Nachhaltige Angebote sind für viele Gäste bei ihrer Urlaubswahl zum wichtigen Kriterium geworden und werden auch von MitarbeiterInnen aktiv nachgefragt. Die Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen sehen es darüber hinaus in ihrer Verantwortung als Seilbahnbranche Bergerlebnisse zu schaffen, die im Einklang mit den Bedürfnissen der Natur, der Umwelt und der Region stehen. Um das Thema transparent aufzuarbeiten, präsentiert die Qualitätsinitiative des Fachverbands der Seilbahnen bei ihrer Sommertagung erstmals die Ergebnisse einer österreichweiten Erhebung zum Status Quo der betrieblichen Nachhaltigkeitsmaßnahmen.  

Qualitätsinitiative macht Nachhaltigkeit zum Schwerpunktthema 

Nachhaltigkeit bedeutet für die Seilbahnbranche Maßnahmen in ökonomischer, ökologischer sowie sozialer Dimension zu setzen. „Grundsätzlich ist Nachhaltigkeit für uns bei den Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen nichts Neues“, erklärt Kornel Grundner, Sprecher des Gütesiegels im Fachverband der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich. „Besonders die Themen Ganzjahresbeschäftigung und -tourismus sind wichtig für eine nachhaltige Regionalentwicklung. Das ist seit über 20 Jahren eines unserer Kernziele. Hinzu kommen Fragestellungen der Ressourcenschonung und Energieeffizienz, klimaneutrale Mobilität und Regionalität. Über 90 Prozent unserer Mitglieder geben an[1], dass das Thema Nachhaltigkeit bei ihnen einen hohen bis mittleren Stellenwert einnimmt.“  

Diese Relevanz zeigt sich auch auf der diesjährigen Sommertagung in der Region Schladming-Dachstein. Partnerschaftliche, unternehmensübergreifende Kooperation gehört seit jeher zu den Grundprinzipien des Gütesiegels. Auf der Sommertagung diskutieren die Mitgliedsbetriebe über aktuelle Fragestellungen des alpinen Bergsommers, um gemeinsam Strategien und Angebote zu entwickeln, die den Sommertourismus in den Bergen beleben. Dieses Jahr werden nicht nur die Ergebnisse der Nachhaltigkeitserhebung auf der Tagung präsentiert. Zusätzlich berichten einige Best Practice Beispiele von ihren Lösungsansätzen in verschiedenen Nachhaltigkeitsbereichen und ihre persönliche Motivation. Dadurch wird der Austausch über das Thema gefördert und andere Bergbahnen inspiriert, ähnliche Maßnahmen zu setzen.  

Fast alle Seilbahnen setzen bereits Nachhaltigkeitsmaßnahmen um  

Die Erhebung belegt, dass Nachhaltigkeitsmaßnahmen nicht nur als relevant eingestuft werden, sondern in der Praxis bereits umgesetzt werden. Nahezu alle Mitglieder (98 Prozent) setzen im Betrieb Schritte im Bereich Natur- und Landschaftsschutz um. Über 80 Prozent davon bemühen sich um Rekultivierungs- und Begrünungsprogramme oder eine Integration ins Landschaftsbild. Rund 74 Prozent setzen Maßnahmen zur Erhaltung der Arten- und Pflanzenvielfalt.  

Betrachtet man den Bereich Ressourcenschonung zeigt sich Ähnliches: 92 Prozent der Seilbahnen setzen bereits Maßnahmen. Dabei stehen vor allem die Nutzung lokaler Materialien (81 %), Maßnahmen für ein effizientes Wassermanagement (77%) sowie Recyclingmaßnahmen und Abfallmanagement (67 %) im Vordergrund. 83 Prozent der Seilbahnen setzen Maßnahmen, um ihre Energieeffizienz zu stärken. An erster Stelle steht dabei der Bezug von Energie aus 100% erneuerbaren Energieträgern (80%). Gut 60 Prozent sorgen außerdem für eine Energierückgewinnung im Seilbahnbetrieb. 

Bewusstseinsbildende Maßnahmen  

„Es reicht nicht nur, den Seilbahnbetrieb klimafit zu machen oder nachhaltige Natur- und Bergerlebnisse anzubieten“, erklärt Grundner. „Es geht auch darum, die Gäste und MitarbeiterInnen bei dem Thema mitzunehmen und ein Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen und der Natur zu schaffen.“ Rund 90 Prozent der befragten Sommer-Bergbahnen motivieren ihre MitarbeiterInnen für ein umweltbewusstes Verhalten. Schulungen und Einweisungen haben dabei einen enorm hohen Stellenwert. Auch setzen rund 90 Prozent Maßnahmen, um ihren Sommergästen einen nachhaltigen Umgang mit der Natur zu vermitteln. Dabei setzen die Bergbahnen vor allem auf den Einsatz von Informationstafeln oder Beschilderungen mit Verhaltensanweisungen. 

Erweiterung der Qualitätskriterien und Nachhaltigkeitsstandards  

„Die Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen setzen zum Großteil bereits starke Maßnahmen in allen drei Bereichen der Nachhaltigkeit um: In der sozialen Dimension, der ökonomischen Dimension und der ökologischen Dimension“, fasst Grundner die Ergebnisse zusammen. „Klar, gibt es noch einiges zu tun. Da sind wir ehrlich und möchten nichts verstecken. Der Weg in eine klimaneutrale Zukunft ist noch nicht beendet. Durch die Erhebung wissen wir jetzt aber, wie wir als Branche dastehen, wo wir schon stark aufgestellt sind und wo es Aufholbedarf gibt. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“ 

Die Erhebung zeigt, dass über 90 Prozent der befragten Bergbahnen in den nächsten 5 Jahren weitere Maßnahmen zur Förderung von Nachhaltigkeit in ihrem Betrieb umsetzen möchten. Die Ergebnisse werden im „Think Tank“ des Gütesiegels weiterverarbeitet. Es soll nicht nur die Öffentlichkeit über den Status Quo informiert werden. Zudem werden Best Practice Beispiele innerhalb der Branche identifiziert. Für die Mitglieder werden Handlungsempfehlungen ausgesprochen und Informationsmaterialien aufbereitet. Zusätzlich zur Erhebung werden mit diesem Jahr die 160 Qualitätskriterien um Nachhaltigkeitskriterien erweitert. „Wenn wir unsere Rolle als Qualitätsinitiative ernst nehmen, muss sich das Thema Nachhaltigkeit auch im Zertifizierungs- und Rezertifizierungsprozess widerspiegeln“, meint Grundner. Dafür werden die Basiskriterien des Gütesiegels um Kriterien u.a. in den Bereichen Natur- und Umweltschutz sowie Energie- und Ressourceneffizienz erweitert. 

Über das Gütesiegel „Beste Österreichische Sommer-Bergbahnen“ 

Das Gütesiegel Beste Österreichische Sommer-Bergbahnen ist eine Initiative des Fachverbandes der Seilbahnen (Wirtschaftskammer Österreich). Das Gütesiegel vereint die Experten und Vorreiter des heimischen Sommer-Berg-Tourismus und zählt mittlerweile 76 Mitglieder mit 91 Themenbergen. Insbesondere für bergunerfahrene Sommerurlauber ist das Gütesiegel ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Destinationswahl. Nur Betriebe, die mindestens 160 Qualitätskriterien erfüllen, werden Mitglied der Besten Österreichischen Sommer- Bergbahnen. Spezialisiert in fünf Themenwelten – Abenteuer, Familie, Panorama & Naturerlebnis, Genuss, Kunst & Kultur – müssen die Mitglieder alle drei Jahre eine Rezertifizierung bestehen. 

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