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Kompetenzbereich Rohstoff

Fachverband Holzindustrie informiert zum Thema

Kompetenzbereich Rohstoff

Der Bereich Rohstoffmanagement wird im Fachverband der Holzindustrie seit 2016 verstärkt bearbeitet. Zahlreiche Unternehmen der Säge- und Platenindustrie entsenden regelmäßig ihre Experten in den Rohstoff Ausschuss. Dort werden die zahlreichen Maßnahmen nach Priorität gereiht und entsprechend ihrer Aktualität umgesetzt. Der Rohstoffausschuss hat zwei Vorsitzende: Mag. Herbert Jöbstl für die Sägeindustrie und Dr. Erlfried Taurer für die Plattenindustrie..

Auf den traditionellen Exportmärkten der Holzindustrie – Deutschland und Italien – ist nach wie vor eine Belebung spürbar, vom osteuropäischen Wachstum und der positiven Konjunktur profitiert auch die Holzbranche. Der heimische Markt läuft sehr zufriedenstellend. Einzig der Levante Markt bleibt weiterhin hinter den Erwartungen zurück. Tendenzen zeigen aber auch hier eine Stabilisierung und die gut vernetzte Holzbranche konnte wieder neue Absatzmärkte finden. Die Unterstützung durch die AußenwirtschaftsCenter der Wirtschaftskammer Österreich ist hier besonders wichtig und auch  die Maßnahmen, wie die promo_legno Intitiative in Italien oder die European Wood Initiative in China bereiten den Markt vor.

FHP-Holzbilanz

In der FHP-Holzbilanz werden Daten der gesamten Wertschöpfungskette Forst Holz Papier lückenlos erhoben, um Informationsdefizite zu verringern und umfassende Branchenkenntnisse aufzubauen. Holzmarkt und Holzströme werden gesamthaft erfasst und die daraus gewonnenen Erkenntnisse zur Verfügung gestellt. Das Ziel der Holzbilanz ist es, das gesamte Aufkommen an Holz- und Holzprodukten deren Verwendung gegenüber zu stellen und somit Kenntnis über den Holzeinsatz speziell im Inland zu gewinnen. Für Sägerundholz, Industrierundholz, Sägenebenprodukte, Rinde (Rindenprodukte) und Energieholz (Brennholz, Waldhackgut) werden Importmengen, Exportmengen, Inlandsmengen sowie der entsprechende stoffliche und energetische Gesamtverbrauch bzw. das Aufkommen im Überblick dargestellt.

Die FHP-Holzbilanz wird mit den Partnern aus Forst-, Holz- und Papierindustrie im gleichnamigen Arbeitskreis erstellt und bildet eine vertrauenswürdige Datenbasis für die Kooperationspartner. 2017 betrug der Holzeinschlag rund 18,5 Mio. Festmeter (fm), das entspricht einer Steigerung von knapp 1 Mio. fm gegenüber 2016. Bis Sommer 2017 prognostizierten die heimischen Forstbetriebe einen leichten Rückgang bei den heimischen Rundholzmengen. Bedingt durch Windwürfe und extreme Hitzeperioden, gleichzeitig mit wenig Niederschlag, haben die Käferholzkalamitäten im Sommer 2017 rasant zugenommen. Teile Oberösterreichs und Niederösterreichs waren regional unterschiedlich stark betroffen. Die Lage war für manche Forstbetriebe existentiell bedrohlich. Innerhalb kürzester Zeit waren gemeinsame Maßnahmen mit Politik und Betrieben gefunden. Innerhalb weniger Monate konnte die Sägeindustrie knapp 1 Mio. fm mehr an heimischem Rundholz aufnehmen. Dies hatte eine kurzfristige Reduktion der Einkaufspreise zur Folge, die letztendlich aber über dem Jahresdurchschnitt, nahezu auf dem gleichen Niveau wie 2016, geblieben sind

Im In- und Ausland konnte die Nachfrage nach Schnittholz auch 2017 um einige Prozentpunkte zulegen. Anfang 2017 fehlten allerdings die benötigten Rohstoffmengen im Inland. Diese konnten kurzfristig mit höheren Rundholzimporten +7% (Q1 2017:2016) aus dem benachbarten Einzugsgebiet kompensiert werden.

2017 betrug das Inlandsaufkommen von Sägerundholz 9,83 Mio. fm (+9%) und der Anteil an Industrierundholz 3,24 Mio. fm (+2%). In weiterer Folge sank auch der Import von Schnittholzqualitäten.(welchen Qualitäten?) Das mittlere Niveau der letzten Jahre von rund 1,75 Mio. m³ Nadelschnittholz wurde 2017 erreicht. (Wiederlegt den vorherigen Satz?) Die heimischen Produktionskapazitäten waren in der zweiten Jahreshälfte vermehrt mit heimischem Rundholz versorgt. Sowohl in der Säge- als auch in der Plattenindustrie lief die Produktion auf sehr gutem Niveau.

2016 und 2017 gab es einen starken Trend zur elektronisch unterstützten Rundholzzufuhr in die Sägewerke. Mehrere namhafte Sägewerke und die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) haben in Kooperation mit den Frächtern bereits vollständig auf eine durchgehend elektronische Kommunikation beim Anlieferungsprozess umgestellt. Grundsätzlich gilt, je schneller Lieferinformationen bekannt sind, desto effizienter kann geplant werden. Eine durchgängige Dokumentation des Rundholzflusses ist damit sichergestellt. Die Sägewerke können so auf extreme Schwankungen beim Holzzulauf reagieren und die Planungszuverlässigkeit enorm steigern. Der gesamte Übernahmevorgang im Werk lässt sich schnell und effizient abwickeln. In diesem Bereich gilt die österreichische Holzindustrie als Innovationstreiber im gesamten Logistik und Transportbereich in Mitteleuropa. Die zusätzlichen positiven Nebeneffekte sind die erleichterte Erfüllung der Anforderungen in Bezug auf die EU-Holzhandelsverordnung und die lückenlose Rückverfolgbarkeit des Rohstoffs. Voraussetzung dafür ist die gemeinsame „elektronische Sprache“, damit Schnittstellen und Systeme unterschiedlichster Art funktionieren. Diese Formate werden stetig gemeinsam mit FHP weiterentwickelt. Derzeit ist eine Version 2.0 im Entstehen. Gemeinsam mit den deutschen Forst- und Industriepartnern wird an einer mitteleuropäischen Lösung gearbeitet. Als große Herausforderung bleiben die fehlenden Gesamtlogistikkonzepte, sowohl für Straße, Schiene und Containerlogistik. Hier fehlen verkehrspolitische Lenkungsmaßnahmen.

Nachhaltig mehr ernten

In der Struktur des österreichischen Waldes ist der Kleinbesitz (< 200 ha) vorherrschend. Kleinwaldbesitzer sehen oft keine Vorteile in der Pflege und Nutzung ihres Waldes, und damit steigen die Reserven an ungenütztem Holz kontinuierlich an. Dem steht gegenüber, dass die Industrie durch ständige Kapazitätserhöhungen immer mehr an Rohstoff benötigt. Die Holzindustrie hat sich zum Ziel gesetzt, die Mobilisierung in Österreichs Wäldern mit effizienten Initiativen anzukurbeln.

  • Analyse der aktuellen Situation (insbesondere Differenzmenge auf die Zielvorgabe, Veränderungen im Waldbau, Zusammensetzung der Sortimente) u. a. durch bereits vorhandene Studien und wissenschaftliche Arbeiten bzw. durch Beauftragung solcher Arbeiten im Bedarfsfall
  • Erarbeitung und Festlegung von kurzfristig umsetzbaren Pilotprojekten (die zur weiteren Nachahmung dienen)
  • Erarbeitung einer langfristigen Vorschau, die markt- und gesellschaftspolitische Veränderungen und Trends berücksichtigt

Ein gesamtheitliches Strategiepapier, das auch einen zeitlichen Umsetzungsplan beinhaltet, ist der Walddialog.

Walddialog

„Der Österreichische Walddialog ist ein offener, kontinuierlicher und partizipativer Politikentwicklungsprozess. Er ist ein Musterbeispiel für New Public Governance“, so Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger beim letzten Runden Tisch des Walddialoges. Das Modell des Walddialogs findet national und international hohe Beachtung und Wertschätzung. Der Fachverband gestaltet seit Jahren den Walddialog mit und unterstützt gezielt zahlreiche Initiativen.

Klimafitter Wald

Die vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus betreute Kampagne Holz verwenden ist gut für das Klima – Wir machen unseren Wald klimafit soll die Waldbesitzer in der nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Wälder unterstützen und die breite Öffentlichkeit zur vermehrten Verwendung von Holz motivieren. Der Fachverband unterstützt dieser Kampagne.

Österreichische Holzhandelsusancen (ÖHU)

Die Österreichischen Holzhandelsusancen 2006 (dritte unveränderte Auflage) können bei der Service GmbH der Wirtschaftskammer Österreich bezogen werden. Sie geben rechtliche und wirtschaftliche Sicherheit am nationalen und internationalen Holzmarkt. Nun bietet der Fachverband der Holzindustrie auch eine englische Version der ÖHU 2006 an, um mehr Transparenz auf den internationalen Rund- und Schnittholzmärkten sicherzustellen. 

Der Fachverband der Holzindustrie unterstützt Schulungsprogramme, die auf alle Bereiche und Besonderheiten des österreichischen Holzmarktes eingehen. Diese werden über das Holztechnikum Kuchl angeboten – auch individuelle Schulungen für Fachgruppen- oder  Firmen sind möglich.

FHP Anlagenfit Programm

Der Fachverband der Holzindustrie empfiehlt im Hinblick auf die höhere Akzeptanz und bessere Rechtssicherheit die Umstellung auf MAWM (Messanlage für die Ermittlung von wertbestimmenden Merkmalen) und unterstützt mit der Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) alle Sägebetriebe mit einem einmaligen Förderbetrag bei der Umstellung. Bis Jahresende sind 70% der Rundholzmengen auf den empfohlenen Anlagen abgewickelt. Innerhalb der zweijährigen eichtechnischen Überwachungsperiode stellen die Unternehmen ihre Rundholzmessanlagen nach und nach um.    

Nur bei der Eichung nach MAWM werden alle wertbestimmenden Merkmale wie Abholzigkeit, Krümmung und Zopfdurchmesser geeicht ermittelt, dürfen angezeigt und für Umreihungsprozesse verwendet werden. Rundholzmessanlagen die so „Anlagenfit“ konfiguriert sind, entsprechen ohne zusätzliche Vereinbarungen vollständig dem aktuellen Stand der Technik und den rechtlichen Vorgaben laut ÖNORM L1021 und dem MEG (Maß- und Eichgesetz). Ist eine Rundholzmessanlage als RHMA nach dem alten Eichsystem geeicht, so dürfen neben dem Volumen nicht geeicht ermittelte, wertbestimmende Merkmale auch nicht mehr angezeigt werden. Für die Verwendung für Umreihungsprozessen ist eine spezielle Vereinbarung im Kaufvertrag notwendig. Diese wurde im FHP-Musterschlussbriefe berücksichtigt.

Während des Umstellungsprozesses werden die Sägewerke durch das Holztechnikum Kuchl und den Fachverband der Holzindustrie betreut. Auf Wunsch helfen Experten bei der Erstellung aller erforderlichen Dokumente. Eine zusätzliche Überprüfung der elektronischen FHP-Protokolle soll nicht nur Optimierungspotenziale bei den Umreihungsprozessen aufzeigen, sondern vor allem auch Rechtssicherheit beim Übernahmeprozess schaffen.

In einer Grundsatzvereinbarung haben nun Präs. Ök.Rat Franz Titschenbacher, Vorsitzender des Ausschusses für Forst- und Holzwirtschaft der Landwirtschaftskammer Österreich, und Mag. Herbert Jöbstl, Vorsitzender der österreichischen Sägeindustrie, klar gemacht, dass kein Weg an einer transparenten und wettbewerbsneutralen Rundholzvermessung und -übernahme vorbei führt. Neben der ÖHU 2006, der ÖNORM L 1021 und der Eichung der Anlage gibt es zahlreiche zusätzliche Klarstellungen.

Schwerpunkt Zertifizierung

Neben der gesetzlichen Vorgabe der CE-Kennzeichnungsverpflichtung der Bauprodukteverordnung erfordern speziell die freiwilligen Nachhaltigkeitszertifikate einen immer höheren Verwaltungsaufwand.

Seit 2017 bearbeitet die Arbeitsgruppe (ARGE) Zertifizierung, bestehend aus Vertretern von Papier, Plattenindustrie und Sägeindustrie, die Agenden der Nachhaltigkeitszertifizierungen auf nationaler und internationaler Ebene. In der ARGE Zertifizierung sollen Erfahrungen und Kompetenzen gebündelt werden. Der Fachverband der Holzindustrie pflegt regelmäßige Kontakte zu den internationalen Verbänden.

PEFC - Garant zum Erhalt gesunder Wälder

PEFC ist der Nachweis, dass Holz und daraus gefertigte Produkte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen. Weltweit waren Ende 2016 erstmals über 300 Mio. Hektar Waldfläche PEFC-zertifiziert. Damit ist PEFC das größte Holzzertifizierungssystem der Welt.

In Österreich waren im Dezember 2016 mit 2,98 Mio. Hektar Wald bereits über 70 Prozent der Waldfläche PEFC-zertifiziert. Entlang der Verarbeitungskette ("Chain of Custody") wurden hierzulande 465 Zertifikate mit 558 Standorten (vom Sägewerk, über Platten- und Papierindustrie bis hin zur Möbelbranche und Druckereien) ausgegeben (Stand 12/2016). Ein PEFC-Gruppenzertifikat für Druckerei-Klein und Mittelbetriebe umfasste bis zum Jahresende 23 Betriebe. Auf diese Weise entstanden nur mehr noch geringe Kosten für Zertifizierung der KMUs.

Im Aktionsplan zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung ist festgelegt, bei der Beschaffung holzrelevanter Produkte das PEFC-Zertifikat als Nachweis nachhaltiger Waldbewirtschaftung vorzulegen. Es sind folgende Produktgruppen betroffen: Papier aus Frischfasern, Möbel, Bauholz, Sockelleisten, Ausbauplatten aus Holz und Holzwerkstoffen, Bodenbeläge aus Holz und Holzwerkstoffen inkl. Laminatbodenbeläge und Büromaterial.

Im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung werden alle fünf Jahre die Zertifizierungssysteme der nationalen PEFC-Mitglieder umfassend und transparent überarbeitet und einer Wiederanerkennung durch PEFC International unterzogen. Ein wesentlicher Teil der Tätigkeiten betraf 2016 die Überarbeitung der technischen Dokumente zur Wiederanerkennung des PEFC-Systems in Österreich. 

PEFC ist in Österreich alternativlos, dass haben zahlreiche FHP Gremien 2017 wieder bestätigt. Die vereinfachte Abwicklung der Prozessüberwachung geht nur, wenn die Lieferanten auch PEFC zertifiziert sind.  An einer PR Kampagne vom Forst bis zum Endkonsumenten wird nun verstärkt gearbeitet. Gebäude aus PEFC zertifiziertem Holz hergestellt,  müssen mehr bekannt gemacht werden. Zertifizierte Produkte sollen verstärkt mit dem PEFC Logo versehen werden. 


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