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Die österreichische Mineralölindustrie 2018

Zahlen, Daten und Fakten zum Mineralölmarkt

Erdöl- und Erdgasförderung in Österreich

OMV und RAG Austria AG suchen und fördern in Österreich Erdöl und Erdgas in wirtschaftlich relevanten Mengen im Wiener Becken (Niederösterreich) und in der Molassezone (Oberösterreich, Salzburg). Bei Erdöl ist die Förderung 2018 mit – 8,1 % neuerlich zurückgegangen und betrug inkl NGL 681.842 Tonnen (davon 664.009 Tonnen Erdöl im engeren Sinn).

Bei der Naturgasproduktion kam es 2018 im Vergleich zum Vorjahr zu einer markanten Reduktion von -44 % auf 969.223 Millionen m³n, davon 827.327 Millionen m³n im engeren Sinn (ohne Erdölgas). Bei der Erdölförderung (inkl. NGL) verzeichnete OMV 2018 einen Anteil von 88 % und die RAG Austria einen Anteil von 12 %. Von den rund 682.000 Tonnen Erdöl entfielen auf das Wiener Becken 89 %, die restlichen 11 % Erdöl (inkl. NGL) wurden in der Molassezone gefördert. Die Naturgasproduktion 2018 (inkl. Erdölgas) verteilte sich zu 85,5 % auf die OMV und zu 14,5 % auf die RAG. Im Wiener Becken betrug die Naturgasproduktion 50,5 % und in der Molassezone 49,5 %.

Die von der Geologischen Bundesanstalt (GBA) durchgeführten Berechnungen und Schätzungen der österreichischen Kohlenwasserstoffreserven ergaben mit Stichtag 31. Dezember 2018 Erdölreserven (inkl. NGL) von rund 5,6 Mio. Tonnen.  Dieser Wert bezieht sich auf die Summe der sicheren Vorräte. Die Reichweite der österreichweiten Reserven ist somit gleichgeblieben und umfasst bei Fortsetzung der 2018 geringeren Förderaktivitäten ca. 8 Jahresförderungen. An sicherem und wahrscheinlich gewinnbarem Naturgas exkl. Inerte beliefen sich die Reserven auf 7,6 Milliarden m³n, was beim Fördervolumen 2018 etwa knapp 8 Jahresförderungen entspricht.

Erdgasspeicherung

In Österreich betreiben OMV mit Schönkirchen und Tallesbrunn sowie RAG mit Puchkirchen, Haidach, Nussdorf/Zagling, Aigelsbrunn und 7Fields Erdgasspeicher. Die Speicher werden generell im Sommerhalbjahr befüllt und in der Heizperiode teilweise geleert. Österreich hat zuletzt Kapazitäten von etwa 8,4 Mrd. Kubikmeter erreicht, die sich auf OMV mit 2,4 Mrd. Kubikmeter und RAG mit 6 Mrd. Kubikmeter Arbeitsvolumen aufteilen. Das Gesamtspeichervolumen wird von österreichischen und auch von internationalen Unternehmen genutzt.

Erdölimporte 2018 

Im Berichtsjahr 2018 hat die OMV insgesamt 8,3 Millionen Tonnen Rohöl nach Österreich importiert, plus 13,5 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Der Rohölbezug erfolgte in sehr unterschiedlichen Größenordnungen aus vierzehn Ländern. An der Spitze stand Kasachstan mit knapp 3,1 Mio. Tonnen, gefolgt von Libyen mit 1,9 Millionen Tonnen, Iran mit 988.000 Tonnen und Aaserbaidschan mit 782.000 Tonnen.  

Zur Sicherstellung der inländischen Mineralölversorgung sind jährlich auch beachtliche Importmengen an Fertigprodukten erforderlich. Bei Diesel waren es im Vergleich zum Vorjahr unverändert rund 4,5 Millionen Tonnen, bei Benzin beliefen sich die Importe auf 725.000 Tonnen und bei Heizöl Extraleicht auf 591.000 Tonnen.

Die Lieferländer waren insbesondere Deutschland, Italien, Slowakei, und Slowenien. Insgesamt betrugen die Importmengen an Kraftstoffen und HEL rund 5,8 Millionen Tonnen. Die Gesamtimportmenge an Mineralölprodukten (ohne Rohöl) belief sich 2018 auf 6,9 Millionen Tonnen. Die Gesamtexporte von Mineralölprodukten betrugen etwa 3,6 Mio. Tonnen (vom Flüssiggas über OK, DK, HEL und Schmiermittel bis hin zu Bitumen). 

Für die Versorgung der Raffinerie in Schwechat bei Wien mit Rohöl aus dem Ausland sind zwei Pipelines verantwortlich: die Transalpine Ölleitung/TAL und die Adria-Wien-Pipeline im Eigentum der OMV. 

Erdölverarbeitung

Raffinerien verarbeiten Rohöle zu einer Vielzahl hochwertiger Produkte, welche von diversen gasförmigen und flüssigen Kraft- und Heizstoffen bis hin zu petrochemischen Grundstoffe, Schmierölen und Bitumen reichen. Die zugrundeliegenden Verfahren sind oft sehr komplex, die Anzahl der verschiedenen Anlagen ist dementsprechend hoch. Vier wichtige Verfahrensschritte begleiten die Verarbeitung von Rohöl: Destillation, Entschwefelung, Veredelung und Mischung.  

Die Raffinerie in Schwechat gehört der OMV und ist die einzige Raffinerie in Österreich.

Die Rohölverarbeitungskapazität der Raffinerie Schwechat liegt bei 9,6 Mio. t pro Jahr. In der Raffinerie Schwechat waren 2018 etwa 739 OMV-Mitarbeiter (inkl. Lehrlinge) beschäftigt. 

2018 betrug die Raffinerie-Gesamtverarbeitung 9,1 Mio t Rohöl (2017: 8,1 Mio t). Die Kapazitätsauslastung lag bei 94% (2017: 86%). 7 % des verarbeiteten Rohöls stammten aus heimischer Förderung und ca. 93 % aus dem Ausland. An Halbfabrikaten wurden 0,7 Mio t verarbeitet (2017: 0,9 Mio t). Aus den eingesetzten Mengen hat die Raffinerie im Berichtsjahr 39% Dieselkraftstoffe, 23% Ottokraftstoffe, 11% Heizöle (Extraleicht, Leicht, Schwer), 11% petrochemische Grundstoffe, 9% Flugturbinenkraftstoff JET A1, 4% Bitumen und 3% sonstiges hergestellt. Dem Dieselkraftstoff und Benzin wurden biogene Treibstoffkomponenten zugemischt, insgesamt waren dies im Jahr 2018 rund 210.000 t FAME und 90.000t Ethanol. 

Die Raffinerie Schwechat ist mit dem angeschlossenen Tanklager Wien-Lobau sowie dem Tanklager St. Valentin der größte Industriekomplex Österreichs. Die Lagerkapazitäten der Raffinerie inklusive der dazugehörigen Tanklager Schwechat, Lobau und St. Valentin belaufen sich insgesamt auf rund 3,4 Mio m³. 

Besonderes Forschungsprojekte der OMV in der Raffinerie Schwechat ist das ReOil Verfahren. Bei dem genannten Projekt wird Altkunststoff zu einem sogenannten synthetischen Rohöl umgewandelt. Die ReOil-Pilotanlage, mit einer Kapazität bis zu 100kg pro Stunde Altkunstoffe, ging Anfang 2018 in Betrieb. 

Tanklager

Für die tägliche Versorgung der österreichischen Bevölkerung und Wirtschaft mit Kraftstoffen und Heizölen sind die OMV-Tankläger in der Lobau, St. Valentin, Graz und Lustenau und die Produkten-Tankläger von BP, Danuoil, Eni, MOL und SHELL von Bedeutung. Für die vorgeschriebenen Pflichtnotstandsreserven (PNR) an Mineralölprodukten zur Krisenbewältigung gemäß Erdölbevorratungsgesetz 2012 (EBG) stehen insbesondere die Tankläger der Erdöl-Lagergesellschaft (ELG), der TAL (in Triest) sowie jene der OMV und der RAG zur Verfügung. 

Mineralölverbrauch 2018 

Der Mineralölverbrauch in Österreich betrug 2018 unter Einbeziehung aller Mineralölprodukte, wie Kraftstoffe, Gasöl für Heizzwecke (Heizöl extra leicht, HEL), Heizöl Leicht und Schwer, Schmiermittel und Bitumen, jedoch ohne petrochemische Grundstoffe, nahezu unverändert 11,3 Millionen Tonnen (+0,24 %).

Der Verbrauch von Benzin und Diesel belief sich 2018 laut Statistik des BMNT in Österreich auf 8,65 Millionen Tonnen, was knapp 10,5 Milliarden Liter entsprach. Der Absatz von Benzin erhöhte sich um 2,5 %. Der Verbrauch an Dieselkraftstoff stieg gegenüber 2017 um 0,6 % an und übertraf den schon im Vorjahr erzielten Spitzenwert neuerlich.

An Flugturbinenkraftstoff wurden 2018 an die 831.000 Tonnen verbraucht, um 12,4 % mehr als im Jahr davor. Der Absatz von Heizöl Extraleicht (HEL) betrug im Berichtsjahr 1,07 Mio. Tonnen, um 9,4 % weniger als 2017. In Volumen umgerechnet waren das knapp 1,3 Milliarden Liter Heizöl Extraleicht. 

Preisentwicklung von Benzin und Diesel 2018 

Der Durchschnittspreis von Benzin auf das Gesamtjahr 2018 bezogen betrug in Österreich 1,26 Euro/Liter, im Jahr davor waren 1,18 Euro/Liter. Der Durchschnittswert in der Europäischen Union für Eurosuper lag 2018 bei 1,43 Euro/Liter, somit um 17 Cent über dem Österreichwert.

Bei Diesel belief sich im Jahresdurchschnitt der heimische Tankstellenpreis auf 1,22 Euro/Liter, um etwa 11 Cent über dem Wert des Vorjahres. Der gewichtete Diesel-Durchschnittswert für alle EU-Länder betrug 2018 1,34 Euro/Liter. Der EU-Durchschnitt lag somit mit rund 12 Cent/Liter auch bei Diesel unverändert deutlich über dem Österreich-Durchschnitt. 

Die wesentlichen Komponenten des Benzinpreises haben sich Mitte Februar 2019 wie folgt zusammengesetzt: 58 % Mineralöl- und Umsatzsteuer, 34 % Produkt und 8 % Vertrieb. Bei Diesel betrug die steuerliche Belastung 51 %, der Produktanteil 41 % und der Vertrieb ebenfalls rund 8 %. Den größten Anteil der Einnahmen an der Zapfsäule erhielt somit der Staat.

Tankstellenstatistik 2018

Der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) unterscheidet in seiner jährlichen Tankstellenerhebung zwei große Gruppen: Unter die 1.357 sogenannten Major-Branded Tankstellen fallen die Marken der FVMI-Mitgliedsunternehmen von BP, Eni, JET, OMV (+ Avanti) und Shell.

In der anderen Gruppe befanden sich zu Jahresende 2018 weitere 1.342 Tankstellen, wie z. B. von Turmöl, Genol, Avia, A1, DISKONT  oder IQ. Zum Jahresende 2018 wurden vom FVMI insgesamt somit 2.699 öffentlich zugängliche Tankstellen erhoben – ein leichter Anstieg im Vergleich zu den 2.685 Tankstellen im Jahr davor. Dazu kamen noch 286 Dieselabgabestellen für die Landwirtschaft.

Die Verteilung unter den 1.357 Major-Branded Tankstellen stellt sich folgendermaßen dar: 323 Eni, 266 BP, 262 Shell, 213 OMV, 154 JET und 139 Avanti (OMV).

Die Kraftstoffversorgung im Herbst 2018

Nach einem heißen Sommer und einem trockenen Herbst schränkten die niedrigen Pegelstände auf dem Rhein und auch auf der Donau die Schifffahrt über Monate ein. Die Tankschiffe mussten ihre Ladungen drastisch reduzieren, die Mineralölfirmen ihre Lieferungen zunehmend auf die Straße oder die Schiene verlagern.

In Österreich kam es dadurch bei Diesel und Benzin zu Erschwernissen aus dem Hauptimportland Deutschland, die Lage auf den Spotmärkten war angespannt. Die gestiegene Kostenentwicklung in der Logistik machte sich auch bei den Verbraucherpreisen für Dieselkraftstoffe, Ottokraftstoffe und HEL bemerkbar.

Wesentlich war, dass die österreichischen Mineralölunternehmen trotz erschwerter Beschaffungssituation ihren vertragsmäßigen Verpflichtungen bei der Belieferung ihrer Kunden mit Diesel und Benzin immer bestmöglich nachkommen konnten.