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Ausbildung in der Holzindustrie

Gesamtstrategie Bildung

Die kontinuierlichen Veränderungen der Arbeitswelt erfordern rechtzeitig Maßnahmen im Bereich Bildung und Qualifizierung, um ein Hinterherhinken des Bildungsangebotes hinter den Anforderungen der Wirtschaft zu vermeiden. Der demografische Wandel, wonach der Anteil der 15- bis 29-Jährigen am Erwerbspotenzial bereits zu Beginn des nächsten Jahrzehnts merklich zurückgeht, bei gleichzeitigem Anstieg der über 50-Jährigen, zwingt ebenfalls dazu, Überlegungen anzustellen, wie dennoch die erforderlichen Humanressourcen zur Verfügung gestellt werden können. Diese Herausforderungen machen eine vorausschauende Bildungsplanung notwendig.

Der Fachverband der Österreichischen Holzindustrie hat daher das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft beauftragt, auf Basis einer grundlegenden Status quo Analyse der für die Holzindustrie relevanten Erstausbildung sowie vor dem Hintergrund gewonnener Erkenntnisse aus einer umfangreichen Unternehmensbefragung zu Beschäftigung und Weiterbildung Handlungsbedarf sichtbar zu machen und Empfehlungen im Hinblick auf eine Bildungsstrategie zu formulieren, die alle Ausbildungswege in einer kohärenten Weise verbindet.

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Kontakte

Fachverband der Holzindustrie Österreichs
Mag. Monika Podlesnig

Tel.: +43 1 712 26 01
Fax: +43 1 713 03 09
office@holzindustrie.at
www.holzindustrie.at

IBW - Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft
Frau Mag. Sabine Tritscher
Rainergasse 28
A-1050 Wien
Tel.: +43 1 545 16 71 - 15
Fax: +43 1 545 16 71 - 22
tritscher-archan@ibw.at
www.ibw.at 

Modullehrberuf "Holztechnik"

Die Lehre genießt in Österreich einen hohen Stellenwert. Rund 40 Prozent eines Altersjahrganges entscheiden sich nach der Pflichtschule für eine duale Ausbildung. Um das Interesse an der Lehre aufrecht zu erhalten, bedarf es attraktiver Ausbildungsangebote. Die sich abzeichnende demografische Entwicklung, wonach die Anzahl der 15jährigen Jugendlichen und damit der potenziellen Lehranfänger in den nächsten Jahren sukzessive zurückgeht, verstärkt diese Notwendigkeit noch. 

Der Wettbewerb um die “besten Köpfe” erfordert auch seitens der Branchen und Betriebe sich als attraktive Arbeitgeber zu positionieren und das Interesse von Jugendlichen an den vorhandenen Ausbildungsmöglichkeiten zu erwecken. 

Mit dem neuen Lehrberuf Holztechnik steht nun nach mühevollen Verhandlungen und eingegangenen Kompromissen ein Lehrberuf zur Verfügung, der die gesamte Holzwertschöpfungskette berücksichtigt. 

Nach einer von uns in Auftrag gegebenen Studie des Instituts für Berufsbildungsforschung der Wirtschaft wurde das Modularisierungskonzept für unsere künftige Berufsausbildung empfohlen. Hier kann durch drei Module ein Bogen über unsere Berufsgruppen im Fachverband, nämlich von Säge bis Möbel, gespannt werden. 

Das Grundmodul beinhaltet die grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten, die drei Hauptmodule decken eben die Veredelungsstufen ab, wobei die Sägeindustrie als größte Gruppe ein eigenes Hauptmodul zur Verfügung hat. 

Das Spezialmodul “Design und Konstruktion” soll weitere Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln, die neuesten Trends im betrieblichen Produktbereich, Kenntnisse der berufs- und betriebsspezifischen EDV bis zu den Grundkenntnissen des Projektmanagements und Projektabwicklung abdecken. 

Bei den Spezialmodulen hatten wir ursprünglich andere Vorstellungen, sodass dieses Modul, das über die dreijährige Lehrzeit hinausgeht und jeweils mit dem Lehrling zu vereinbaren wäre, als Kompromiss zu sehen ist. 

Eine Überschreitung der dreijährigen Lehrzeit ergibt sich jedenfalls nur bei Ergänzung durch ein zweites Hauptmodul oder Anfügung eines Spezialmoduls.  

Die Ausbildung im Modullehrberuf Holztechnik umfasst verpflichtend die zweijährige Ausbildung im Grundmodul Holztechnik und die einjährige Ausbildung in einem der Hauptmodule: 

  • Fertigteilproduktion
  • Werkstoffproduktion
  • Sägetechnik 

Daraus ergibt sich eine Lehrzeit aus Grundmodul mit 1 Hauptmodul von 3 Jahren. 

Zur weiteren Vertiefung der Ausbildung kann zusätzlich noch ein weiteres Hauptmodul gewählt werden – Lehrzeit 4 Jahre.  

In der Verordnung (Holztechnik-Ausbildungsordnung) heißt es dazu im § 1 Abs. 5 :

 "In den ersten zwei Lehrjahren ist das Grundmodul zu vermitteln. Die Ausbildung im Grundmodul und im gewählten Hauptmodul dauert drei Jahre. Wird ein weiteres Hauptmodul absolviert, dauert die Lehrzeit vier Jahre, wird ein Spezialmodul absolviert, dauert die Lehrzeit dreieinhalb Jahre. Die Ausbildung im Modullehrberuf Holztechnik dauert höchstens vier Jahre. 

Ursprünglich nur in Kombination mit den Hauptmodulen Fertigteilproduktion oder Werkstoffproduktion kann auch ein halbjähriges Spezialmodul "Design und Konstruktion" vereinbart werden – Lehrzeit 3,5 Jahre. Mit dem Lehrberufspaket 2017 ist nunmehr seit Juni 2017 auch eine Kombination mit dem Hauptmodul Sägetechnik möglich. Diese Erweiterung im kreativen Bereich vergrößert die Einsatzmöglichkeiten für Lehrabsolvent/innen im Betrieb.

Wie schon beim alten Lehrberuf “Holz- und Sägetechnik” wird auch der Holztechnik-Lehrberuf in regelmäßigen Treffen von Praktikern aus den Unternehmen, Interessen- und Behördenvertretern sowie der Berufsschule und den Berufsschülervertretern laufend evaluiert – die vorgenannte Öffnung der Kombinationsmöglichkeit des Spezialmoduls Design und Konstruktion ist ein Resultat daraus . Diese Treffen finden einmal im Jahr in Kuchl selbst statt.  

Der modulare Lehrberuf hat sich zwischenzeitig etabliert und wird gut angenommen. Wichtig ist es, trotz konjunktureller Schwierigkeiten die Investition in die Ausbildung von Jugendlichen in diesen modernen Lehrberuf als Zukunftsinvestition stets im Auge zu behalten und auch zukunftsfit zu machen – Stichwort Industrie 4.0. Ausfluss dieses Prozesses ist die Notwendigkeit einer laufenden Anpassung und Überarbeitung von Ausbildungsordnungen, womit auch im Modullehrberuf Holztechnik im Bezug auf Digitalisierung im nächste Jahr zu rechnen sein wird.  

Weitere Änderungen wurden vorgenommen im

Lehrberuf „Skierzeuger“ auf neu „Skibautechnik“: 

Auch in einer anderen, für die Österreichische Industrie sehr bedeutenden Branche der Skiindustrie haben der technische Fortschritt und die steigenden Anforderungen resultierend aus den Veränderungen in der Branche zu einer Überarbeitung der bestehenden Ausbildungsordnung für den Lehrberuf „Skierzeuger“ geführt.  Mit der Einführung des Nachfolgelehrberufs „Skibautechnik“ soll der derzeitige Lehrberuf Skierzeuger auslaufen und mit dieser Neudefinition der Bedarf, der in der Wirtschaft an diesem Lehrberuf besteht, besser wiedergeben und umgesetzt werden.   

Mit der neuen Ausbildungsordnung Skibautechnik – in Kraft getreten mit 1.6.2016 - wurden insbesondere folgende Änderungen vorgenommen:

  • Der Lehrberufsname wurde von „Skierzeuger“ zu „Skibautechnik“ geändert.
  • Der Ausbildungsordnung wurde ein Berufsprofil vorangestellt.
  • Die einzelnen Berufsbildpositionen wurden auf ihre Aktualität geprüft, sowie bei Bedarf ergänzt oder gestrichen sowie umfassender formuliert.
  • Neue Technologien und neue Arbeitsweisen wurden in neuen Berufsbildpositionen formuliert.
  • Sozialkompetenz wurde in eigenen Berufsbildpositionen abgebildet.

im Lehrberuf Fertigteilhausbau:

Mit dem Lehrberufspaket 2017 die Fertigteilhausbau-Ausbildungsordnung adaptiert. Die Änderungen betreffen im Wesentlichen das Berufsprofil, welches überarbeitet und angepasst wurde. Die einzelnen Berufsbildpositionen wurden auf ihre Aktualität geprüft, bei Bedarf ergänzt oder gestrichen sowie umfassender formuliert. Neue Technologien und neue Arbeitsweisen wurden in neuen Berufsbildpositionen formuliert und Sozialkompetenz in eigenen Berufsbildpositionen abgebildet. Die Aktualisierung verfolgt das Ziel, neue Anreize für Lehrlinge und Betriebe zu schaffen.

im Lehrberuf Polsterer:

Mit dem Lehrberufspaket 2018 wurden u.a. Änderungen in der Ausbildungsordnung zum Lehrberuf Polsterer/Polsterin vorgenommen.

Durch die technische Entwicklung sowie Neuerungen bei den verwendeten Materialien (wie Federkerne, Schaumstoffkombinationen) und bei den Arbeitstechniken (zB beim Kleben) wurde es notwendig, die Ausbildungsordnung zu aktualisieren. Die Neuordnung soll die Attraktivität des Lehrberufes steigern und die bestehenden Lehrlingszahlen absichern.

Werkmeisterschule Holztechnik-Produktion 

Nachdem der erste Schritt der Entwicklung eines Modulberufes Holztechnik erfolgreich im Jahr 2008 umgesetzt wurde, folgte darauf aufbauend zur qualifizierten Weiterentwicklung der Fachkräfte die Einrichtung einer Werkmeisterschule „Holztechnik und Produktion“ am Holztechnikum Kuchl. Gestartet hat diese berufsbegleitende 2-jähige Ausbildung erstmals im September 2015, ein zweiter Lehrgang ist im September 2016 gestartet und im September 2018 hat der nunmehr dritte Lehrgang begonnen mit Fokus auf Kompetenzorientierung und Industrie 4.0., Qualitätssicherung im Lehrgang sowie  Sicherung der Praxisorientierung durch verstärkte Einbindung externer Lehrender. Dieser 2-Jahres-Rhythmus soll künftig beibehalten werden. Die praxisorientierte Werkmeisterschule legt neben einer fundierten holztechnischen Ausbildung die Schwerpunkte auf einen wirtschaftlichen und organisatorischen Kompetenzerwerb und bietet damit eine ideale Vorbereitung für zukünftige Führungsaufgaben.  

Die Fächerauswahl sorgt dafür, dass Absolventen insbesondere folgende Qualifikationen erwerben:

  • Ersatz für Unternehmerprüfung
  • Berechtigung zur Lehrlingsausbildung
  • Ersatz des Fachbereichs der Berufsreifeprüfung 

Die 2-jährige Ausbildung für Berufstätige erfolgt nach dem System des „blended learnings“ und beinhaltet demnach Präsenz- und Fernlernelemente, die methodisch-didaktisch gut aufeinander abgestimmt sind. Das Semester beginnt mit einem 4-Tages-Einführungsblock vor Schulbeginn im September. Im Anschluss daran werden je Semester max. 6 Präsenztermine am Freitag und Samstag auf das Semester verteilt abgehalten, womit eine optimale Kompatibilität mit dem Beruf gewährleistet ist. 

Die Ausbildung schließt mit einer anzufertigenden Werkmeisterarbeit – idealerweise aus dem persönlichen Arbeitsumfeld des Absolventen - und mit einer kommissionellen Abschlussprüfung ab. 

Weitere Informationen zur Werkmeisterschule.

Neue Fachschule 4.0

Mit der Fachschule-4.0 soll die für die Holzwirtschaft wichtige Fachschule abgesichert und für die gesamte Breite der Holzwirtschaft attraktiviert werden. Die Neuaufstellung beruht auf drei Säulen mit einer breiten Ausildung.

Während der 4-jährigen Dauer erwirbt der Schüler eine technisch u. -wirtschaftlich breite Grundausbildung. Am Beginn des 3. Jahres steht die Entscheidung für einen Ausbildungsschwerpunkt in den 3 Sparten Holztechnik, Tischlereitechnik sowie Holzbautechnik. Nach dem 3. Jahr folgt eine 10-wöchige Betriebspraxis aus der Vertiefersparte, im 4. Jahr liegt der Fokus auf der Spezialausbildung im Vertieferfach mit Abschlussprüfung. Diese ist gleichgestellt dem abgeschlossenen Lehrberuf.

Jene Schüler, die sich für die Matura entscheiden, dieser Weg stellt die vierte Säule dar, können statt des Betriebspraktikums 10 Wochen mit der 3. HTL mitgehen und dann nach Abschluss der 4. Klasse Fachschule in die 4. Klasse HTL einsteigen oder die Berufsreifeprüfung ablegen.

Damit stellt die FS eine wichtige Ergänzung zur Lehre dar und die Absolventen sind wichtige Fachkräfte in der Holzwirtschaft!