th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

Kompetenzbereich Rohstoff

Fachverband Holzindustrie informiert zum Thema

Holzbilanz

Die Holzbilanz wird mit den Forst-, Holz- und Papierindustrie (FHP) Partnern im gleichnamigen Arbeitskreis erstellt und bildet eine Datenbasis für die Kooperationspartner. Der Holzeinschlag betrug 2015 rund 17,5 Mio. Festmeter (fm). 2016 wurde von den heimischen Forstbetrieben ein leichter Rückgang bei den Rundholzmengen gemeldet. Während die Nachfrage nach Schnittholz auf den nationalen und internationalen Märkten um rund fünf Prozent stieg, fehlten Anfang des Jahres 2016 und ab den späteren Sommermonaten die benötigten Rohstoffmengen im Inland. Diese konnten 2016 kurzfristig mit höheren Rundholzimporten von 9,1 Mio. fm (+14%) aus dem benachbarten Einzugsgebiet teilweise kompensiert werden. Davon betrug der Sägerundholz Anteil 6,4 Mio. fm (+13%), der Anteil an Industrierundholz 2,75 Mio. fm (+18%). Im Inland fehlten 2016 vorwiegend die guten Qualitäten für die Bauholzsortimente und die Brettsperrholzproduktion. Die Produktionen in diesem Segment sind weiter gestiegen, aber auch CE-Bauholzsortimente konnten wieder gut abgesetzt werden.

Dadurch stieg 2016 in weiterer Folge auch der Import von guten Schnittholzqualitäten. 2016 verzeichnet man ein Importplus von 10% auf ein hohes Niveau von 1,8 Mio. m³ Nadelschnittholz. Diesen Anteil hätte die Sägeindustrie gut mit der eigenen Produktionskapazität aus heimischen Rundholz produzieren können.

Logistik

Bei der Holzanlieferung 2016 gab es einen starken Trend zur elektronisch unterstützten Rundholzzufuhr. Mehrere namhafte Sägewerksbetriebe und die ÖBf haben in Kooperation mit den Frächtern bereits vollständig auf eine durchgehende elektronische Kommunikation beim Anlieferungsprozess umgestellt. Grundsätzlich gilt, je schneller Lieferinformationen bekannt sind, desto effizienter kann geplant werden. Eine durchgängige Dokumentation des Rundholzflusses ist damit sichergestellt. Die Sägewerke können so auf extreme Schwankungen beim Holzzulauf reagieren und die Planungszuverlässigkeit enorm steigern. Der gesamte Übernahmevorgang im Werk lässt sich schnell und effizient abwickeln. In diesem Bereich gilt die österreichische Sägebranche als Innovationstreiber im gesamten Logistik und Transportbereich in Mitteleuropa. Die zusätzlichen positiven Nebeneffekte sind die erleichterte Erfüllung der Anforderungen in Bezug auf die EU-Holzhandelsverordnung und die lückenlose Rückverfolgbarkeit des Rohstoffes. Voraussetzung dafür ist die gemeinsame „elektronische Sprache“ damit Schnittstellen und Systeme unterschiedlichster Art funktionieren. Diese Formate werden stetig gemeinsam mit FHP weiterentwickelt.

„Klimafitter Wald“

Die vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft gemeinsam mit FHP gestartete Kampagne „Holz verwenden ist gut für das Klima – Wir machen unseren Wald klimafit“ soll die Waldbesitzer in der nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Wälder unterstützen und die breite Öffentlichkeit zur vermehrten Verwendung von Holz motivieren.

Österreichische Holzhandelsusancen (ÖHU)

Seit kurzem können die „Österreichischen Holzhandelsusancen 2006“ wieder bei der Service GmbH der WKÖ bezogen werden. Die ÖHU geben rechtliche und wirtschaftliche Sicherheit am nationalen und internationalen Holzmarkt.

Um mehr Transparenz auf internationalen Rund- und Schnittholzmärkte sicherzustellen, bietet der Fachverband der Holzindustrie seit 2017 eine englische Version der ÖHU 2006 an.

Der Fachverband unterstützt Schulungsprogramme, die auf alle Besonderheiten des österreichischen Holzmarktes eingehen, welche über das Holztechnikum Kuchl auch Fachgruppen und Firmenintern individuell angeboten werden.

„FHP Anlagenfit Programm“

Der Fachverband der Holzindustrie empfiehlt im Hinblick auf die höhere Akzeptanz und bessere Rechtssicherheit die Umstellung auf MAWM (Messanlage für die Ermittlung von wertbestimmenden Merkmalen) und unterstützt mit der Kooperationsplattform Forst-Holz-Papier (FHP) alle Sägewerksbetriebe mit einem einmaligen Förderbetrag bei der Umstellung.

Nur bei der Eichung nach MAWM werden alle wertbestimmenden Merkmale wie Abholzigkeit, Krümmung und Zopfdurchmesser geeicht ermittelt, dürfen angezeigt und für Umreihungsprozesse verwendet werden. Rundholzmessanlagen die so “Anlagenfit“ konfiguriert sind, entsprechen ohne zusätzliche Vereinbarungen vollständig dem aktuellen Stand der Technik und den rechtlichen Vorgaben laut ÖNORM L1021 und dem MEG (Maß- und Eichgesetz). Ist eine Rundholzmessanlage als RHMA nach dem alten Eichsystem geeicht, so dürfen neben dem Volumen nicht geeicht ermittelte wertbestimmende Merkmale auch nicht mehr angezeigt werden. Für die Verwendung für Umreihungsprozesse bedarf es einer speziellen Vereinbarung im Kaufvertrag. Diese wurden in den Musterschlussbriefen von FHP berücksichtigt.

Das Holztechnikum Kuchl unterstützt den Fachverband der Holzindustrie bei der Betreuung der österreichischen Sägebetriebe während des Umstellungsprozesses. Die Experten unterstützen Sie auf Wunsch bei der Erstellung aller erforderlichen Dokumente. Eine zusätzliche Überprüfung der elektronischen FHP Protokolle soll Ihnen Optimierungspotenziale bei den Umreihungsprozesse aufzeigen, aber vor allem auch Rechtssicherheit beim Übernahmeprozess schaffen. 2017 finden am Holztechnikum Kuchl wieder verstärkt ergänzende Informationsveranstaltungen statt.

Aus- und Weiterbildung für die Sägeindustrie verstärkt

Auf Initiative des Fachverbandes der Holzindustrie wurden die Schulungsmaßnahmen für die CE-Zertifizierung von Bauholz verstärkt. Auch Dachlatten können für den deutschen Markt CE-gekennzeichnet werden, wenn eine entsprechende Qualitätssicherung im Betrieb nachgewiesen wird. Die Marktaufsicht in diesem Bereich wird im gesamten Baubereich in den nächsten Jahren verstärkt werden.

2017 fand erstmals ein Workshop zur richtigen Umsetzung des ISPM15 (IPPC) Standards in Kuchl statt. Der ISPM15-Standard regelt seit Jahren die verpflichtende phytosanitäre Behandlung von Verpackungsmaterial. Speziell im Export nach Italien wird die Einhaltung der österreichischen Verordnung streng kontrolliert.

Schwerpunkt Zertifizierung

Neben der gesetzlichen Vorgabe der CE-Kennzeichnungsverpflichtung der Bauprodukte Verordnung erfordern speziell die freiwilligen Nachhaltigkeitszertifikate einen immer höheren Verwaltungsaufwand.

Seit diesem Jahr bearbeitet die neue Arbeitsgruppe (ARGE) Zertifizierung, bestehend aus Vertretern der Papier, Plattenindustrie und Sägeindustrie, die Agenden der Nachhaltigkeitszertifizierungen fokussiert auf nationaler und internationaler Ebene. In der 2016 gegründeten ARGE-Zertifizierung sollen Erfahrungen und Kompetenzen gebündelt werden. Der Fachverband der Holzindustrie pflegt sehr gute Kontakte zu den internationalen Verbänden.

Quelle: Branchenbericht der Österreichischen Holzindustrie 2016/2017

Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Informationen und Berichte zum Thema Rohstoff.

Inhaltsübersicht