Pilotprojekt "Überregionale Lehrstellenvermittlung"

Viele Betriebe stehen vor der Herausforderung, offene Lehrstellen kaum mehr besetzen können. So kommen beispielsweise auf 100 offene Restaurantfachmann-Lehrstellen in Tirol gerade sieben Lehrstellensuchende. Für 100 offene Tischler-Lehrstellen gibt es in Oberösterreich nur 75 Lehrstellensuchende.

Als WKO setzen wir im Kampf gegen den Fachkräftemangel auch auf eine erhöhte Mobilität von Lehrstellensuchenden. Unser neues Pilotprojekt gemeinsam mit AMS und Wirtschaftsministerium soll Angebot und Nachfrage am Lehrstellenmarkt in ganz Österreich miteinander in Einklang bringen.

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Grafische Darstellung Pilotprojekt

Mit einem Pilotprojekt wollen WKO, BMWFW, BMASK und AMS nun den Fachkräftemangel lindern und dafür die Binnenmobilität der Lehrstellensuchenden verbessern: Diese sollen dorthin ziehen, wo es in ihrem Interessengebiet offene Lehrstellen und attraktive Jobchancen gibt. Gerade für Flüchtlinge eröffnen sich dadurch neue Chancen. Derzeit sind 5.335 jugendliche Flüchtlinge unter 25 Jahren beim AMS gemeldet, zwei Drittel davon in Wien.

In einer ersten Phase des Pilotprojekts bieten WKO und AMS 100 jugendlichen anerkannten Flüchtlingen aus Wien durch eine überregionale Vermittlung berufliche Perspektiven in Berufen und Regionen mit Lehrlingsmangel. Zunächst werden mit dem WKO Job Profil, das auf Deutsch, Arabisch, Englisch, Französisch und in weiterer Folge auch Farsi zur Verfügung steht Persönlichkeit, Interessen, Intelligenz und Fähigkeiten erhoben, um ein optimales Matching mit den Betrieben zu gewährleisten. Die WKO ruft die Betriebe dazu auf, auch jugendliche Flüchtlinge als Lehrlinge zu beschäftigen.

Die Jugendlichen werden auf das Lehrverhältnis entsprechend vorbereitet und auch nach der Vermittlung umfassend begleitet: Sie haben vor Ort mit einem Lehrlingscoach einen fixen Ansprechpartner für berufliche und private Fragestellungen. Der Lehrlingscoach bereitet auch den Betrieb auf das Ausbildungsverhältnis mit dem jugendlichen Flüchtling vor. Beide Seiten profitieren von den verbesserten Unterstützungsleistungen für Betriebe und Lehrlinge.
 
Das Projekt „Überregionale Lehrstellenvermittlung“ schafft eine Win-Win-Situation für Betriebe und Jugendliche: Es sorgt dafür, dass offene Lehrstellen in Berufen mit Lehrlingsmangel besetzt werden können – und junge Menschen in Österreich eine attraktive berufliche Perspektive erhalten.

Wie kann ich am Projekt „Fachkräftepotenzial Flüchtlinge“ teilnehmen?

Wer ist mein erster Ansprechpartner?

Was soll ich beim AMS angeben?

  • Bereitschaft, auch einen Flüchtling als Lehrling aufzunehmen,
  • dabei die offene Stelle vom AMS entsprechend kennzeichnen lassen.

Wer unterstützt mich in weiterer Folge?





Mangelberufe für jugendliche Asylwerber

Für jugendliche Asylwerber bis zu 25 Jahren gibt es in allen Lehrberufen, in denen ein nachgewiesener Lehrlingsmangel besteht (werden auf Landesebene festgelegt) sowie in den Mangelberufen der Rot-Weiß-Rot - Karte die Möglichkeit der Erteilung einer Beschäftigungsbewilligung für die Dauer der Lehrzeit.

Informationen zu den Mangelberufen in Ihrem jeweiligen Bundesland

Voraussetzung für die Erteilung einer Beschäftigungsbewilligung ist u.a., dass der Asylwerber zumindest seit drei Monaten zum Asylverfahren zugelassen ist. Weiters wird vom AMS in jedem Einzelfall geprüft, ob für die Besetzung dieser Lehrstelle keine bevorzugte und gleich qualifizierte Ersatzarbeitskraft erfolgreich vermittelt werden kann (Arbeitsmarktprüfung).

Verbesserte Unterstützungsleistungen für Betriebe und Lehrlinge österreichweit

Auf Initiative der WKÖ wurden gemeinsam mit dem BMWFW und BMASK verbesserte Rahmenbedingungen beginnend beim Recruiting bis hin zur Lehrausbildung aller beim AMS gemeldeten lehrstellensuchenden Jugendlichen (österreichische Jugendliche, Jugendliche mit Migrationshintergrund, Flüchtlinge) geschaffen.

Bestehende Unterstützungsleistungen für Betriebe und Lehrlinge wurden entsprechend adaptiert und aufeinander abgestimmt. Dies führt zu einem durchlaufenden und auf die individuellen Bedürfnisse der Jugendlichen und der Betriebe flexibel reagierenden Vermittlungsprozess.

Unterstützung

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Die bereits bestehenden Unterstützungsleistungen umfassen u.a. einen zu 100% förderbaren Nachhilfeunterricht, die Möglichkeit einer verlängerten Lehrzeit sowie ein individuelles Lehrlingscoaching.
Dadurch erfolgt nicht nur eine Aufwertung der Lehrausbildung und Unterstützung von Lehrlingen und Betrieben an sich, sondern es wird auch ein umfassendes Instrumentarium geschaffen, um auch regionale Initiativen insbesondere für Flüchtlinge anbieten zu können. Gleichzeitig können auch die Betriebe eigenständig auf diese Unterstützungsleistungen zugreifen und so das Potenzial von Flüchtlingen als Fachkräfte besser ausschöpfen.

Die Unterstützungsleistungen beziehen sich nicht nur auf die am Pilotprojekt teilnehmenden jugendlichen Flüchtlinge, sondern sie stehen grundsätzlich allen beim AMS gemeldeten österreichischen Jugendlichen, Jugendlichen mit Migrationshintergrund und jugendlichen Flüchtlingen zur Verfügung.

Die Übersicht der Unterstützungsleistungen wird laufend erweitert.


AMS-Förderungen

Für Flüchtlinge gelten die gleichen Förderungsvoraussetzungen wie für sonst beim AMS vorgemerkte Personen.

Betriebliche Lehrstellenförderung des AMS:
Unternehmen oder Ausbildungseinrichtungen können im Rahmen der betrieblichen AMS-Lehrstellenförderung für die Ausbildung von Jugendlichen und Erwachsenen unter bestimmten Voraussetzungen einen pauschalierten Zuschuss zu den Kosten der Lehrausbildung erhalten.
Die Förderung ist an ein Beratungsgespräch zwischen AMS und Unternehmen gebunden. Dies erfordert, dass der Betrieb und die zu fördernde Person vor Aufnahme des Lehr-/Ausbildungsverhältnisses mit dem zuständigen Berater der regionalen Geschäftsstelle des AMS Kontakt aufnimmt.
Achtung: unterschiedliche Fördervoraussetzungen in den Bundesländern!
Näheres unter http://www.ams.at/service-unternehmen/foerderungen/foerderung-lehrausbildung

Förderungsmöglichkeiten im Rahmen der Lehrbetriebsförderungen nach dem Berufsausbildungsgesetz

Neben den betrieblichen Förderungen des AMS stehen Ihnen auch die Lehrbetriebsförderungen im Rahmen des Programmes lehre.fördern offen. Voraussetzung für die Förderung ist, dass Sie einen protokollierten Lehrvertrag oder Ausbildungsvertrag laut Berufsausbildungsgesetz mit dem jugendlichen Flüchtling abgeschlossen haben.
Im Speziellen sind für die Integration von jugendlichen Flüchtlingen folgende Förderarten interessant:

  • Maßnahmen für Lehrlinge mit Lernschwierigkeiten (Nachhilfekurse auf Pflichtschulniveau in Deutsch, Mathematik oder Muttersprache bei Lehrlingen mit Migrationshintergrund; Vorbereitungskurse auf Nachprüfungen in der Berufsschule oder die theoretische LAP; Kosten bei zusätzlicher Wiederholung der Berufsschulklasse).
  • Weiterbildung der Ausbilder (im Besonderen im Bereich des Diversity Management und der Interkulturalität)
  • Berufsbezogene Zusatzausbildungen im Rahmen des Berufsbildes oder auch außerhalb des Berufsbildes (fachlich und/oder Soft Skills)
  • Lehrlings- und Lehrbetriebscoaching
  • Lehre für Erwachsene
  • Förderungen für Ausbildungsverhältnisse nach § 8b (2) BAG (Teilqualifizierungen)

Ansprechpartner für detaillierte Informationen zu den Fördermöglichkeiten sind die Lehrstellenberater, welche zu einer kostenlosen Beratung in den Betrieb kommen, und die Mitarbeiter in den Förderreferaten in der jeweiligen Lehrlingsstelle.
Detaillierte Informationen unter: http://www.lehre-foerdern.at

Lehrbetriebscoaching

Die Lehrbetriebscoaches dienen im Allgemeinen der vorbereitenden Beratung und Unterstützung von Lehrbetrieben zur Integration der Flüchtlinge und der Begleitung des jungen Flüchtlings vor Ort (Coach als zentraler Ansprechpartner).

Im Rahmen des Lehrbetriebscoachings werden für Betriebe, die sich dafür interessieren jugendliche Flüchtlinge zu beschäftigen, folgende Unterstützungsleistungen im Rahmen eines Case-Managements angeboten:

  • Ausarbeitung eines Betreuungsplanes gemeinsam mit dem aufnehmenden Unternehmen im Hinblick auf eine erfolgreiche Integration und Ausbildung des Lehrlings;
  • Aufnahme der Betreuung mit u.a. folgenden Inhalten: Unterstützung bei der Wohnversorgung, Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Sprachunterricht (z.B. Deutsch als Fremdsprache), sozialpädagogische Begleitung bei unterschiedlichen Themenlagen, Begleitung bei der Orientierung in der neuen Umgebung/Umfeld;
  • Abschluss durch eine Nachbetreuungsphase für den Lehrbetrieb und Lehrling.

Ansprechpartner in den Bundesländern sind die Lehrlingsstellen und deren KoordinatorInnen des Lehrlings- und Lehrbetriebscoachings.
Weitere Informationen unter: http://www.lehre-statt-leere.at

„WKO Jobprofil“ powered by WIFI

Pilotprojekt für 150 Jugendliche Flüchtlinge

Das WKO Jobprofil ist ein onlinefähiges Test- und Fragebogenverfahren zur Erhebung beruflicher Interessen und Stärken für Jugendliche Flüchtlinge mit Asylstatus. Eine Durchführung und Auswertung der Testergebnisse durch PsychologInnen der WIFIs und Wirtschaftskammern ist durch die Online-Durchführung in allen Bundesländern möglich.
Ziel ist, die Jugendlichen nach ihren individuellen Stärken und Interessen eine Ausbildung zu ermöglichen und in den Österreichischen Arbeitsmarkt zu integrieren.

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Die der WKO/WIFIs zugeteilten Jugendlichen werden vom AMS betreut. Eine Anamnese wird durch das AMS erhoben. Die Jugendlichen verfügen über eine allgemeine Berufstauglichkeit und Ausbildungsreife, Deutschkenntnisse auf B1 Niveau und Mobilitätsbereitschaft. Der Jugendliche stimmt der Erhebung durch das WKO Jobprofil schriftlich zu.

Die rund 80 minütige Online-Testung umfasst die Abklärung kognitiver Stärken- und Begabungsfelder, berufliche Interessen, praktisches und mechanisch-technisches Verständnis, Sprachverständnis, Logisches Denken, Zahlenverständnis, Merk- und Lernfähigkeit.

Das Testverfahren ist in folgenden Sprachen vorhanden:

  • Arabisch
  • Englisch
  • Deutsch
  • Persisch (Farsi, Dari) ab Frühjahr 2016

Die Testung wird in der Pilotphase mit zirka 150 Jugendlichen im WIFI Wien im Rahmen von 30 Terminen à 5 Teilnehmer durchgeführt. Die Testung dauert zirka 80 Minuten und findet im WIFI Testcenter ab Dezember 2015 unter Aufsicht einer Testbetreuung und unter Anwesenheit eines Übersetzers statt. Danach gibt es mit dem Jugendlichen, einer Psychologin und dem Übersetzer ein Auswertungsgespräch. Das AMS erhält eine schriftliche Ergebniszusammenfassung und Auswertung nach Interessen, Stärkenfeldern und Berufsgruppen bzw. Branchen.

Das WKO Job Profil soll auch in den Landeskammern für Testungen von Jugendlichen und in weitere Folge Erwachsenen Flüchtlingen angeboten werden. Optional kann auch eine praktische Überprüfung der Kompetenzen in den Lehrwerkstätten durchgeführt werden. Weitere Module sind ein Berufsorientierungs-Workshop und Sprachstandsfeststellungen.

Rechtliche Infos

Die Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge hängen vom jeweiligen Status ab:

  • Asylwerber dürfen derzeit nur als Saisoniers im Tourismus und in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt werden (Beschäftigungsbewilligung erforderlich).
  • Jugendliche Asylwerber bis zu 25 Jahren dürfen in allen Lehrberufen, in denen ein nachgewiesener Lehrlingsmangel bzw. in Mangelberufen beschäftigt werden (Beschäftigungsbewilligung erforderlich).
  • Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte haben freien Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt (keine Beschäftigungsbewilligung erforderlich).
Rechtliche Infos

FAQ - Fragen und Antworten

Will ein Betrieb einen Flüchtling beschäftigen, so ergeben sich einige Fragen.

  • Was ist der Unterschied zwischen Asylwerbern, Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten?
  • Dürfen Asylwerber ein Volontariat absolvieren?
  • Ab wann muss ein Lehrvertrag abgeschlossen werden?
  • Welche speziellen AMS-Förderungen könnten relevant werden, wenn ich einen Flüchtling als Lehrling aufnehmen möchte?
  • Welche Förderungsmöglichkeiten habe ich im Rahmen der Lehrbetriebsförderungen nach dem Berufsausbildungsgesetz?
  • u.v.m.

Wir haben die Antworten in einem Fragenkatalog für Sie zusammengefasst.

FAQ


Wir sind dabei - Berichte aus der Praxis

Beispiele aus unterschiedlichen Branchen zeigen, wie Unternehmen und junge Flüchtlinge voneinander profitieren können.

ALI REZA MOHAMMADI

ALI REZA MOHAMMADI ammann enterprises gmbh

ING. HELI AMMANN

ING. HELI AMMANN ammann enterprises gmbh

HASSAN GHASEMI

HASSAN GHASEMI Schick Hotels Wien

DORIS SCHWENG, BA

DORIS SCHWENG, BA Schick Hotels Wien

Ishaq Mohammad

Ishaq Mohammad im whatchado Interview

WKÖ Positionen

So nützen wir das Potenzial der Flüchtlinge für unsere Unternehmen

Der Fachkräftemangel wird in Österreich für immer mehr Unternehmen zur Herausforderung. Daher soll auch das Fachkräftepotenzial von anerkannten Flüchtlingen bestmöglich im Interesse des Wirtschaftsstandortes genützt werden.

Menschen, die in Österreich Asyl bekommen, müssen möglichst rasch und nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert werden. Kompetenzfeststellungen (insb. WKO Job Profil) und Deutschkurse sind dafür die wichtigsten ersten Schritte.

Arbeit muss Vorrang vor Sozialleistungen haben, davon profitiert auch das Sozialsystem.

Factsheet Fachkräftepotential

Facts & Figures Infografik

Weitere Informationen

  • Mentoring für MigrantInnen

    Das Projekt "Mentoring für MigrantInnen“, das auf Initiative der Wirtschaftskammern Österreichs (WKO), gemeinsam mit den Projektpartnern Österreichischer Integrationsfonds (ÖIF) und Arbeitsmarktservice (AMS) im Jahr 2008 initiiert wurde, unterstützt qualifizierte Personen mit Migrationshintergrund beim Einstieg in den österreichischen Arbeitsmarkt und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Integration. Gleichzeitig wird damit die Internationalisierung der heimischen Wirtschaft durch Erschließung des Potenzials an qualifizierten Arbeitskräften mit spezifischen Kenntnissen gefördert.

  • Charta der Vielfalt

  • Refugees Work

  • Reach Up – Lehrlingsmentoring

Ansprechpartner

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Sozialpolitische Abteilungen der Wirtschaftskammern

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