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Die österreichische Mineralölindustrie 2020

Erdöl-/Erdgasaufsuchung und Förderung: Aktuelle Kennzahlen

Erdöl- und Erdgasförderung in Österreich

In Österreich suchen und fördern OMV Austria Exploration & Production, RAG Exploration & Production und ADX VIE Erdöl und Erdgas im Wiener Becken (Niederösterreich) und in der Molassezone (Oberösterreich, Salzburg). Das im Wiener Becken geförderte Rohöl von OMV Austria E&P und ADX VIE wird per Rohrleitung zur Raffinerie Schwechat verpumpt. Das in Oberösterreich von der RAG E&P geförderte Rohöl wird mit Eisenbahn-Kesselwaggons ebenfalls in die Raffinerie Schwechat transportiert.

Wie in den vergangenen Jahren ist auch 2020 die Erdölförderung in Österreich zurückgegangen. Die gesamte Ölgewinnung sank im Jahresvergleich um 5,2 % auf 609.254 Tonnen (davon 594.789 Tonnen Erdöl ohne NGL), während laut Geologischer Bundesanstalt (GBA) die Naturgasförderung um 16,6 % auf rund 743 Millionen m³ sank. Von den insgesamt rund 609.000 Tonnen Erdöl (inkl. NGL) entfielen auf das Wiener Becken 89 %, die restlichen 11 % Erdöl wurden in der Molassezone (OÖ, Szbg) gefördert. Bei der Naturgasproduktion (inkl. Erdölgas) verteilten sich die 743 Mio. m³ auf das Wiener Becken mit 57,6 % (427.740.000 m³) und auf die Molassezone mit 42,4 % (315.317.000 m³).

Rohölimporte

Die Rohölimporte aus zahlreichen Ländern wie Kasachstan (2,73 Mio. t), Irak (1,12 Mio. t) und Russland (0,74 Mio. t) nach Österreich beliefen sich 2020 auf insgesamt rund 7,5 Mio. Tonnen (- 13,1 % geg. Vorjahr). Festzuhalten ist, dass es weiter keine Rohölimporte aus dem Iran gibt. Die deutlichsten Rückgänge bei den Importmengen 2020 sind aus Lybien (-82,8 % geg. Vorjahr) und Aserbaidschan (-63.1 % geg. Vorjahr). Die Anlieferung erfolgte zu nahezu 100 % per Pipeline vom Hafen Triest via TAL (Transalpine Ölleitung) und über die Adria-Wien-Pipeline (im Eigentum der OMV) nach Schwechat.

Um die inländischen Mineralölversorgung sicher zu stellen, sind jedes Jahr auch Importe von Fertigprodukten erforderlich. Bei Diesel (B0, hauptsächlich B7 und geringe Mengen B100) waren es 4,4 Millionen Tonnen (-8,5 % geg. Vorjahr), bei Benzin beliefen sich die Importe auf 551.000 Tonnen (-16,7 % geg. Vorjahr) und bei Heizöl Extraleicht auf 666.000 Tonnen (+9,9 % geg. Vorjahr). Die Lieferländer waren insbesondere Deutschland, Italien, Slowakei und Slowenien. Insgesamt betrugen die Importmengen an Kraftstoffen und HEL knapp über 5,6 Millionen Tonnen (-8,2 % geg. Vorjahr). Die Gesamtimportmenge an Mineralölprodukten (ohne Rohöl) belief sich 2020 auf 6,2 Millionen Tonnen (-11,4 % geg. Vorjahr). Die Ausfuhr von Mineralölprodukten machte 2020 rund 3,3 Mio. Tonnen aus (keine Veränderung zum Vorjahr).

Rohölverarbeitung

Die Raffinerie in Schwechat gehört der OMV und ist die einzige Raffinerie in Österreich. Sie umfasst eine Fläche von 1,42 km², ihre Rohölverarbeitungskapazität liegt bei 9,6 Mio. t pro Jahr.

2020 betrug die Raffinerie-Gesamtverarbeitung 8,1 Mio t Rohöl (2019: 9,3 Mio t). Die Kapazitätsauslastung lag bei 84% (2019: 97%). 8 % des verarbeiteten Rohöls stammten aus heimischer Förderung und ca. 92 % aus dem Ausland. An Halbfabrikaten wurden 0,6 Mio t verarbeitet (2019: 0,7 Mio t). Aus den eingesetzten Mengen hat die Raffinerie im Berichtsjahr 39% Dieselkraftstoffe, 23% Ottokraftstoffe, 12% Heizöle (Extraleicht, Leicht, Schwer), 13% petrochemische Grundstoffe, 4% Flugturbinenkraftstoff JET A1, 5% Bitumen und 4% sonstiges hergestellt. Dem Dieselkraftstoff und Benzin wurden biogene Treibstoffkomponenten zugemischt, insgesamt waren dies im Jahr 2020 rund 210.000t FAME und 120.000t Ethanol.

Mineralöllagerung

Für die tägliche Versorgung der österreichischen Bevölkerung und Wirtschaft mit Kraftstoffen und Heizölen sind neben den OMV-Tanklagern in der Lobau, St. Valentin, Graz und Lustenau unter anderem die Produkten-Tanklager von Eni, MOL, ETLB, und TBG von Bedeutung. Sie befinden sich mit Lagerkapazitäten über 1000 m³ in Graz, Linz, Salzburg, Klagenfurt, Fürnitz, Zirl, Korneuburg und Trofaiach. Für die vorgeschriebenen Pflichtnotstandsreserven (PNR) an Mineralölprodukten zur Krisenbewältigung gemäß Erdölbevorratungsgesetz 2012 (EBG) stehen insbesondere die Tanklager der Erdöl-Lagergesellschaft (ELG), der TAL (in Triest) sowie jene der OMV und der RAG zur Verfügung.

Erdgasspeicherung

Österreich hat Kapazitäten von etwa 8,4 Mrd. Kubikmeter, die sich auf OMV mit 2,2 Mrd. Kubikmeter und RAG mit 6,2 Mrd. Kubikmeter Arbeitsvolumen aufteilen. Das Gesamtspeichervolumen wird von österreichischen und auch von internationalen Unternehmen genutzt. Kaum ein anderes EU-Land verfügt, gemessen am Verbrauch, über so hohe Speicherkapazitäten. 

Mineralölverbrauch in Österreich

Der Mineralölverbrauch in Österreich betrug 2020 unter Einbeziehung aller Mineralölprodukte, wie Kraftstoffe, Gasöl für Heizzwecke (Heizöl extra leicht, HEL), Heizöl Leicht und Schwer, Schmiermittel und Bitumen, jedoch ohne petrochemische Grundstoffe, 9,8 Millionen Tonnen (-14,8 % gegenüber 2019). Der Verbrauch von Benzin und Diesel belief sich 2020 laut Verbrauchsstatistik des Bundesministeriums Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) in Österreich auf 7,64 Millionen Tonnen (- 12,3 %), was knapp 9,24 Milliarden Liter entsprach. Im Jahr davor waren es 8,75 Millionen Tonnen.

Teilt man den österreichischen Mineralölverbrauch auf (ohne Grundstoffe für Petrochemie), kommt man zu folgendem Ergebnis: Dieselkraftstoff nahm nahezu 64,2 % (Vorjahr 62,0 %) ein, gefolgt von Benzin mit 14,1 % (Vorjahr 14,4 %) und Heizöl Extraleicht mit 11,5% (Vorjahr 9,3 %).

Der Flugturbinenkraftstoff erreichte 2020 nur einen Anteil von 3,3 % (Vorjahr 8,3 %), die Heizöle (Leicht und Schwer) hielten mit insgesamt 64.000 Tonnen nur mehr einen Anteil von 0,7 %. Die restlichen 6,2 % teilten sich auf Bitumen mit 4,6 % (448.000 Tonnen), Flüssiggas (0,8 %) und Schmiermittel (0,8 %) auf. 

Rohölpreis

Der Preis für Brent-Rohöl lag 2020 mit durchschnittlich USD 41,92/bbl deutlich um beinahe 35 % unter dem Vorjahresniveau (USD 64,30/bbl) und zeigte im Jahresverlauf starke Schwankungen. Nach rund 64 US-Dollar, für die ein Barrel Brent-Rohöl Anfang des Jahres 2020 gehandelt wurde, sank der Preis bereits ab Februar in Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie ab. Ab Mitte März mit dem Start der Shutdown-Maßnahmen in den meisten westlichen Ländern folgte dann ein massiver Einbruch bis der Preis Ende März kurzfristig auf beinahe 22 US-Dollar fiel.Nach einem leichten Rückgang Ende Oktober auf unter 40 US-Dollar, begann ein kontinuierlicher Anstieg auf über 50 US-Dollar Anfang 2021. In den ersten Monaten 2021 setzte sich der Anstieg fort, die Notierungen lagen im weiteren Jahresverlauf 2021 in einer Bandbreite von 55 bis 75 USD pro Barrel. Der Preis für US-Rohöl (West Texas Intermediate – WTI) sank erstmals aufgrund auslaufender Termingeschäfte in der Geschichte unter Null US-Dollar.

Da die massiv niedrige Nachfrage nach Rohöl aufgrund der Coronakrise zum Zeitpunkt der Vereinbarung noch nicht abgesehen worden war, drohten nun die Lagerkapazitäten nicht auszureichen. Die Verkäufer mussten also riesige Mengen an Rohöl loswerden, ohne dabei auf Nachfrage zu treffen.

Tankstellenmarkt in Österreich

Zum Jahresende 2020 gab es in Österreich 2.733 öffentlich zugängliche Tankstellen. Es gab keine Veränderungen im Vergleich zu 2019. Bei den öffentlich zugänglichen Tankstellen unterscheidet der Fachverband zwischen den sogenannten 1.352 Major-Branded Tankstellen, die unter den Marken der Mitgliedsfirmen des Fachverbandes der Mineralölindustrie geführt werden (BP, Eni, JET, OMV/Avanti, Shell), und den 1.381 weiteren Tankstellen, wie z.B. von Genol, Avia, Turmöl A1 oder IQ. 

Im EU-Vergleich ist die Tankstellendichte in Österreich relativ hoch. In Deutschland versorgt eine Tankstelle 5.757 deutsche Bundesbürger. In Österreich kommen auf eine Tankstelle 3.277 Österreicher. Das dichte Tankstellennetz trägt einen wesentlichen Teil zur Versorgungssicherheit Österreichs bei. Neben der „24/7-Versorgung“ mit Kraftstoffen in Ballungszentren und auf Hauptverkehrsrouten gelten die Tankstellen als Nahversorger in ländlichen Regionen. 

KFZ-Statistik 

Zum 31. Dezember 2020 waren in Österreich 7.098.814 Kraftfahrzeuge (2019: 6.996.222) zum Verkehr zugelassen, davon waren 5.091.827 PKW und Kombis (+1%; 2019: 5.039.548). Der Anteil der Dieselfahrzeuge lag bei 2.762.273 bzw. 54,2%, 43,1% waren Benziner (davon 5.190 Flex-Fuel). Etwa 1,9 % wiesen einen sonstigen Antrieb (Flüssiggas, Erdgas, Hybrid) auf, 44.507 Pkw (2019: 29.523) verfügten über einen Elektroantrieb.