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Die österreichische Mineralölindustrie 2019

Erdöl-/Erdgasaufsuchung und Förderung: Aktuelle Kennzahlen

In Österreich suchen und fördern OMV und RAG-Exploration & Production Erdöl und Erdgas im Wiener Becken und in der Molassezone (Oberösterreich, Salzburg). Heimisches Erdöl und Erdgas, seit Jahrzehnten in Österreich gefördert, tragen somit nach wie vor in einem geringen Ausmaß zur Energieversorgung für Haushalte, Verkehr, Industrie und Stromerzeugung bei.

Wie in den vergangenen Jahren ist auch 2019 die Erdölförderung in Österreich zurückgegangen. Die gesamte Ölgewinnung sank im Jahresvergleich um 5,7 % auf 642.953 Tonnen (davon 626.877 Tonnen Erdöl ohne NGL), während laut Geologischer Bundesanstalt (GBA) die Naturgasförderung um 8,1 % auf rund 890,7 Millionen Kubikmeter sank.

Von den insgesamt rund 643.000 Tonnen Erdöl (inkl. NGL) entfielen auf das Wiener Becken 89 %, die restlichen 11 % Erdöl wurden in der Molassezone (OÖ, Szbg) gefördert. Bei der Naturgasproduktion (inkl. Erdölgas) verteilten sich die 890.700 m³ auf das Wiener Becken mit 53, 3 % (475.110 m³) und auf die Molassezone mit 46,7 % (415.600 m³).

Erdöl-/Mineralölimporte

Die Erdölimporte Österreichs betrugen 2019 insgesamt etwa 8,6 Millionen Tonnen Rohöl, plus 3,3 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Der Rohölbezug erfolgte in sehr unterschiedlichen Größenordnungen aus sechzehn Ländern. An der Spitze stand Kasachstan mit 3,36 Mio. Tonnen, gefolgt von Libyen mit 1,85 Millionen Tonnen und dem Irak mit 1,35 Millionen Tonnen.

Aus Aserbaidschan kamen 980.000 Tonnen. Die sonstigen Importmengen beliefen sich auf ein deutlich geringeres Ausmaß (siehe Tabelle). Festzuhalten ist, dass sich die beachtlichen Importmengen 2018 aus dem Iran wegen der US-Sanktionen im Berichtsjahr auf Null reduzierten.

Um die inländischen Mineralölversorgung sicher zu stellen, sind jedes Jahr auch Importe von Fertigprodukten erforderlich. Bei Diesel (B0, hauptsächlich B7 und geringe Mengen B100) waren es 4,9 Millionen Tonnen, bei Benzin beliefen sich die Importe auf 661.000 Tonnen und bei Heizöl Extraleicht auf 600.000 Tonnen.

Die Lieferländer waren insbesondere Deutschland, Italien, Slowakei und Slowenien. Insgesamt betrugen die Importmengen an Kraftstoffen und HEL knapp über 6,1 Millionen Tonnen. Die Gesamtimportmenge an Mineralölprodukten (ohne Rohöl) belief sich 2019 auf 7 Millionen Tonnen.

Erdölverarbeitung

2019 betrug die Raffinerie-Gesamtverarbeitung 9,3 Mio t Rohöl (2018: 9,1 Mio t). Die Kapazitätsauslastung lag bei 94% (2018: 91%). 7 % des verarbeiteten Rohöls stammten aus heimischer Förderung und ca. 93 % aus dem Ausland. An Halbfabrikaten wurden 0,7 Mio t verarbeitet (2018: 0,7 Mio t).

Aus den eingesetzten Mengen hat die Raffinerie im Berichtsjahr 39 % Dieselkraftstoffe, 23 % Ottokraftstoffe, 9 % Heizöle (Extraleicht, Leicht, Schwer), 11% petrochemische Grundstoffe, 10 % Flugturbinenkraftstoff JET A1, 4 % Bitumen und 4 % sonstiges hergestellt. Dem Dieselkraftstoff und Benzin wurden biogene Treibstoffkomponenten zugemischt, insgesamt waren dies im Jahr 2019 rund 220.000t FAME und 100.000t Ethanol.

Mineralöllagerung

Für die tägliche Versorgung der österreichischen Bevölkerung und Wirtschaft mit Kraftstoffen und Heizölen sind neben den OMV-Tanklagern in der Lobau, St. Valentin, Graz und Lustenau unter anderem die Produkten-Tanklager von Eni, MOL, SHELL und TBG von Bedeutung. Sie befinden sich mit Lagerkapazitäten über 1000 m³ in Graz, Linz, Salzburg, Klagenfurt, Innsbruck, Fürnitz, Zirl, Korneuburg und Trofaiach.

Für die vorgeschriebenen Pflichtnotstandsreserven (PNR) an Mineralölprodukten zur Krisenbewältigung gemäß Erdölbevorratungsgesetz 2012 (EBG) stehen insbesondere die Tanklager der Erdöl-Lagergesellschaft (ELG), der TAL (in Triest) sowie jene der OMV und der RAG zur Verfügung.

Erdgaslagerung

Österreich hat Kapazitäten von etwa 8,4 Mrd. Kubikmeter, die sich auf OMV mit 2,4 Mrd. Kubikmeter und RAG mit 6 Mrd. Kubikmeter Arbeitsvolumen aufteilen. Das Gesamtspeichervolumen wird von österreichischen und auch von internationalen Unternehmen genutzt. Kaum ein anderes EU-Land verfügt, gemessen am Verbrauch, über so hohe Speicherkapazitäten.

Mineralölverbrauch

Der Mineralölverbrauch in Österreich belief sich 2019 unter Berücksichtigung aller Mineralölprodukte, wie Kraftstoffe, Gasöl für Heizzwecke (Heizöl extra leicht, HEL), Heizöl Leicht und Schwer, Schmiermittel und Bitumen, jedoch ohne petrochemische Grundstoffe, auf 11,5 Millionen Tonnen (+1,9 % gegenüber 2018). Davon machte der Verbrauch von Benzin und Diesel im Berichtjahr laut Verbrauchsstatistik der Energiesektion im Bundesministerium Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) 8,75 Millionen Tonnen (+ 1,15 %) aus, was etwa 10,6 Milliarden Liter entsprach. Im Jahr davor waren es 8,65 Millionen Tonnen.

Teilt man den österreichischen Mineralölverbrauch auf (ohne Grundstoffe für Petrochemie), kommt man zu folgendem Ergebnis: Dieselkraftstoff nahm neuerlich nahezu 62 % ein, gefolgt von Benzin mit 14,4 % und Heizöl Extraleicht mit 9,3 %. Der Flugturbinenkraftstoff erreichte einen Anteil von 8,3 %, die Heizöle (Leicht und Schwer) hielten mit insgesamt 63.000 Tonnen nur mehr einen Anteil von 0,5 %. Die restlichen 5,5 % teilten sich auf Bitumen mit 4,3 % (498.000 Tonnen), Flüssiggas (0,7 %) und Schmiermittel (0,5 %) auf.

Preisentwicklung

Der Preis für Brent-Rohöl lag 2019 mit durchschnittlich USD 64,30/bbl um knapp 10 % unter dem Vorjahresniveau (USD 71,31/bbl) und zeigte im Jahresverlauf Schwankungen von rund 35 %. So betrug der Rohölpreis Anfang 2019 etwa 53 USD/bbl., nachdem er in den letzten Wochen des Jahres 2018 bereits nachgegeben hat. In den ersten Monaten 2019 wurde der Preisverfall wieder wettgemacht, die Notierungen lagen im weiteren Jahresverlauf in einer Bandbreite von 55 bis 75 USD pro Barrel.

Der Benzinpreis lag Anfang 2019 an heimischen Tankstellen bei etwa 1,17 Euro pro Liter, erhöhte sich im Mai auf bis zu 1,31 Euro und zeigte im weiteren Verlauf ein Preisniveau von 1,23 bis 1.27 Euro pro Liter. Der auf Grundlage des Preistranparenzgesetzes Mitte Dezember 2019 letzte vom FVMI erhobene Benzin-Durchschnittswert betrug 1,228 Euro. Bei Diesel verlief der Preisverlauf 2019 im Vergleich zu Benzin konstant im Ausmaß von 1.17 zu Jahresbeginn bis 1,21 Euro gegen Ende 2019. Lediglich im Mai kam es wie bei Benzin auch bei Diesel zu etwas höheren durchschnittlichen Tankstellenpreisen in Höhe von rund 1,25 Euro/Liter.

Tankstellen 

Zum Jahresende 2019 hat der FVMI insgesamt 2.733 öffentlich zugängliche Tankstellen erhoben. Dies stellt einen leichten Anstieg im Vergleich zu den 2.699 Tankstellen im Vorjahr dar. Hinzu kommen noch 286 Dieselabgabestellen für die Landwirtschaft. Die Erhebung unterscheidet zwischen zwei großen Gruppen von Tankstellen: Unter die sogenannten 1.353 Major-Branded Servicestationen fallen die Marken der FVMI-Mitgliedsunternehmen von BP, Eni, JET, OMV und Shell. Die andere Gruppe – 1.380 Tankstellen – setzt sich aus zahlreichen weiteren Tankstellenmarken, wie zum Beispiel Turmöl, Genol, Avia, A1, IQ, Disk oder LM-Energy, zusammen.

Im EU-Vergleich ist die Tankstellendichte in Österreich relativ hoch. In Deutschland versorgt eine Tankstelle 5.763 deutsche Bundesbürger. In Österreich kommen auf eine Tankstelle 3.264 Österreicher. Das dichte europäische Tankstellennetz ist die Grundlage für Mobilität der kraftstoffbetriebenen Fahrzeuge. Diese Infrastruktur trägt auch in Krisenzeiten zur Versorgungssicherheit der Bevölkerung bei. Insgesamt gibt es am Kontinent 138.314 Tankstellen.

KFZ-Zulassungen

Zum 31. Dezember 2019 waren in Österreich 6.996.222 Kraftfahrzeuge (2018: 6.895.596) zum Verkehr zugelassen, davon waren 5.039.548 PKW und Kombis (+1,2%; 2018: 4.978.852).

Der Anteil der Dieselfahrzeuge lag bei 2.772.854 bzw. 55,0%, 43,2% waren Benziner (davon 5.464 Flex-Fuel). Etwa 1,2 % wiesen einen sonstigen Antrieb (Flüssiggas, Erdgas, Hybrid) auf, 29.523 Pkw (2018: 20.831) verfügten über einen Elektroantrieb.