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Umsatzersatz im Fahrzeughandel in Verbindung mit der Differenzbesteuerung

Was Händler beachtet müssen?

Bei der Berechnung des Lockdown-Umsatzersatzes werden grundsätzlich die steuerbaren Umsätze laut Kennzahl 000 der Umsatzsteuererklärung herangezogen. Die Kennzahl 000 enthält die folgende Bezeichnung:

"Gesamtbetrag der Bemessungsgrundlage des Veranlagungszeitraumes 2019 für Lieferungen und sonstige Leistungen (ohne Eigenverbraucht) einschließlich Anzahlungen (jeweils ohne Umsatzsteuer)."

In Ergänzung sind die Erläuterungen (Ausfüllhilfe) zu der Kennzahl 000 zu beachten. Im letzten Absatz wird bezüglich der Differenzbesteuerung ausgeführt, dass der Umsatz sich im Wesentlichen nach der Differenz zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis abzüglich der Umsatzsteuer berechnet. Somit fließt m.E. nur die Differenz in die Kennzahl 000 hinein (nicht aber der tatsächliche Umsatz).

Sonderregelung für die Differenzbesteuerung

Die Richtlinie zum Umsatzersatz enthält jedoch im Punkt 4.5.2 iVm 4.5.1 lit c eine Sonderregelung für die Differenzbesteuerung. Hier sind nicht die steuerbaren Umsätze laut Kennzahl 000 heranzuziehen, sondern die "Summe der in der letzten rechtskräftig veranlagten beziehungsweise festgestellten Körperschaftssteuer-, Einkommensteuer- oder Feststellungserklärung angegeben Umsatzerlöse (..) dividiert durch zwölf".

Im Antragsformular besteht die Möglichkeit die Differenzbesteuerung anzukreuzen: 

Feld im Antragsformular zum ankreuzen der Möglichkeit zur Differenzbesteuerung
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Mit dieser Eingabe werden nicht die Umsatzerlöse laut Kennzahl 000 der Umsatzsteuererklärung herangezogen, sondern die Umsatzerlöse aus der letztveranlagten Einkommens- oder Körperschaftsteuererklärung (Kennzahl 9040). Dies hat den Vorteil, dass die Kennzahl 9040 grundsätzlich der Betriebsleistung entspricht (somit alle Umsätze); zudem wird nicht der November-Umsatz 2019 als Bemessungsgrundlage herangezogen, sondern der Jahresdurchschnitt (im Fahrzeughandel ist der November-Umsatz laut Branchenzahlen nicht gerade der umsatzstärkste Monat).

Ein Fahrzeughändler wird jedoch in der Regel Umsätze mit unterschiedlichen USt-Regelungen haben. Daher wird einerseits die Differenzbesteuerung zur Anwendung kommen (z.B. Gebrauchtwagen) und anderseits die herkömmliche USt-Regelung (z.B. Neuwagen). Das Antragsformular sieht aber keine Möglichkeit vor, den Umsatzanteil der Differenzbesteuerung anzugeben.

Es ist daher davon auszugehen, dass ein Unternehmer mit einem Mischumsatz (Differenzbesteuerung und "normale" USt) die Differenzbesteuerung ankreuzen kann ("für Antragssteller, die Umsätze im Sinne der §§ 23 oder § 24 UStG 1994 erzielen (..) ist die Berechnungsmethode gemäß Punkt 4.5.1 lit. c anzuwenden (= Einkommens- oder Körperschaftsteuererklärung)" – so sieht es auch die Steuerberatungskanzlei BDO. Damit ist die Bemessungsgrundlage für den Fahrzeughandel nicht die Kennzahl 000 lt. USt-Erklärung sondern die Kennzahl 9040 lt. ESt-/KÖSt-Erklärung (inkl. differenzbesteuerte Umsätze).

Korrektur des eingereichten Antrags

Haben Fahrzeughändler bereits einen Antrag eingereicht und die Differenzbesteuerung nicht angekreuzt, besteht grundsätzlich die Möglichkeit eine Korrektur durchzuführen. Falls es aufgrund mangelhafter, unvollständiger oder nicht aussagekräftiger Daten der Finanzverwaltung bei der Ermittlung der Höhe des Lockdown-Umsatzersatzes zu Ergebnissen kommt, die erheblich von den tatsächlichen Verhältnissen abweichen, kann gemäß RL-Punkt 4.7 eine Korrektur erfolgen.