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Kompetenzbereich Arbeitsrecht / KV / Bildung

Fachverband Holzindustrie informiert zum Thema

Kernkompetenz Kollektivvertragsverhandlungen

Zu den wichtigsten Aufgaben des Arbeitgeber-Ausschusses, in dem alle in der Holzindustrie vertretenen Berufsgruppen repräsentiert sind, gehören die jährlichen Kollektivvertragsverhandlungen im Rahmen eines breiten Verhandlungskomitees unter Vorsitzführung von Dr. Renatus Capek. In einem besonders schwierigen Umfeld, das geprägt war von einer enorm hohen Erwartungshaltung aufgrund der sehr guten konjunkturellen Situation, ist 2018 nach zähen Verhandlungen ein für beide Verhandlungspartner vertretbares Ergebnis für die rund 25.000 Beschäftigen gelungen. Insbesondere als Signal für einen hohen Stellenwert der Lehre zur Absicherung künftig gut ausgebildeter Fachkräfte, haben die Arbeitgebervertreter eine kräftigere Erhöhung der Lehrlingsentschädigung befürwortet.

Die diesjährigen Frühjahrs-Kollektivvertragsverhandlungen wurden in der zweiten Runde am 04. April 2018 mit Wirksamkeit per 01. Mai 2018 mit folgendem Ergebnis abgeschlossen:

  • Erhöhung der Mindestlöhne um 3,15% und der Mindestgehälter um 3,05%.
  • Erhöhung der IST-Löhne und IST-Gehälter um 2,95%, mindestens jedoch um 
  • 60,00 Euro monatlich.

Wesentliche materielle Forderungen der Arbeitnehmerseite, wie insbesondere der arbeitsfreie 31. Dezember, ein Anspruch auf Jubiläumsgeld in all jenen Bereichen, wo bisher keine verpflichtende Regelung besteht, ein 100%-Zuschlag für Samstagsarbeit, sowie die Forderung, während des Krankenstandes keinen Urlaub und Zeitausgleich zu verbrauchen, konnten abgewendet werden. Entgegenkommen gab es bei der Erhöhung der Lehrlingsentschädigung zur Attraktivitätssteigerung sowie zu einer geringfügigen Anhebung der im Vergleich zu sonstigen Industrie-KV-Sätzen niedrigen Tagesdiäten bzw. bei den Auslandssätzen. Mitgetragen werden konnte als gemeinsame politische Forderung jene nach einer Schwerarbeiterregelung für die gesamte Branche sowie nach einer Erhöhung der geltenden Steuerfreigrenzen für Diäten. Als Erfolg verbucht werden können der Entfall des Krankengeldzuschusses sowie die Zusage, dass der 15. und Letzte eines Monats als Kündigungstermin gilt für Kündigungsaussprüche ab dem 01. Jänner 2021, ausgenommen etwaige Saisonbranchen und Kollektivvertrag Faser/Span.

Arbeitsrecht

Arbeitsrechtliche Regelungen sind für alle Mitgliedsbetriebe im Alltag von zentraler Bedeutung mit ihren monetären, administrativen und bei Nichtbeachtung auch verwaltungsstrafrechtlichen Auswirkungen. Kompetente und umfassende individuelle Beratung bringt den Unternehmen einen Mehrwert und ist eine sehr  gut angenommene sichtbare Serviceleistung. Den Fokus auf Mitgliederinteressen gerichtet, bietet die Gesetzesbegutachtung eine Möglichkeit, praxisnahe Sichtweisen der Betriebe einzuholen und im Gesetzwerdungsprozess abzugeben.

Laufende Informationen über anstehende einschlägige Änderungen in Gesetzgebung und Rechtsprechung runden eine umfassende Mitgliederbetreuung ab.

Zu den arbeitsrechtlich wesentlichsten Neuerungen des vergangenen Jahres gehören zweifelsohne die überfallsartig beschlossenen Regelungen zur Angleichung von Arbeitern und Angestellten mit massiven Auswirkungen wie folgt:

Kündigungsfristen (Inkrafttreten 01. Jänner 2021)

Ab 01. Jänner 2021 gelten für Arbeiter die Kündigungsfristen und -termine nach dem Angestelltengesetz. Abweichende Regelungen in Arbeiter-Kollektivverträgen, wie auch in der Holzindustrie, gelten dann nicht mehr; ausgenommen Branchen, in denen Saisonbetriebe überwiegen. Der 15. und der Letzte eines Kalendermonats als Kündigungstermin – als Besserstellung gegenüber der gesetzlich vorgesehenen Quartalskündigung – sind in den diesjährigen Kollektivvertragsverhandlungen bereits zugesagt worden. Allfällige Saisonbetriebsausnahmen sind noch zu verhandeln.

Die Ausnahme kurzer Teilzeit von den Angestelltenkündigungsfristen ist schon mit 01. Jänner 2018 entfallen.

Entgeltfortzahlung (Inkrafttreten 01. Juli 2018)

  • Angleichung von Angestellten (nicht von Lehrlingen) ans Arbeiter-System
  • Erhöhung der EFZ-Frist von sechs auf acht Wochen schon nach einem Jahr Betriebszugehörigkeit (derzeit nach fünf Jahren)
  • Verdoppelung (!) der Fristen für Lehrlinge
  • Entgeltfortzahlung über das Dienstverhältnis hinaus, auch bei einvernehmlicher Auflösung im Krankenstand

Dienstverhinderungsgründe (Inkrafttreten 01. Juli 2018)

Der Anspruch bei Dienstverhinderung aus persönlichen Gründen wird für Arbeiter analog § 8 Abs. 3 AngG zwingend gestellt. Somit erhalten Arbeiter für eine verhältnismäßig kurze Zeit Entgeltfortzahlung nun auch aus Gründen, die nicht im Kollektivvertrag stehen, also insbesondere familiäre und öffentliche Pflichten sowie faktische Verhinderungen. Die Kollektivvertragsregelungen gelten zwar weiterhin, die dort geregelten Dienstverhinderungsgründe werden aber nicht mehr abschließend sein.

Über all die weiteren Änderungen wurde und wird laufend via Mail, Blog und Newsletter informiert.

Bildung

Initiativen und Projekte im Bildungsbereich

  • Das Lehrberufspaket 2017 ist mit 01. Juni 2017 in Kraft getreten und beinhaltet in der Ausbildungsordnung für den Modullehrberuf Holztechnik die Kombinierbarkeit des Spezialmoduls Design und Konstruktion mit dem Hauptmodul Sägetechnik.
  • Auch das Berufsbild des Lehrberufs Fertigteilhausbau wurde mit diesem Paket überarbeitet und modernisiert. Neue Technologien und Arbeitsweisen haben in neuen Berufsbildpositionen Eingang gefunden, Sozialkompetenz wurde in eigenen Berufsbildpositionen abgebildet.
  • In einer von der WKO initiierten Lehrlingskampagne mit einer österreichweiten Lehrlingsplattform www.probierdichaus.at findet sich auch der Lehrberuf des Holztechnikers; als ergänzendes Anschauungsmaterial wurden Filmbeiträge zur Verfügung gestellt.
  • In der alljährlich in Kuchl stattfindenden Sitzung des Arbeitskreises Bildung treffen sich Ausbildungsverantwortliche der Betriebe und Schulleiter des Bildungszentrums Kuchl gemeinsam mit einem Vertreter des Fachverbandes und von proHolz zu einem regen Informations- und Gedankenaustausch.
  • Der Fachverband der Holzindustrie engagiert sich in Wissenschaft und Forschung durch Kooperationen mit und durch Unterstützung von mehreren Universitäten/Forschungseinrichtungen/Fachhochschulen in Form von Stiftungsassistenzen, Stiftungslehrstühlen, Stipendien und zahlreichen Kooperationsprojekten.

Arbeitsrecht

Ausbildung