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It’s A People’s Business

Erstmals fand Ende Oktober in Wien auf Initiative der Wirtschaftskammer Wien / Fachvertretung Film- und Musikwirtschaft und von dok.at der VIENNA.DOKU.DAY statt, bei dem renommierte TV-Sendungsverantwortliche aus dem gesamten deutschsprachigen Raum sich vorstellten. Mastermind Johannes Rosenberger, Navigator Film, über eine überaus gelungene Premiere.
Stand:
Johannes Rosenberger
Johannes Rosenberger

Was gab den Ausschlag, eine Veranstaltung für die Dokuproduzenten zu veranstalten?
JOHANNES ROSENBERGER: Wer kennt das nicht: Man hat ein schönes Doku-Projekt fürs Fernsehen entwickelt, der Finanzierungsplan steht zur Hälfte, aber es braucht noch weitere Partner um die Kiste schließen zu können. Koproduzenten werden angefragt, man reist zu Festivals und Märkten, drängt in Koproduktionsforen, aber die richtigen Ansprechpersonen kennt man nicht persönlich. Dieses Szenario war für mich ausschlaggebend, um ein vernetzendes Event anzudenken. Es ging darum, RedakteurInnen aus dem deutschsprachigen Raum für die Branche nach Wien zu holen und sie abseits nervöser Markthektik oder lauten Festivaltrubels kennenlernen zu können. Und auch einmal die Rollen umzudrehen: die Fernsehleute präsentieren sich den ProduzentInnen und werden eingeladen ihre Sendeflächen und Formate bestmöglich zu pitchen.

Nach welchen Kriterien wurden die Vortragenden ausgesucht?
ROSENBERGER: Gemeinsam mit Ralph Wieser und Alexander Ivanceanu, die wie ich durch unsere eigene Koproduktionserfahrungen einen Einblick in die Szene haben, wurden die RedakteurInnen ausgewählt und angefragt. Man muss sagen, dass die Veranstaltung sehr ernst genommen wurde und die meisten Kontaktierten sofort Interesse zeigten. Erfreulich, dass zB. Servus TV seine Kommunikationslinie etwas ändert und sich die für Dokus Verantwortliche den Fragen stellte und offen beantwortete. Einen großen Anteil am Gelingen gebührt auch Daniel Saltzwedel, der mit großem Knowhow und feinem Humor moderierte und so zu einem gelungenen, und hochinformativem Dialog verhalf.

Für wen ist der Vienna.Doku.Day gedacht: für Newcomer oder Arrivierte?
ROSENBERGER: Diese Initiative ist prinzipiell einmal jährlich als Branchenveranstaltung für das Doku-Genre in all seinen Ausformungen gedacht, gleichsam als Plattform mit wechselnden Themenschwerpunkten. Bei dieser ersten Ausgabe lagen wir mit Konzeption und Zeitpunkt goldrichtig, wie man am positiven Feedback der TeilnehmerInnen erkennen konnte. Ich persönlich fand es toll, dass so viele junge UnternehmerInnen anwesend waren, für die der praktische Ansatz, den wir mit dieser Veranstaltung lieferten, besonders wichtig war. Interessanterweise waren aber auch unsere Panelgäste für das ausführliche Kennenlernen untereinander dankbar. Die beteiligten RedakteurInnen kennen sich zwar flüchtig oder zumindest die jeweiligen Programmslots, aber diese konzentrierte Auseinandersetzung sowohl mit den Bedürfnissen der österreichischen Branche als auch dem Tagesgeschäft und den Rahmenbedingungen der KollegInnen hat doch allen einiges an Erkenntnis – vor allem über das Gemeinsame – gebracht. Und dass eine Vernetzung der TV-Doku-Szene im deutschsprachigen Raum wünschenswert wäre, darüber waren sich alle einig. Der Vienna.Doku.Day wurde als große Chance gesehen, ein informelles Netzwerk zu entwickeln, ähnlich der Praxis in den skandinavischen Ländern, wo die Kooperationen und der Austausch untereinander und länderübergreifend bestens funktionieren.

Was meinen Sie mit praktischem Ansatz?
ROSENBERGER: Die ReferentInnen gaben konkret Auskunft, wer die richtigen Ansprechpersonen sind, über die diversen Sendeplätze und deren Längen- und Formatvorgaben und zt. sogar über Budgets. Und auch ganz klare Hilfestellungen bezüglich Kontaktaufnahme, Umfang und Inhalt von One-Pagern, Treatments etc.

Wie hoch liegen im Schnitt Budgets der Sender?
ROSENBERGER: Das ist gerade im Fall von Koproduktionen sehr unterschiedlich zu bewerten, je nach Rechteumfang, Programmlänge, Lizenzzeit, das reicht von 20. – 100.000.-. So sehr Dokumentationen boomen, so schmerzlich ist die wirtschaftliche Lage, wir bewegen uns Richtung Prekariat. Waren früher z.B. 30.000 Euro für einen Film von 45 - 52 Minuten noch üblich, so werden mittlerweile im selben Fall 20.000.- von den Sendern eingebracht – die Kosten aber bleiben gleich. Auch bei Ankäufen ist diese Tendenz eingetreten, was auch Andrea Hock von AUTLOOK Filmsales in ihrer genauen Keynote dargelegt hat. (bei Interesse an der Keynote ein Mail an: vdd@dok.at).

Welche Themenfelder wurden am meisten nachgefragt?
ROSENBERGER: Da gab es schon zentral das Interesse am TV-Dokumentarfilm jeglicher Länge mit hohem Autorenanteil hinsichtlich Gestaltung, Narration und Reflexion. Was noch immer stark zieht sind branded slots wie zB. Univerum History o.ä, es wurde aber auch über web-begleitende Maßnahmen, Virtual Reality, 360°-Fernsehen oder VoD gesprochen. Ich mache ja selbst in den letzten Jahren die unterschiedlichsten Erfahrungen mit VoD, unsere eigenen (Navigator Film) Produktionen haben im linearen Fernsehen meist überdurchschnittliche Quoten, die Zugriffe jedoch via Mediathek sind manchmal erstaunlich und toppen die statistisch errechneten Live-Zuschauerzahlen. Da sieht man, dass die Menschen sich nicht mehr an die vorgegebenen Zeiten halten, sondern schauen, wann und wo sie wollen.

Wie lautet Ihre persönliche Conclusio des ersten vdd?
ROSENBERGER: Die Erfahrung in diesem Business zeigt, dass es beim dokumentarischen Arbeiten und Produzieren immer um die Personen selbst geht. Kein Treatment, kein One-Pager, keine Email-Korrespondenz kann den persönlichen Eindruck und die Möglichkeit des Dialogs, wie wir ihn im Rahmen des VIENNA.DOKU.DAY ermöglicht haben, ersetzen. Ich wünsche mir, dass auf diese erste Ausgabe noch weitere spannende folgen mögen – an Inhalten wird es in herausfordernden Zeiten wie diesen nicht mangeln. Und am Zuspruch der Branche auch nicht!


Der Dokumentarfilm ist die epische Erzählform des Nonfiktionalen, meist in Spielfilmlänge. Er liefert Tiefenbohrungen: intensive Beobachtungen von Menschen sowie von gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten und Zusammenhängen. Er fordert den Zuschauer auf, sich auf ein aktiveres Sehen einzulassen und sich ein eigenes Urteil des Gesehenen zu bilden.
Gudrun Hanke-El Ghomri / SWR/arte

Ich wünsche mir früh eingereichte, hochwertige Dossiers von ausgewiesenen Filmautoren und professionelle Produzenten. Grundsätzlich mehr Unterstützung in der Realisierung von Filmen zu Kunst allgemein und zu KünstlerInnen aller Sparten, denn in Zentraleuropa gibt es nur noch wenige Sendeplätze, die Kunst aktiv unterstützen.
Judith Hardegger / SRF, Redaktion Sternstunden

Unser redaktionelles Ziel ist, jede Woche möglichst viele Menschen zur Beschäftigung mit dem Thema Geschichte anzuregen. Daher ist die Sendung aus meiner Sicht so angelegt, dass es wenig Einstiegshürden gibt, dass dem Zuseher die Rezeption erleichtert wird und dass man nicht viel Vorwissen braucht, um einzusteigen.
Thomas Matzek / ORF Universum History

Koproduktionen und Prebuys erfolgen in der Regel für den Sendeplatz EDITION, der sich als Aushängeschild des Senders versteht. Für die anderen Sendeplätze wird derzeit lediglich fertiges Programm angekauft, wenngleich Anpassungen hier möglich erscheinen.
Arno Becker / RTL Deutschland

Kreuz und Quer beschäftigt sich mit Themen der Gesellschaft, Ethik, Religion und Philosophie – also mit dem Begriff Weltanschauung. Dabei ist unser journalistischer Zugang, Weltanschauungen an ihren eigenen Ansprüchen zu messen.
Christoph Guggenberger / ORF Religion

Die Dokumentarfilmlandschaft in Österreich ist sehr vielfältig, qualitativ hochstehend und kreativ, was sowohl publikumsstarke Filme betrifft wie künstlerisch anspruchsvolle. Wir beobachten die Arbeit der AutorInnen auf Festivals genau und sind immer wieder mit einigen von ihnen hinsichtlich einer Zusammenarbeit im Gespräch.
Udo Bremer / ZDF/3sat

Wir suchen unverfälschte, objektive Darstellung der Realität mit umfassendem inhaltlichen Anspruch. Dabei konzentrieren wir uns auf den Kernmarkt Österreich, Österreichisches Sprachkolorit ausdrücklich gewünscht. Im Gesamtkonzept des Red Bull Media House sind alle Social-Media-Kanäle sehr wichtig, diese werden stetig weiterentwickelt.
Daniela Bernhart / ServusTV