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Rückblick: Sommerweiterbildung der ExpertsGroup Wirtschaftsmediation

26.07.21 und 23.08.21

Wirtschaftsmediatoren nehmen Wissen in Betrieb. Dazu gehört auch berufsbegleitende Weiterbildung, um den wachsenden Anforderungen von Kunden und Markt gerecht werden zu können. Die stressreduzierten Sommermonate erschienen dafür besonders geeignet. Die Wissensvermittlung war auf zwei Termine aufgeteilt. 

Am 26. Juli informierte Gerhard Laga, fundierter Kenner der digitalen Signatur, über die Wege zur Aktivierung der Handysignatur und die zahlreichen Möglichkeiten z.B. Angebote, Verträge, Rechnungen als PDF zu signieren, Online Amtswege zu erledigen (FinanzOnline, Unternehmensserviceportal mit der Möglichkeit zur sicheren elektronischen Zustellung) oder Online-Zugang zur Sozialversicherung (Grüner Pass, Arztrechnungen einreichen, ELGA, …). Zukunftsausblick: „ID-Austria“ mit Ausstellung bei den Passbehörden und EU-weit anerkannt.  

WKO
© WKO
In seinem Vortrag „Digitalisierung der Pre-Mediation“ präsentierte Gerhard Führer, Geschäftsführer der MEDIUS GmbH Österreich, sein praxiserprobtes Konzept zur Digitalisierung der Vorphase einer geplanten Mediation. Vor allem mit größeren bzw. remote arbeitenden Teams oder bei schwieriger Terminfindung  kann durch den Einsatz des Online-Konflikt-Navigators äußerst zeit- und kostensparend gearbeitet werden. Der/die Mediator*in ist anhand der vertraulichen Auswertungen in der Lage, den geplanten Mediationsprozess professionell mit dem Auftraggeber abzustimmen.

Großes Interesse bei den Teilnehmer*innen fand auch die Darstellung eines schlanken, kostengünstigen und niedrigschwelligen Konfliktmanagementsystems auf der Grundlage dieses innovativen Digitalisierungsansatzes. 

Am 23. August referierte der Kooperationsexperte und Coach Martin Seibt:  Wenn zwei Menschen oder auch Institutionen miteinander kooperieren starten sie mit unterschiedlichen Einstellungen, Ansichten, Erwartungen und Zielsetzungen. Obwohl der Mensch von Natur aus kooperiert, tappt er im Business immer wieder in die Egoismus-Falle. Der Weg in eine gelungene Kooperation ist aufwendig, methodisches Know-how aus der Mediation kann dabei sehr hilfreich sein. Ist die Kooperation einmal gefunden, lohnt sie sich für beide Seiten, denn 1+1=3. 

Walter Andreaus, Landessprecher Wirtschaftsmediation UBIT Oberösterreich, versteht Wirtschaftsmediation als umfassenden Beratungsansatz: Mediation wird in der Wirtschaft zunehmend als selbständiges Können und Methode anerkannt und angefordert (z.B. für innerbetriebliche Veränderungen und Übergaben). Daneben wird Mediation „interdisziplinär“ angewandt, ob bei rechtlichen, persönlichen oder sonstigen Themen/Problemen. Auch Unternehmensberatung ist rascher erfolgreich, wenn mediative Elemente und Werkzeuge (wie z.B. Perspektivenwechsel, gewaltfreie Kommunikation) angewandt werden. 

Ilse Ennsfellner, Unternehmensberaterin, widmete sich in ihrem Vortrag "Mediative Dienstleistungen und Standards“ den Entwicklungen und Trends in der Wirtschaftsmediation. Dabei ging es um Fragen, wie: Welche Charakteristika weisen mediative Dienstleistungen in der Wirtschaftsmediation auf? Welche Standards sind relevant? Wie kann die Beratungsnorm ISO 20700 berücksichtigt werden? Die mediative Dienstleistung wird dabei ergänzt um beraterische Interventionen des Coachings und der Konfliktprävention. Standards tragen zur Qualitätssicherung und Professionalisierung der Wirtschaftsmediation bei. 

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In ihrem Vortrag mit dem Titel „Von der Schnittstelle zum Berührungspunkt – und was Mediation damit zu tun hat“ beschäftige sich Wirtschaftsmediatorin Christa Fischer-Korp mit dem, was Schnittstellen ausmacht, was sie bieten müssen und, was sie bei sorgfältiger Planung auch bieten können. Als die Schlüsselstelle zwischen zwei wie auch immer gearteten Systemen (Unternehmen, Teams, Abteilungen) liegt an dieser Stelle die Verantwortung für den reibungslosen und effizienten Informationstransfer.. Mediative Dienstleistung bietet zum optimalen Aufbau der Anzahl und dem Ort von Schnittstellen sowie der Kommunikation die dafür notwendige Analyse, so dass aus Schnittstellen auch die erwünschten Berührungspunkte werden können. Die Ausführungen wurden den Teilnehmern durch konkrete Beispiele anschaulich vor Augen geführt. 

Bernhard Wisleitner, Certified Business Coach, spannte in seinem Vortrag über ausgewählte Aspekte der Online-Mediation den Bogen von den Entwicklungen seit dem Beginn der intensiven Zeit der Video-Kommunikation im Jahr 2020 über die Bedeutung der Wahrnehmungen mit den fünf Sinnen in der Beschränkung auf Bild und Ton bis zu Besonderheiten der zwischenmenschlichen Wahrnehmungen im virtuellen Umfeld. 

>> Weitere Information finden Sie unter wirtschaftsmediation.cc

Literaturhinweise

  • Ennsfellner I. (2021) Anwendung der ISO 20700 Leitlinien für Unternehmensberatungsdienstleistungen für mediative Dienstleistungen der Wirtschaftsmediation. In: Fischer-Korp C., Wisleitner B., Ennsfellner I., Ehardt-Schmiederer M., Pöschl C., Hamberger M. (Hrsg.) Praxiswissen Wirtschaftsmediation. Springer Gabler, Wiesbaden
  • Experts Group Kooperation und Netzwerke (Hrsg) (2020): Erfolgreich mit Kooperationen und Netzwerken 4.0 – Experten berichten aus der Praxis für die Praxis. 4. Auflage. Causal Edition, Breitenfurt b. Wien. 
  • Fischer-Korp C. (2021) Von der Schnittstelle zum Berührungspunkt. Theorie und Praxis von Mediation, mediativen Strategien und Techniken als unterstützende Prozesse. In: Fischer-Korp C., Wisleitner B., Ennsfellner I., Ehardt-Schmiederer M., Pöschl C., Hamberger M. (Hrsg.) Praxiswissen Wirtschaftsmediation. Springer Gabler, Wiesbaden
  • Widmann, S. & Seibt, M. (2016) Zukunftsmodell Kooperation. Leitgedanken und Erfolgskriterien für Unternehmen und Organisationen. 2. Auflage. Publicis, Erlangen.
  • Wisleitner B. (2021) Neue virtuelle Welt? Wenn Veränderungen Perspektiven eröffnen – ein Ausblick. In: Fischer-Korp C., Wisleitner B., Ennsfellner I., Ehardt-Schmiederer M., Pöschl C., Hamberger M. (Hrsg.) Praxiswissen Wirtschaftsmediation. Springer Gabler, Wiesbaden