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Kompetenzbereich Normung und Forschung

Fachverband Holzindustrie informiert zum Thema

Dreizehn Jahre nach der verbindlichen Einführung der Eurocodes für die Bemessung im Bauwesen wer-den 2022 voraussichtlich die überarbeiteten Normen anwendbar. Durch die Mitarbeit an Eurocode 5 "Bemessung und Konstruktion von Holzbauten" wird Österreich die Holzbau-Bemessung europaweit und dar-über hinaus bis etwa 2035 beeinflussen. Die Bemessung von Bauteilen aus Holz-Beton-Verbund, Brettsperrholz und von geklebten Verstärkungen und Verbindungen wird erstmals europaweit einheitlich geregelt werden. Mit diesen Bemessungs- und Ausführungsegeln werden die Möglichkeiten und die Wirtschaftlichkeit von Holzkonstruktionen wesentlich beeinflusst. Daher dominierte die Überarbeitung des Eurocods 5 die Normungsarbeit.

Die Schlussentwürfe für die Bemessung von Verstärkungen und Brettsperrholz wurden im April 2018 finalisiert. Im dazugehörigen Project Team bzw. der Arbeitsgruppe war Österreich stark vertreten, und die Resultate sind nun breit anerkannt. Die österreichischen Fachleute bringen sich in die Arbeitsgruppen zu Brettsperrholz, Brandbemessung, Verbindungen, Brückenbau, Verstärkungen und Ausführung von Holzbauwerken ein.

Das nationale Spiegelgremium ASI 012.02 "Holzbau Konstruktion" diskutierte Regelungen zur Ausführung von Holztragwerken, die in einer überarbeiteten ÖNORM B 1995-1-1 "Allgemeine Regeln für die Bemessung und Konstruktion von Holzbauten" im Jänner 2019 erscheinen sollen. Der Fachverband der Holzindustrie stimmte wesentliche Themen mit der Bundesinnung Holzbau und der Holzforschung Austria (HFA) ab. Ein Resultat ist der neue Kurs der HFA zu geklebten Verstärkungen oder Verbindungsmitteln. Ziel der Ausführungsregeln ist es, auf effiziente Art sicher zu stellen, dass das was, berechnet wurde, auch gebaut wird. Durch das Vordenken, Diskutieren und Erstellen eines gemeinsamen Textes wird Österreich einen wichtigen Beitrag in der entsprechenden europäischen Arbeitsgruppe (CEN TC250 SC5 WG9) einbringen können.

Im österreichischen Normungskomitee ASI 208 "Schallschutz" wird derzeit die ÖNORM B 8115-2 "Schallschutz und Raumakustik im Hochbau —Methodik zur Ermittlung von Schallschutzniveaus" neu erarbeitet. Diese wird in Zukunft keine Anforderungen mehr enthalten, da diese allein in OIB Richtlinie 5 verankert sind. Der Entwurf der ÖNORM B 8115-2 bietet eine Methodik zur Ermittlung von Schallschutzniveaus, die eine Veränderung der OIB-Anforderungen bei der übernächsten Ausgabe nach sich ziehen könnten. Dabei ist eine Verschärfung des Trittschallschutzes zu befürchten. Der Fachverband brachte gemeinsam mit einer Mitgliedsfirma umfangreiche Kommentare zum Entwurf der ÖNORM B 8115-2 ein.

Die Zusammenarbeit mit der Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V. vertiefte sich zu einem regen Austausch und gemeinsamen Sitzungen der Brettsperrholz (BSP) Hersteller. Die Produktnorm Brettsperrholz (EN 16351) wurde gemeinsam überarbeitet und wird nun zum Kommentar aufgelegt. Auch bei den Regelungen zu Verbindungen und zur Brandbemessung von Brettsperrholz gibt es eine enge Zusammenarbeit.

Deutsche und österreichische BSP-Hersteller trafen sich dreimal mit Brandschutzexperten der ETH Zürich und besprachen offen und konstruktiv die derzeitige Bemessungspraxis. Harmonisierungsbedarf wurde von allen Herstellern festgestellt. Der Fachverband ließ von der ETH Zürich ein Modell für Decken ausarbeiten, welches durch Vergleichsrechnungen von den BSP-Herstellern validiert wurde. Nun soll das Modell auf Wände erweitert werden. Ziel ist eine einheitliche Brandbemessung von BSP im Eurocode auf dem aktuellen Stand von Technik und Wissenschaft.

Die großen Mehrgeschosser und Hochhäuser aus Holz bzw. Holz-Beton-Verbundkonstruktionen stellen eine neue Dimension im Holzbau dar, die Weiterentwicklungen u. a. bei Brandschutz, Gebäudetechnik und Baustellenabwicklung erfordern. Der Fachverband unterstützt Forschungseinrichtungen beim Entwickeln von Lösungen und organisiert Forschungsprojekte.

Das Projekt "Simulationsgestützte Optimierung der Schnittholzproduktion" (SiOSiP) bei Fichte/Tanne ist Ende 2017 ausgelaufen. Die Ergebnisse zur visuellen Festigkeitssortierung für Flach- und Hochkantbiegung sowie Zug wurden im November 2017 und Februar 2018 Experten der Mitgliedsfirmen vorgestellt und diskutiert. Die Ergebnisse bieten einerseits die Möglichkeit, die maschinelle Festigkeitssortierung zu optimieren und andererseits die visuelle Festigkeitssortierung bei Flachkant- und Hochkantbiegung für in Österreich verarbeitetes Holz repräsentativ abzusichern. Gespräche mit der Holzforschung München, dem Bundesverband der Deutschen Säge- und Holzindustrie (DeSH) und der Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V. laufen für eine gemeinsame Datenauswertung. Mit den Kooperationspartnern sollen verbesserte Lösungen erarbeitet und diese auch normativ verankert werden.

Mit einem Stimmanteil von 1,4% (ohne Stimmenthaltungen) bei CEN kann man keine Berge versetzen. Doch in den europäischen Arbeitsgruppen zählen die Köpfe mit aktiver Beteiligung und konstruktiven Vorschlägen. Dazu ist die nationale Vorarbeit durch Forschungsprojekte, Diskussion der Ergebnisse und innovative (Normungs-)Texte essenziell. Herzlichen Dank an alle Engagierten in Forschung und Normung!

Inhaltsübersicht

Schneelastzonen in Österreich

CD "Austrian Quick Database - Meteorologie und Geodynamik - Modul Schnee-, Wind-, Erdbeben- und Temperatureinwirkungen" mangelhaft


Neues Normengesetz ist positives Signal an die Wirtschaft

Mandatierungssystem konnte in letzter Minute verhindert werden – großer Erfolg für die Wirtschaft