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Zoofachhandel

Informationen über das Gewerbe Zoofachhandel

Gewerbeanmeldung, besondere Anforderungen an tierführende Zoofachhändler, nachzuweisende Fachkenntnisse 

Der Zoofachhandel ist grundsätzlich ein freies Handelsgewerbe. Es ist allerdings zu unterscheiden, ob es sich um einen tierführenden oder einen nicht-tierführenden Zoofachhandel handelt. Werden ausschließlich Tierzubehör, Tierfuttermittel und ähnliches vertrieben, so kann ohne weiteres mittels Anmeldung ein Gewerbe gegründet werden. Mit einem tierführenden Zoofachhandel, sind jedoch zusätzliche spezielle Anforderungen verbunden.

Gewerbeanmeldung

Eine Gewerbeberechtigung wird durch formlose Anmeldung bei der zuständigen Gewerbebehörde erlangt, wenn dabei alle Voraussetzungen nachgewiesen werden. Alle Informationen zur Anmeldung eines Gewerbes sowie erforderliche Dokumente finden Sie auf unter nachfolgenden Links:

Besondere Anforderungen an tierführende Zoofachhandelsgewerbe

Werden lebende Tiere im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit gehalten, bedarf es neben einer Gewerbeberechtigung noch der Einhaltung zusätzlicher Anforderungen. Diese sind im Wesentlichen in den nachfolgenden Rechtsgrundlagen geregelt:

Kurz zusammengefasst sind bei der Haltung lebender Tiere im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit insbesondere folgende Voraussetzungen zu beachten:

  • Behördlichen Bewilligung gemäß § 31 (1) TSchG.
  • In jeder Betriebsstätte muss ausreichend Personal mit entsprechenden Kenntnissen über artgemäße Tierhaltung regelmäßig und dauernd tätig sein. Diese Personen sind verpflichtet, Kunden über die tiergerechte Haltung und die erforderlichen Impfungen der zum Verkauf angebotenen Tiere zu beraten sowie über allfällige Bewilligungspflichten zu informieren (§ 31 (2) TSchG). Diese Fachkenntnisse müssen nachgewiesen werden.
  • Einhaltung der Mindestanforderungen an die Ausstattung, das Halten und Betreuen von Tieren in Zoofachgeschäften (und vergleichbaren Einrichtungen) gemäß Tierhaltungs-Gewerbeverordnung. Sind in der TH-GewV keine Mindestanforderungen festgelegt gelten die Mindestanforderungen 2. Tierhaltungsverordnung.
  • Der Gewerbetreibende ist verpflichtet, leicht verständliche Merkblätter mit ausreichenden Informationen über Haltung und Pflege aller von ihm zum Verkauf angebotenen Tierarten sowie über allfällige Artenschutzbestimmungen und behördliche Bewilligungs- oder Anzeigepflichten bereit zu halten und dem Kunden beim Kauf eines Tieres auszuhändigen (§ 8 TH-GewV).
  • Für die Haltung von Hunden und Katzen zum Zwecke des Verkaufs bedarf es einer behördlichen Bewilligung. Voraussetzung ist ein bestehender Betreuungsvertrag mit einem Tierarzt (§ 31 TSchG) und es sind die besonderen Voraussetzungen für das Halten von Hunden und Katzen in Zoofachhandlungen zu erfüllen (§ 7a TH-GewV). Darüber hinaus sind Kunden über verbotene Eingriffe, Erziehung und Ernährung, Impfungen, Entwurmung und tierärztliche Betreuung sowie Meldepflicht zu informieren (§ 7 (2) TH-GewV).

Nachzuweisende Fachkenntnisse über artgemäße Tierhaltung

Eine Person gilt dann als ausreichend qualifiziert für die Betreuung von Tieren im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit in einem Zoofachgeschäft wenn sie über eine der folgenden Qualifikationen verfügt (§ 9 TH-GewV):

  • Akademische Ausbildung wie das Studium der Tierproduktion der Studienrichtung Landwirtschaft, der Zoologie, der Biologie oder der Veterinärmedizin
  • Schulische Ausbildung an einer höheren land- und forstwirtschaftlichen Lehranstalt der Fachrichtungen allgemeine Landwirtschaft, alpenländische Landwirtschaft oder an einer landwirtschaftlichen Fachschule
  • Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Tierpfleger
    Mindestens einjährige einschlägige, im Umgang mit lebenden Tieren bestehende Tätigkeit und den erfolgreichen Besuch des Lehrgangs über Tierhaltung und Tierschutz
  • Eine aufgrund eines Staatsvertrage im Rahmen der Europäischen Integration einer Ausbildung nach den oben genannten Punkten als gleichwertig anerkannte oder als gleichwertig zu geltende absolvierte Ausbildung
  • Ebenso anerkannt als theoretische Qualifikation wird ein erfolgreich absolvierter Lehrgang gemäß Anlage 2 des BGBl. Nr. 132/1991 (VO Schutz von Tieren gegen Quälereien und artgemäßes Halten von Tieren im Rahmen gewerblicher Tätigkeiten)

Kundeninformation beim Kauf von Tieren in Zoofachhandlungen

Kunden sind über die tiergerechte Haltung und die erforderlichen Impfungen der zum Verkauf angebotenen Tiere zu beraten sowie über allfällige Bewilligungspflichten zu informieren. Gemäß § 8 Tierhaltungs-Gewerbeverordnung ist der Zoofachhändler verpflichtet, Merkblätter mit ausreichenden Informationen über Haltung und Pflege aller von ihm zum Verkauf angebotenen Tierarten sowie über allfällige Artenschutzbestimmungen und behördliche Bewilligungs- oder Anzeigepflichten bereit zu halten. Diese Merkblätter sind dem Kunden bei Kauf eines Tieres auszuhändigen.

Werden in den Zoofachhandlungen auch Hunde und Katzen zum Verkauf angeboten, so hat der Zoofachhändler den Kunden auch über Folgendes aufzuklären:

  • Eingriffsverbot gemäß § 7 TSchG
  • Erziehung und Ernährung
  • Impfungen, Entwurmung und tierärztliche Betreuung,
  • im Falle von Hunden über Meldepflicht gemäß § 24a TSchG

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das zuständige Landesgremium der Wirtschaftskammer Ihres Bundeslandes.

Es wird darauf hingewiesen, dass alle Angaben trotz sorgfältigster Bearbeitung ohne Gewähr erfolgen und eine Haftung des Autors oder der Wirtschaftskammern Österreichs ausgeschlossen ist.