragen, ob dieser wohl weggewischt oder gelesen wird. Viele fangen schon falsch an und starten mit langen Beschreibungen über sich selbst. Das ist aber weniger interessant, denn guter Content spricht seine Zielgruppe auf anderen Interessensebenen an. Content muss interessant und lustig, spannend und besonders sein, um Erfolg und Reichweite zu haben.

Aus diesem Grund ist es übrigens hervorragend, die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf sozialen Medien stärker in den Fokus zu rücken – Stichwort Employer Branding. Denn die besten Geschichten werden von Menschen für Menschen erzählt.


Text, Text Baby

Gleich im Anschluss gab Stephan Park, Copywriter und selbst ernannter „Quotenchinese“ Tipps, um den eigenen Content spannender zu beschreiben. Park, der eigentlich koreanische Eltern hat, erklärte den Titel des Quotenchinesen recht lapidar: „Das fetzt einfach mehr“. Und fetzen sollte das geschriebene Wort in jedem Fall, um die strapazierte Aufmerksamkeitsspanne der User zu aktivieren.

Seine wichtigsten Tipps: Schreibe so wie du redest. Schreibe kurz, aktiv und in Bildern. Stelle Fragen und beantworte sie. Bleibe konkret, spezifisch und löse psychologische Trigger aus, die dein Publikum fesseln. Und das wichtigste – sei nicht langweilig und trocken, sondern spritzig und neu.


Aufregend sticht langweilig

Tempo und Aktualität zählten für alle Speaker zu den wichtigsten Währungen auf sozialen Medien. Wer stundenlang über einem Beitrag brütet und sich diesen von drei Instanzen freigeben lässt, kommt auf gerade einen Beitrag pro Woche. Doch Spontaneität und Originalität zählen in dieser Kommunikationsdisziplin mehr. Egal, ob es sich dabei um B2B-Kommunikation oder um privaten Content handelt.