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Säge

Schnittholzmärkte zeigten positiven Trend in nahezu allen Absatzmärkten

Im Gesamtjahr 2017 und auch im ersten Halbjahr 2018 zeigten die Schnittholzmärkte in nahezu allen Absatzmärkten einen positiven Trend. Die österreichische Sägeindustrie konnte darauf reagieren und die Schnittholzproduktion von 2015 bis 2017 um rund 10% erhöhen. Ebenso konnte 2017 erneut ein Exportplus von rund 3% gegenüber 2016 erreicht werden. Die Sägewerke konnten auch wieder internationale Marktanteile gewinnen. Durch die im Sommer kurzfristig auftretenden Schadereignisse in Österreich war es 2017 erstmals seit langem wieder möglich, heimisches Rundholz verstärkt aufzunehmen. Nur durch die stetige Effizienzsteigerung und starke Innovationskraft der österreichischen Unternehmen konnten die Nachteile bei den relativ hohen Rohstoff-, Energie- und Arbeitskosten im äußerst kompetitiven internationalen Wettbewerb ausgeglichen werden.

Deutschland war für den europäischen Markt weiterhin ein wichtiger „Treiber“. Das größte Exportland – mit einem leicht positiven Trend gegenüber dem Vorjahr – bleibt aber weiterhin Italien. Verpackungsholz wurde sehr stark nachgefragt. Den relativ größten Exportzuwachs verzeichneten China und die USA. Verleimte und vermehrt vorgefertigte Bauholzprodukte konnten einen wesentlichen Zuwachs verzeichnen. Der heimische Markt entwickelte sich bei allen Produkten ebenso positiv. Die Aktivitäten von proHolz zeigen in allen Bereichen positive Wirkung. Durch die Expertisen des Fachverbandes werden Europäische Standards für den modernen Wohnbau weltweit vermehrt nachgefragt.

Nadelsägerundholz: Heimisches Rundholz vermehrt aufgenommen

In manchen Regionen fehlte im ersten Halbjahr 2017 „frisches“ Sägerundholz. Nach Aufarbeitung der Schadholzmengen im Herbst wurde wieder mehr sägefähiges Holz zu den Sägewerken geliefert. Trotz großer Schadholzmengen im benachbarten Ausland und der Erfüllung bestehender Verträge, konnten kurzfristig knapp 1 Mio. Erntefestmeter mehr heimisches Holz verarbeitet werden. Im Großen und Ganzen hat das regionale Krisenmanagement sehr gut funktioniert. Die Holzpreise waren im zweiten Halbjahr 2017 leicht rückläufig, aber über das ganze Jahr betrachtet, nur gering unter dem Niveau von 2016. Witterungsbedingt blieben leider am Ende des ersten Quartals 2018 viele Abfuhrmöglichkeiten in einigen Regionen versperrt. Daraus ergaben sich kurzfristig regionale Engpässe, was zur Folge hatte, dass die Mengen an importiertem Rundholz kurzfristig wieder größer wurden.

Im Gesamtjahr 2017 sind rund 5,9 Mio. Festmeter (fm) Nadelsägerundholz nach Österreich importiert worden (2016: rund 6,2 Mio. fm). Die Lieferungen aus dem größten Importland Tschechien nahmen durch die dort massiv aufgetretenen Windwürfe um 5% (2,8 Mio. fm) zu. Die Importe aus Slowenien sanken um rund 300.000 fm auf 1,0 Mio. fm. Durch den frühen, starken Wintereinbruch 2017 konnten die Mengen erst im Frühjahr 2018 wieder zu den Sägewerken transportiert werden.

Die österreichische Sägeindustrie ist derzeit ausreichend mit Sägerundholz versorgt, wobei immer wieder regional unterschiedliche Engpässe auftreten.

Inländisches Holz hat immer höchste Priorität. Wichtig ist die kontinuierliche und planbare Versorgung mit allen Sortimenten über das ganze Jahr verteilt.

Schlüssel bleibt die Rohstoffversorgung

Die Forstbetriebe melden aus Niederösterreich und Oberösterreich wieder enorme Kalamitätsmengen und rechnen teilweise mit Totalausfällen bei der Rundholzverfügbarkeit in den nächsten Jahren. Den betroffenen Gebieten wird durch Abnahmesicherstellung geholfen. Die Unterstützung der Politik sowie eine optimale Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette sind notwendig.

Aus Sicht der Industrie bleibt zu hoffen, dass die generell gute Nachfrage nach Holzprodukten bedient werden kann. In jenem Kleinwald, der vom Borkenkäfer nicht betroffen ist, muss ganzjährig verstärkt Rundholz mobilisiert werden. Derzeit laufen zahlreiche Mobilisierungsmaßnahmen. Durch die starke Zunahme von hoffernen WaldbesitzerInnen wird das Problem, ausreichend Holzerntemengen zu mobilisieren, immer größer; mittelfristig werden zudem Mengen aus den Schadholzflächen fehlen. Der Staatswald und die Großforstbetriebe liefern nahezu konstant, wobei auch dort noch teilweise Steigerungspotential vorhanden ist. Die Sägeindustrie bleibt eine stabile Abnehmerin mit hoher Aufnahmekapazität. Seit Jahrzehnten bringt sie den Forstbetrieben sichere Einnahmen auf sehr gutem Niveau.

Als große Herausforderung bleiben die fehlenden Transportlogistikkonzepte, insbesondere bei Straße und Schiene sowie bei Containerlogistik.

Schnittholz 2017 und auch 2018 gut nachgefragt

Nach Jahren der Reduktion ist bei der österreichischen Sägeindustrie seit 2015 wieder eine Aufwärtstendenz zu erkennen. So wird auch für das erste Halbjahr 2018 ein steigendes Produktionsniveau gegenüber dem 2017 erwartet.

2017 wurden insgesamt 16,2 Mio. Festmeter (fm) Sägerundholz eingeschnitten. Die Schnittholzproduktion (Nadel- und Laubholz) betrug rund 9,6 Mio. m³ und liegt damit wieder über dem Durchschnittsniveau der letzten 10 Jahre. Für 2018 werden moderate Wachstumszahlen gemeldet.

Die österreichische Sägeindustrie ist ein großer und sehr erfolgreicher Industriebereich mit über 1.000 aktiven Betrieben mit annähernd 6.000 Beschäftigten. Rund 80% der in Österreich manipulierten festen Biomasse Holz läuft über die Sägeindustrie und ist damit das Rückgrat für die Holzbranche. Viele Sägewerke haben eine Erhöhung der Wertschöpfung und eine Erweiterung des Produktportfolios erreicht. Die österreichische Sägeindustrie ist fast ausschließlich klein- und mittelbetrieblich strukturiert und ein sehr wichtiger Faktor für die Außenhandelsbilanz Österreichs. Die größten acht Betriebe erzeugen rund 50%, die 40 Größten knapp 90% der Gesamtproduktion an Nadelschnittholz. Die restlichen 10% teilen sich die rund 960 Klein- und Mittelbetriebe auf, die speziell für die regionale Wertschöpfung wichtig sind und in den strukturschwachen Regionen eine große Bedeutung haben.

Nadelschnittholz Export

Rund 60% der heimischen Schnittholzproduktion gehen in den Export, deswegen kommt der Entwicklung der Weltmärkte eine besondere Bedeutung zu. Der Nadelschnittholz–Export (NSH) betrug 2017 rund 5,5 Mio. m³ und steigerte sich somit um rund 2,4% (2016: noch 5,32 Mio. m³). Allein im Nadelschnittholzbereich (ohne Hobelware) stieg der Exportwert um 3% auf rund 1,4 Mrd. Euro. 

Die Geschäfte im Hauptmarkt Italien entwickelten sich wieder positiver als die Jahre zuvor. In absoluten (vorläufigen) Zahlen sind das 2,6 Mio. m³ im Jahr 2017, das entspricht rund 45% des gesamten Exports und einer Steigerung von rund 8%. Besonders ist die hohe Nachfrage nach Verpackungsholz zu erwähnen. Erstmals seit Jahrzehnten konnten die Nachfrage aus Italien von Österreich nicht mehr bedient werden. Das liegt einerseits am steigenden Bedarf an neuen Produkten und der Öffnung neuer Märkte und andererseits auch an der hohen Nachfragekonkurrenz in Deutschland. Ein erneuter bemerkenswerter Anstieg um rund 4% bei den Exporten nach Deutschland auf 954.000 m³ (2016: 915.000 m³) war auf die weiterhin starke Kaufkraft und die Wohnbauinitiativen zurückzuführen. Holz bietet hier ideale Lösungen auf höchstem Niveau und hohem Vorfertigungsgrad - vom Einfamilienhaus über den Ingenieurholzbau bis hin zum mehrgeschossigen Wohnbau im urbanen Bereich. Insgesamt konnte der Absatz auf den restlichen europäischen Märkten auch bei den höherwertigen Produkten zulegen.

Die noch immer unsicheren politischen Strukturen in den Levante-Staaten führen zu schwierigen Verhältnissen. Algerien veranlasste kurzfristig extrem marktverändernde Einfuhrstopps, andere Märkte erholten sich in Nordafrika kaum. In der anhaltenden Kriegsregion können nach wie vor keine Mengen abgesetzt werden. Ein Rückgang um rund 16% auf 795.000 m³ (2016: 951.000 m³) war die Folge.

Laubschnittholz

Nach dem niedrigen Niveau von 2014 (134.000 m³) stieg die Produktion der Laubholzsägewerke 2016 wieder auf 153.000 m³ und letztendlich 2017 auf 172.000 m³ an. Leider fallen detailliertere statistische Auswertungen immer wieder den Harmonisierungswünschen der internationalen Gremien zum Opfer. Export- und Importzahlen sind daher nicht mehr aussagekräftig. Auch die Betriebe fordern bürokratische Reduktionen ein, daher verschwinden Zolltarifnummern nachhaltig.

Die Nachfrage nach Eichenschnittholz ist in den letzten Jahren weiter gestiegen; derzeit ist die Rundholzversorgung in dieser Holzart in Mitteleuropa gut. Einzig die kroatische Regierung steuert gezielt dagegen. Durch ein 2017 gesetztes Transportverbot für Eichenrund- und frischem Schnittholz werden so Marktströme. beeinflusst. Gegen diese, angeblich aus phytosanitären Gründen gerechtfertigte Maßnahme, protestieren die Verbände aus Österreich, Deutschland und Italien massiv. Die Laubholzsäger sind mit der steigenden Nachfrage auch im ersten Halbjahr 2018 zufrieden. Gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte sollen helfen, den Bereich „Wohnen mit Holz“ weiter zu beleben. Ein von der Holzforschung Austria initiiertes Bahneschwellenprojekt ist auf der Suche nach Alternativen zu Kreosot als Imprägniermittel und wird diesen Sommer abgeschlossen.

Länderübergreifende Bauholzsäger-Initiative für hochwertige Bauholzprodukte

Zahlreiche Initiativen im Rahmen des KMU-Aktionsplanes des Fachverbandes konnten gemeinsame Kommunikations- und Aktionsplattformen weiter ausbauen. Die CE-geprüften Markenprodukte Uso fiume, Uso trieste und MH Massivholz sind mit den italienischen Partnern abgestimmt und sichern damit auch den Produzenten in den ländlichen Regionen die regionale Wertschöpfung. Zahlreiche Weiterbildungsmaßnahmen für alle Säger wurden mit den Experten und Funktionären der Branche, sowie in enger Koordination mit den Fachgruppen, initiiert. Die engagierten KMU-Unternehmer freuen sich über Unterstützung aller Säger und gestalten beim Internationalen Holztag in Klagenfurt traditionell ihren Bauholzsäger-Stand, der als sich als Austauschplattform etabliert hat. Nun gilt es, diese noch stärker zu nutzen und direkt vor Ort Themen der Zukunft rechtzeitig anzusprechen. Zahlreiche Initiativen in den Bundesländern unterstützen die Aktionen auch mit Planern und Architekten. 

Neue Projekte für Profilholz im Innen- und Außenbereich

Der Verband der Europäischen Hobelindustrie (VEH) hat sich in den letzten Jahren zu einer internationalen Plattform für den Erfahrungsaustausch zu fachspezifischen Themen im Hobelbereich entwickelt. 2016 feierte der Verband sein 40-jähriges Jubiläum. 2017 lag der Fokus auf Terrasse und Fassade, wo die erhöhte Nachfrage die Märkte 2017 erneut positiv beeinflusste.

Zahlreiche Publikationen und die Güterichtlinien für Hobelwaren dienen den Praktikern und Unternehmern zur Anleitung für klare technische Lösungen und schaffen damit auch Rechtssicherheit. Der positive Trend zu Holz im Innen- und Außenbereich hält an. Die angewandte Forschungs- und Normungsarbeit wird in langjähriger Partnerschaft mit der Holzforschung Austria gepflegt. Die Betriebe in Mitteleuropa setzen auf TOP Qualitäten in der Hobelware.

Neues Forschungsprojekt „Long Life Decking“ in Tulln

Das dreijährige Branchenprojekt wurde im Februar 2017 gestartet. Projektpartner sind neun Unternehmen und drei Verbände, darunter der Fachverband der Holzindustrie Österreichs, sowie der VEH als einer der Initiatoren des Projekts. Auf dem Gelände der Garten Tulln wurde bereits eine 300 m² große Terrasse mit 74 Versuchsfeldern errichtet. Hier untersucht die Holzforschung Austria den Einsatz unterschiedlicher Materialien im Außenbereich und erprobt verschiedene Reinigungsmaßnahmen.

Aus- und Weiterbildung für die Sägeindustrie verstärkt

Auf Initiative des Fachverbandes der Holzindustrie wurden die Schulungsmaßnahmen für die Zertifizierung von Bau- und Schnittholz verstärkt. Auch Dachlatten können für den deutschen Markt CE-gekennzeichnet werden, wenn im Betrieb eine entsprechende Qualitätssicherung nachgewiesen wird. Diese wird im gesamten Baubereich in den nächsten Jahren intensiviert werden. In Deutschland wird schon jetzt genau geprüft.

2017 fand erstmals ein Workshop zur richtigen Umsetzung des ISPM15 (IPPC) Standards in Kuchl statt. Der ISPM15 Standard regelt seit Jahren die verpflichtende phytosanitäre Behandlung von Verpackungsmaterial. Speziell im Export nach Italien wird die Einhaltung der österreichischen Verordnung streng kontrolliert.

Darüber hinaus haben Sortierschulungen im Laubholzbereich die Hardwood Academy wieder mit Leben erfüllt. 


Informationssammlung zum Thema Säge

Kontakt:
DI (FH) Rainer Handl
Tel.: +43 1 712 26 01 - 18

Georg Loibnegger, BSc
Tel.: +43 1 712 26 01 - 22
sekretariat@saege.at

Bonitätsabteilung:  
Nicole Donato
Tel.: +43 1 712 26 01 – 32

Nina Stanka
Tel.: +43 1 712 26 01 – 32
bonitaet@holzindustrie.at