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Auswirkungen des Brexit-Abkommens

Mit 2,9 Mrd. Euro an Exporten in den ersten neun Monaten 2020 ist das Vereinigte Königreich ein wichtiger Handelspartner der heimischen Wirtschaft. 

In einer aktuellen WIFO-Studie ("Estimating the Trade and Welfare Effects of Brexit. A Panel Data Structural Gravity Model") werden die Auswirkungen des Brexit-Abkommens auf Österreich analysiert mit dem Ergebnis, dass das Freihandelsabkommen die negativen bilateralen Handelseffekte dämpft, allerdings nicht vollständig kompensiert. Das Vereinigte Königreich ist vom Ausscheiden aus der Europäischen Union deutlich stärker betroffen als Österreich. In den meisten Bereichen werden die britischen Exporte nach Österreich relativ betrachtet stärker zurückgehen als dies für die österreichischen Exporte der Fall ist, so die Studienautoren. 

Das Handelsabkommen kann - mit Ausnahme des Dienstleistungshandels - die negativen Handelseffekte des Brexits reduzieren. In der Sachgütererzeugung treten in allen Branchen die negativen Exporteffekte für das Vereinigte Königreich stärker zutage als für Österreich. Mit einer einzigen Ausnahme: der "Sonstige Fahrzeugbau" (hier gibt es ähnlich große negative Handelseffekte). In der für die bilateralen Beziehungen wichtigen Branche "Kraftwagen und Kraftwagenteile" sinken durch den Brexit die österreichischen Exporte deutlich geringer als dies für das Vereinigte Königreich der Fall ist. Den Autoren zufolge kann Österreich die Rückgänge im Handel mit dem Vereinigten Königreich in dieser Branche durch mehr Exporte in die anderen EU-Mitgliedsländer sowie in alle anderen Drittstaaten teilweise kompensieren. 

In den ersten neuen Monaten des Jahres 2020 sind die Exporte in das Vereinigte Königreich in Summe um 16,7 % geringer als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, so die Ergebnisse der Außenhandelsstatistik. Während die Exporte von optischen/photographischen Geräten, Mess- und Prüfinstrumente im Beobachtungszeitraum steigen, sind jene der Zugmaschinen, Kraftfahrzeuge, Traktoren, Motorräder, Fahrräder rückläufig. 

Jänner bis September 2020 (Top 10 nach KN-Positionen) Ausfuhren in Mio. Euro Veränderung zur Vorjahresperiode
Zugmaschinen, Kraftfahrzeuge, Traktoren, Motorräder, Fahrräder 743 910 -27,5%
Kernreaktoren, Kessel, Maschinen, Apparate und mechan. Geräte 459 405 -14,2%
Elektrische Maschinen, Apparate und elektrotechnische Waren 241 074 -13,3%
Pharmazeutische Erzeugnisse 130 307 6,1%
Papier und Pappe; Waren daraus 99 159 -21,0%
Optische, photographische Geräte, Mess- und Prüfinstrumente 96 041 14,6%
Kunststoffe und Waren daraus 95 086 -6,9%
Eisen und Stahl 85 732 -1,3%
Waren aus Eisen oder Stahl 79 947 1,3%
Mineralische Brennstoffe; Mineralöle, Destillationserzeugnisse 75 123 26,4%
Vereinigtes Königreich, insgesamt 2 883 409 -16,7%

Quelle: Außenhandelsstatistik, Statistik Austria, 2020: vorläufige Werte

Für konkrete Praxis-Informationen rund um das Thema Brexit steht nach wie vor der Brexit-Link der WKÖ zur Verfügung. 

Hier finden sich auch sektorspezifische Informationen – etwa Vorschriften und Richtlinien - für ausgewählte Branchen (z.B. aerospace, automotive, chemicals, construction, consumer goods, electronics and machinery, metals and other materials) um die Unternehmen zu unterstützen. 

Autorin: 
Mag. Sandra Lengauer 

E-Mail:
sandra.lengauer@wko.at