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20. Kongress für Wirtschaftstraining und Coaching

Ein Jubliäum, das nachhaltig wirkt!

Anlässlich des 20. Jubiläums des Jahreskongresses von Österreichs Trainerinnen und Trainer sowie Coaches vom 15.- bis 17. September 2013 in Hall/Tirol fanden unter dem Motto „Begegnen – Bewegen – Verändern: Training & Gehirn“
zwei spannende, interessante und lehrreiche Kongresstage statt.

Auf der Tagung wurden die neuesten Erkenntnisse zum Zusammenspiel von Gehirn, Lernen und Training beleuchtet und für Trainerinnen, Trainer, Coachs, Personen aus der IT, HR-Manager und Personalverantwortliche mit praxisnahen Einblicken veranschaulicht. Bundessprecherin KR Isabella Weindl, Msc, CMC fasst die Highlights des diesjährigen Kongresses mit hochkarätigen Sprechern und Präsentationen zusammen.

  • Wunderwerk Gehirn: die „big five“ Faktoren
  • Neues Menschenbild : den „Homunculus“ gibt es nicht
  • Lernen verändert das Gehirn - in drei Stufen
  • Virtuell lernen: E-Learning-Projekt der Firma Recheis Teigwaren GmbH
  • Interaktive Workshops u. a. „Illusion des Verständnisses“
  • Social Media – Facebook & unser Gehirn
  • Einkaufsanforderungen: der Preis ist kein Entscheidungskriterium
  • Mindmap für die digitale Wissenslandkarte
  • EQ bedeutender als der IQ
  • Emotional Selling Proposition (ESP)
  • In 20 Jahren? Vision für 2033
    "Wirtschaftstrainer sind die Berater des Bildungsministeriums"

Zum Auftakt am 15. September berührt der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Dr. Artur Wechselberger beim Kamingespräch mit erfrischender Offenheit. So meint er, dass Ärzte als Unternehmer durchaus die Unterstützung von Coachs und Trainern brauchen. „Denn um eine Ordination zu führen braucht es Managerqualitäten.“ Jedoch sind Ärzte darauf nicht vorbereitet und in ihrer Ausbildung wurde und wird nur Wert auf medizinisches Fachwissen und Spezialisierung gelegt. Aufgabengebiete für Beraterinnen, Berater, Trainer und Coachs sind aus seiner Sicht Auftreten, Kommunikation, Mitarbeitersuche und Führung.

Auftakt

Die Grußworte von Bürgermeisterin Dr. Eva Maria Posch führen in die Geschichte der Stadt Hall und versorgen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit interessanten Details einer heute modernen und mittelalterlichen Stadt. KommR Alfred Harl, Obmann des Fachverbandes Unternehmensberatung und IT der Wirtschaftskammer Österreich (UBIT), betont in seiner Ansprache die „Wichtigkeit und Bedeutung der Wirtschaftstrainerinnen und Trainer“ mit einem Beispiel aus der Raumfahrt. Nur durch beständiges Lernen aus Fehlern und am Dranbleiben an einer Aufgabe gelingen großartige Erfolge. Und Wirtschaftstrainerinnen und Trainer sind ein Garant dafür! Der Fachgruppenobmann aus Tirol, Dipl. Informatiker Christoph Holz begeistert mit wirtschaftlichen Daten und der Dimension Tirols: wenn die Berge mit dem Bügeleisen geglättet werden, dann hat Tirol die Größe von Bayern. Isabella Weindl, Bundessprecherin der Experts Group WirtschaftsTraining & Coaching eröffnet den Kongress und wünscht allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen erfolgreichen und informativen Austausch.

Programmpunkte Tag 1

Zum Thema Dynamik und Plastizität des Gehirns, Veränderungen über das Lebensalter ab 30 aus der Sicht der Medizin, erläutert Primar Univ.-Prof. Dr. Josef Marksteiner, Universität Innsbruck , das „Wunderwerk Gehirn“. Alle Nervenzellen und Blutgefäße sind von Geburt an vorhanden und der Mensch muss damit sein Leben lang auskommen. Jedoch gehen bis zum 20. Lebensjahr Verbindungen wieder verloren – möglicherweise, weil diese nicht gebraucht werden? Die gute Nachricht ist: das semantische Gedächtnis wird im Alter besser. Die weniger gute: dass man im Alter mehr Energie braucht, um dieselben Leistungen zu erbringen. Er schneidet auch das Thema Persönlichkeit/Charakter an und beschreibt die „Big 5“ Faktoren: Extraversion, Offenheit für neue Erfahrungen, emotionale Stabilität, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit. Und die zweite frohe Botschaft ist: die Zufriedenheit nimmt ab dem 55. Lebensjahr zu.

Spannend war auch das Beispiel eines Londoner Taxifahrers bzw. Busfahrers: die Taxifahrer, die an die 25 000 Straßen kennen müssen, brauchen eine Ausbildung von etwa 2 Jahren, die Busfahrer nur eine von 6 Wochen. Gedächtnisleistung ist steigerbar, aber Wissen von A kann nicht nach B transferiert werden. Und Erlerntes wird vergessen, wenn es nicht mehr gebraucht wird.

Im Anschluss beschäftigte sich Prof. Mag. Dr. Winfried Löffler mit der Frage eines ganz neuen Menschenbildes und stellt fest, dass wir als ganzer Mensch entscheiden. Unsere Willensfreiheit sieht Dr. Löffler als gegeben an. Wir als ganzer Mensch entscheiden, denken, handeln und erkennen. Er erteilt den sogenannten Low Budget-Forschungen eine entschiedene Abfuhr und untermauert diese mit einer spannenden Recherche von wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Es gibt keinen „Homunculus“ – den kleinen Menschen, der im Gehirn sitzt und uns lenkt.

Dr. Katharina Turecek MSc, Sachbuchautorin und Medizinerin verrät in ihrem Vortrag, dass „Lernen tatsächlich das Gehirn verändert“. Die Aufgabe des Hippocampus ist die Gedächtniskonsolidierung und die Orientierung im Raum. Einen Raum zu wechseln macht also durchaus „vergesslich“. Sie unterscheidet Explizites, also Wissen, vom Impliziten, also Können. Für sie gibt es drei Stufen: sensorischer Speicher, Arbeitsgedächtnis und Langzeitgedächtnis. Dabei ist Aufmerksamkeit die Hürde zur nächsten Stufe. Der Verständnisprozess erfordert die gesamte Aufmerksamkeit. Mit einfachen Übungen macht sie Assoziationen und Verknüpfungen erlebbar. Der Unterschied zwischen Lernen und auswendig lernen liegt in der Verknüpfung, des Integrierens und Hinterfragens. Verknüpfung ist die Hürde vor dem Langzeitgedächtnis. Und ohne Verständnis merken wir uns nichts.

Vor der Mittagspause erklärte Mag. Otto Ebenbichler, CEO Communautic Mils/London am E-Learning-Projekt der Firma Recheis, wie erfolgreich modern aufgesetzte E-Learningprozesse sind. So machen die Kombination von Präsenzzeiten und virtuellem Lernen Sinn. Bedingt durch die unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle der Firma Recheis, bot sich das „virtuelle Lernen“ an. Und auch E-Learning-Programme brauchen einen klaren Rahmen, Aufbau und Begleitung. Das kann ein „online-coach“ sein oder auch eine exakte „timeline“ bis wann welche Module und Inhalte absolviert werden müssen. Darüber hinaus liefert das Programm genaue Daten, wann welche Übungen gemacht wurden und welche noch ausständig sind. So weiß das Unternehmen, wo noch Unterstützung gebraucht wird. Martin Terzer, CEO J. Recheis Teigwaren GmbH, war von diesem Projekt sehr begeistert und wird auch in Zukunft E-Learning Prozesse initiieren.

Der Nachmittag war geprägt – im wahrsten Sinn des Wortes aufgrund der Führung durch die Burg Hasegg und die Besichtigung der Münzprägemaschine – von interaktiven Workshops. Alle Vortragenden stellten sich in je 2 Einheiten mit ihren Themen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Dr. Löffler stellt aus seiner Sicht noch einmal klar, dass Handlungen von außen nicht oktroyierbar sind. Dr. Marksteiner diskutiert die Vorteile von gemischten Gruppen, da jemand unter Gleichen nur schwer seine Argumente überprüfen kann. Dr. Turecek zeigt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, wie einfach man sich 13 Tierarten merken kann und verknüpft diese mit den neuen europäischen Mitgliedstaaten. Ihr wichtiger Hinweis dazu ist noch die Illusion des Verständnisses: wenn ich etwas oft wiederhole, glaube ich, es schon verstanden zu haben.

Der Abend wurde durch die stimmgewaltigen Männer der Gruppe „The Dreckpack“ untermalt und Kabarettist Alex Kröll schaffte eine humorvolle und außergewöhnliche Verbindung zwischen Beruf und Berufswünschen. So wird er den Teilnehmern lange mit der Aussage in Erinnerung bleiben: auch als Taxifahrer ist man Trainer und Coach, denn man holt den Kunden dort ab, wo er ist und bringt ihn dorthin wo er sein will/soll.

Programmpunkte Tag 2

Am zweiten Tag macht Mag. Barbara Thaler die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der provokanten Aussage, dass „die Nutzung von Facebook ähnliche Hirnaktivitäten wie Essen oder Sex hervorruft“ wach für das erfolgreiche Nutzen von Social Media. Auch in Facebook funktionieren die Adverbien und man muss mit ca. 60/70 Cent je Fan rechnen. Jedoch muss allen klar sein: ohne Marketingkonzept funktioniert auch Facebook nicht.

Einen interessanten und zuversichtlichen Einblick in die Auswahl von Trainingsleistungen bietet anschließend Mag. Markus Holy, Vertriebsleiter der Firma Fiegl & Spielberg GmbH. Trainerinnen und Trainer sollen auch den Einkäufer überraschen und begeistern. Auch wenn in erster Linie auf Regionalität Wert gelegt wird, so finden sich in den weiteren Anforderungspunkten Kreativität, Neue Präsentationsform/-technik, Erreichbarkeit und Nachhaltigkeit auch Chancen für Anbieter außerhalb Tirols. Schön war zu hören, dass der Preis kein übergeordnetes Entscheidungskriterium ist.

Ing. Andreas Lercher, MEd und Pyt Haas zeigen dann auf spannende und anschauliche Weise die Vorteile von „Mindjet“ als Grundlage für die digitale Wissenslandkarte. So kann damit aus der Fülle der Informationen schnell und einfach die richtige herausgefunden werden. Darüber hinaus kann mit dieser nach österreichischen Vorgaben veränderten Mindmap eine funktionale und praktikable Wissenslandkarte gestaltet werden.

Frisch gestärkt nach der Pause, die zum intensiven Netzwerken und Austauschen genutzt wird, führt DI Andreas Fackler die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Welt des Neuromarketings und der emotionalen Entscheidungen ein. Nur Kongruenz und Authentizität schaffen Vertrauen und der EQ ist bedeutender als der IQ und das Wissen zusammen. Wir Menschen haben alle Anteile in den Bereichen: Abenteuer/Thrill, Dominanz, Disziplin/Kontrolle, Balance/ Fantasie/Genuss und Stimulanz. Je nach Produkt macht es Sinn, diese Bereiche emotional anzusprechen. Dabei geht es um die Wertschätzung der Unterschiedlichkeit.

Mag. Brigitte Stampfer ermutigt die Anwesenden zu ihrer Trainerpersönlichkeit zu stehen und den eigenen Wert als Trainer zu erhöhen. Zu den unterschiedlichen Fragen wie: Wer sind Sie? Was können Sie und was motiviert Sie? brachte sie Beispiele von bekannten Persönlichkeiten, die allen Anwesenden für besondere Leistungen bekannt sind. Und um erfolgreich zu sein sollte jede, jeder auch gute Antworten auf die Frage haben: Sind Sie einzigartig, glaubwürdig und sichtbar? Letztlich zählen der eigene Fokus, der Nutzen und der ESP, die Emotional Selling Proposition.

Dr. Niki Harramach, Grandseigneur/Doyen der österreichischen Wirtschaftstrainer hielt einen humorvollen und eindrucksvollen Rückblick auf 20 Jahre Wirtschaftstrainer. Dabei formulierte er trefflich die zukünftigen Ereignisse bis 2033. Die für viele sympathischste Prophezeiung war wohl, dass die Wirtschaftstrainerinnen und Trainer die vorrangigen Berater des Bildungsministeriums sein werden.

KR Isabella Weindl, MSc, CMC dankt nach ihrer Zusammenfassung des Kongresses dem gesamten Organisationsteam, allen voran Heinz Baur, Monika Linder, Daniela Hinterhölz-Widi und Kurt Seipel. Nach den abschließenden Worten von Heinz Baur, Landessprecher Tirol und Sprecher des Organisationsteams verabschieden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Suppe und Salat und einem wissenswerten und kompetent geführten Spaziergang durch die mittelalterliche Stadt Hall. „Nach diesem fulminanten und lehrreichen Kongress bleibt nur noch eine Frage: wann findet der nächste statt?“, endet KR Isabella Weindl, MSc, CMC.