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Novelle zum Medizinischen Masseur und Heilmasseur Gesetz (MMHmG)

Wichtiger Schritt in die richtige Richtung

Nach intensiven Bemühungen der Bundesinnung wurde nun am 20.2.2015 die Novelle zum MMHmG in den Bundesgesetzblättern veröffentlicht. 

Das novellierte MMHmG sieht die Möglichkeit zur Ausbildung in der Spezialqualifikation „Basismobilisation“ ab 1.9.2015 vor.
Bis dahin sollte die MMHmG-Ausbildungsverordnung - hoffentlich mit den von der Bundesinnung gewünschten Inhalten - fertig sein.
Sobald es Neuigkeiten dazu geben wird, erfahren Sie das unter www.fkm.at oder direkt von Ihrer Landesinnung.

BIM Mag. Dagmar Zeibig
Mag. Dagmar Zeibig

Für mehr als 7800 gewerbliche Masseure und an die 2300 Heilmasseure wird es mit Änderung des Medizinischen Masseur und Heilmasseur Gesetzes (MMHmG) möglich, durch eine 80-stündige Zusatzausbildung die Spezialqualifikation "Basismobilisation" zu erwerben. Damit erhalten sie die Berechtigung, Patienten bei der Verbesserung ihrer Mobilität und im sicheren Umgang mit Gehhilfen zu unterstützen. Die theoretische Ausbildung beinhaltet insbesondere das Fach "Grundzüge der Rehabilitation und Mobilisation". Diese Regelung tritt mit 1. September 2015 in Kraft.

Interpretiert man die neuerliche Stellungnahme des Bundesverbandes der PhysiotherapeutInnen Österreichs vom 14.1.2015 zu dieser Novelle richtig, dann

  1. haben die Physiotherapeuten Bedenken, dass Heilmasseure in Zukunft Tätigkeiten ausführen werden, die bisher allein der Berufsgruppe der Physiotherapeuten vorbehalten war. 
  2. hätte der Verband gerne, dass nur Medizinische Masseure (nicht die Heilmasseure – siehe 3.) - so wie die Pflegehelfer auch - nur „Lagerung und Transfer“ durchführen dürfen. (Also Transfer vom Rollstuhl auf das Massagebett und retour sowie auf die Toilette begleiten).
  3. fordert der Verband, dass die Basismobilisation nur durch Medizinische Masseure unter Aufsicht eines Physiotherapeuten durchgeführt werden darf und dies Heilmasseuren nicht erlaubt sein soll.

Im Zuge von vielen Gesprächen im Ministerium und der ÖBIG hat BIM Mag. Zeibig immer wieder geäußert, dass bereits jetzt Medizinische Masseure und Heilmasseure auch ohne 3. zusätzliche Spezialqualifikation „Lagerung und Transfer“ beherrschen (Jene Inhalte, die der Bundesverband der PhysiotherapeutInnen nur Medizinischen Masseuren erlauben will - ähnlich den Pflegehelfern), da dieses Wissen bereits im Unterrichtsfach „Massagetechniken zu Heilzwecken“ vermittelt wird.

Auch in Deutschland funktioniert ein Nebeneinader und eine Zusammenarbeit von Physiotherapeuten und Heilmasseuren. Dort haben die Physiotherapeuten kein Problem, dass die Masseure "Mobilisation, Rehabilitation, Prävention und Bewegungserziehung" beherrschen und den Patienten anbieten.

Diese ist auch das Ziel, dass die Bundesinnung in Österreich erreichen möchte.

In der Novelle zum MMHmG wurde weiters die Durchlässigkeit der Gewerblichen Masseure in Richtung Heilmasseur verbessert, indem diese das vorgeschriebene Praktikum zur Ausbildung zum Medizinischen Masseur um 1/3 von 875 auf 580 Lehreinheiten gesenkt und somit der Zugang zur Heilmasseuraufschulung erleichtert wurde. Die Praktikumszeit für medizinische Masseure bleibt durch diese Novelle unverändert. 

"Der Erfolg spricht für sich. Die jahrelange Beharrlichkeit der Bundesinnung, der Berufsgruppenvertretung der Gewerblichen Masseure und Heilmasseure, hat sich gelohnt und für die Gewerblichen Masseure und Heilmasseure viel erreicht", so Bundesinnungsmeisterin Mag. Dagmar Zeibig.

Trotzdem sind noch Punkte offen.

Forderungen der Bundesinnung

  • Die Bundesinnung fordert, dass die in Österreich verwendeten Begriffe „medizinische Trainingstherapie“, „Gangschulung“ und „Hilfsmittelversorgung“ in obigen Unterrichtsfächern ausdrücklich enthalten sind, um sicherzugehen, dass Heilmasseure in Österreich ihren Patienten auch „Prävention, Rehabilitation, Mobilisation sowie Bewegungserziehung“ anbieten dürfen.
  • eine Gleichstellung der österreichischen Heilmasseurausbildung mit der Ausbildung in Deutschland indem die Inhalte der Spezialqualifikation "Basismobilisation" in der noch zu ergänzenden Ausbildungsverordnung MMHmG-AV so festgelegt werden, dass die Ausbildung der österreichischen Heilmasseure der Ausbildung in Deutschland gleichwertig ist und so die von der EU angestrebte Mobilität erreicht wird.
  • eine noch stärker verkürzte Ausbildung für Gewerbliche Masseure, d.h. 400 Lehreinheiten Praxis statt derzeit 580
  • eine verkürzte Ausbildung für Masseure, die die Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf "MasseurIn" mit 600 Lehreinheiten Praxis absolviert haben.

Wir sind sehr froh, dass es der Bundesinnung gelungen ist, die lange geforderte Erweiterung der Berufsmöglichkeit der Medizinischen und Heilmasseure durch die neue Spezialqualifikation "Basismobilisation" zu ermöglichen. Einerseits durch eine verbesserte Durchlässigkeit für die Gewerblichen Masseure hin zum Medizinischen und Heilmasseur durch die Verkürzung der Praxiszeit um 295 Stunden und andererseits der Heilmasseure zum Physiotherapeuten aufgrund der neuen Spezialqualifikation "Basimobilisation".

Unterschied zwischen österreichischem Heilmasseur und deutschem Masseur und Medizinischem Bademeister

Aus Sicht der Bundesinnung sollten als nächster Schritt in der noch zu ergänzenden Ausbildungsverordung zum MMHmG im Zuge der Regelung der genauen Inhalte zur Spezialqualifikation "Basismobilisation" auch jene Inhalte aufgenommen werden, die aktuell die Differenz in der Ausbildung zwischen dem österreichischen Heilmasseur und dem deutschen Masseur und Medizinischen Bademeister ausmachen. Damit wäre sichergestellt, dass die von der Europäischen Union angestrebte Mobilität sowohl der selbständigen Dienstleister, als auch der Dienstnehmer unterstützt würde.

Dies sollte vor dem Hintergrund passieren, dass immer mehr österreichische Heilmasseure eine Aufschulung zum deutschen Masseur und Medizinischen Bademeister in Deutschland durchführen um einerseits neben einer selbständigen Tätigkeit in Österreich auch in Deutschland arbeiten und andererseits die verkürzte Ausbildung zum Physiotherapeuten absolvieren zu können. Im Sinne einer Durchlässigkeit vom Heilmasseur zum Physiotherapeuten, einer Aufwertung der Weiterbildungsmöglichkeiten in Österreich und damit der Wertschöpfung wäre eine solche Erweiterung des Umfangs der Lehrinhalte "Mobilisation" dringend erforderlich. Wir österreichischen Heilmasseure wollen so wie unsere Deutschen Kollegen unseren Patienten Grundzüge der Prävention und Rehabilitation sowie Bewegungserziehung anbieten dürfen.

Forderung nach kürzeren Praxiszeiten bei Ausbildung zum Medizinischen Masseur

Die Bundesinnung wird sich, wie bei dieser Gesetzesänderung auch schon, in Zukunft für eine weitere Verkürzung der Praxiszeiten im Rahmen der Ausbildung zum Medizinischen Masseur einsetzen. Die Forderung nach einem Stufenmodell 400 Lehreinheiten für Gewerbliche Masseure und 600 Lehreinheiten für Lehrlinge bleibt somit aufrecht.

Gruppenfoto BIAS
Gruppenbild Bundesinnungsausschusssitzung
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