Neue Krebsklinik in London

Der Privatbetreiber VPS Healthcare baut aufgelassenes Spital zur hochmodernen Einrichtung um

In einer neuen Klinik sollen Tumoren durch die Protonentherapie bekämpft werden. Von wenigen Ausnahmen abgesehen stand britischen Patienten diese neue Form der Strahlentherapie bisher nur im Ausland zur Verfügung. Erster heimischer Anbieter will nicht das öffentliche Gesundheitswesen NHS, sondern die in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässige VPS Healthcare werden, die ein aufgelassenes Spital im Westen Londons zur hochmodernen Einrichtung umbaut. 

Damit tritt VPS in den britischen Markt ein, 2017 sollen die ersten Patienten zur Behandlung aufgenommen werden. Medienberichten zufolge soll die im ehemaligen Royal Masonic Hospital untergebrachte Klinik über 150 Betten verfügen und ca. 2.500 Arbeitsplätze schaffen. 

Schon im April kündigte ein weiterer Privatanbieter den Bau von drei Protonentherapiezentren an. Proton Partners International plant Kliniken in Newport, Newcastle und Cardiff, wobei letztere bereits nächstes Jahr in Betrieb gehen soll. 

Auch das öffentliche NHS holt auf: im März gab Gesundheitsminister Jeremy Hunt bekannt, man werde die Prototentherapie ab 2018 an zwei NHS-Standorten anbieten. In der Zwischenzeit werden Fachärzte weiterhin von Fall zu Fall entscheiden, ob die Behandlung von nicht privatversicherten Patienten an ausländischen Protonentherapiekliniken auf öffentliche Kosten gehen darf. 

Erhebliche Vorteile der Protonentherapie

Denn während die Protonentherapie erhebliche Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Strahlentherapie erzielen kann, ist sie auch wesentlich teurer. So sorgte 2014 der Fall des 5-jährigen Buben Ashya King, dessen  Eltern ihren krebskranken Sohn entgegen ärztlichem Rat aus dem Southampton General Hospital nahmen und zur Behandlung nach Prag brachten, für große Aufregung. Dort wurde er jener Protonentherapie unterzogen, die ihm in England verweigert worden war. 

Der brisante Fall zeigte den akuten Sparzwang auf, unter dem sich das NHS derzeit befindet. Bei Proton Partners heißt es, man werde die Protonentherapie im Auftrag des NHS anbieten können und die Kosten einer im Ausland durchgeführten Behandlung auf diese Weise signifikant unterbieten. Doch auch wenn dem so ist, stellen harte Sparauflagen die neuesten Leistungen der Medizintechnik und Pharmabranche weiterhin auf eine harte Probe. 

Wer den britischen Gesundheitsmarkt beliefern will, ist folglich nicht schlecht beraten, auch die verschiedenen Privatanbieter ins Auge zu fassen. Auch wenn der ‚Goliath‘ NHS England – er wird mit seinen mit seinen 1,7 Millionen Mitarbeitern als fünftgrößter Arbeitgeber der Welt eingestuft – die privaten Anbieter klein erscheinen lässt, erwirtschafteten sie 2011 laut Marktanalyse-Firma LaingBuisson immerhin GBP 6,42 Milliarden (EUR 9,25 Milliarden). Hervorgehoben sei auch, dass es sich bei den an öffentlichen und privaten Spitälern tätigen Fachärzten um dieselben Personen handelt, was ihnen im gesamten Gesundheitswesen nicht zu unterschätzenden Einfluss verschafft.

Über Chancen für Ihr Unternehmen informiert das AußenwirtschaftsCenter London.

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