Kasachische Nationalbank erwirbt Anteil an nationaler Öl- und Gasgesellschaft

Experten vermuten finanzielle Engpässe als Motiv

Ende Juli beschloss die kasachische Regierung per Verordnung 570 vom 23. Juli den Verkauf eines 10% Anteil der nationalen Öl- und Gasgesellschaft Kasachstans,  NK KazMunaiGaz (KMG), an die kasachische Nationalbank. Der Verkäufer, die Staatsholding Samruk-Kazyna (SK), bisheriger Alleineigentümer der NK KMG, erhält im Gegenzug umgerechnet 4 Milliarden USD.

Mangels offizieller Kommentare werden seitens unabhängiger Experten und Kommentatoren diverse Motive diskutiert, wobei finanzielle Engpässe bei KMG als auch SK aufgrund hoher Auslandsverschuldung vermutet und die Frage der Unabhängigkeit der kasachischen Nationalbank kritisch hinterfragt werden.

Bereits davor hatte KMG angekündigt, die Hälfte seines 16,88% Anteils am riesigen Kashagan Ölfeld im kaspischen Meer für etwa 4,7 Mrd. USD an SK zu verkaufen. Neben den niedrigen Ölpreisen ist  KMG vom aufgrund kontinuierlicher technischer Probleme verzögerten Produktionsstart am Kashagan Ölfeld betroffen, dessen Inbetriebnahme nun für 2017 anvisiert wird.

Die kasachische Wirtschaft allgemein leidet unter den niedrigen Öl- und Rohstoffpreisen. Die Regierung hat ihre Wachstumsprognose für 2015 auf +1,5% reduziert, im Vergleich zum BIP-Wachstum von +4,3% in 2014. Der IWF rechnet in seiner jüngsten Analyse mit +2% BIP Wachstum 2015 und +3,25% 2016.

Das AußenwirtschaftsCenter Almaty steht österreichischen Firmen bei weiteren Fragen zum kasachischen Öl- und Gasmarkt gerne zur Verfügung.

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