th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

Vom Schmuck zu Kunstschätzen

Guido Kapsch hat sich als Goldschmiedemeister, Restaurator und Schmuck-Designer weit über die Kärntner Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Für sein Lebenswerk wurde er nun mit der Großen Silbernen Ehrenmedaille der Wirtschaftskammer Kärnten ausgezeichnet. 

Als Guido Kapsch im Jahr 1973 sein eigenes Goldschmiedeatelier in Klagenfurt eröffnete, hatte er schon allerhand erlebt: Nachdem er an der HTBLA Ferlach zum Gold- und Silberschmied ausgebildet wurde, zog es ihn nach Deutschland, Südwestafrika und Mexiko. Als er zurückkam, legte er die Meisterprüfung ab und machte sich selbständig. „Damals gab es einen großen Schmuck-Boom. Diamanten und Gold waren sehr gefragt“, erzählt der 65-Jährige. Dass er ein Händchen für Schmuck hat, zeigen Auszeichnungen, die er erhielt – wie beispielsweise der „Diamond International Award“, der auch als „Schmuck-Oscar“ bekannt ist.

Trotzdem sollte der Schmuck nicht sein einziges Standbein bleiben. 1993 wurde er von der Diözese Gurk zum Restaurator sowie Goldschmied der Bischöfe Österreichs ernannt. Es folgte ein riesiges Projekt nach dem anderen: Kapsch restaurierte in den folgenden Jahren Kreuze, Kelche, Altare, ganze Kirchen und unzählige Kunstschätze. „Mein Glück war, dass ich eine sehr gute Ausbildung hatte und nicht nur zum Gold-, sondern auch zum Silberschmied ausgebildet wurde“, erzählt er rückblickend. Denn grundsätzlich könne man die Fertigung von Schmuck durchaus mit dem Restaurieren vergleichen. „Die Arbeitstechniken sind dieselben, nur die Gegenstände sind anders. Beim Restaurieren ist alles viel größer. Ich habe an Kunstobjekten gearbeitet, die mehrere Meter lang waren. Das ist natürlich eine sehr interessante Arbeit, aber man muss auch damit umgehen können. Bei dieser Arbeit darf man sich keine Fehler erlauben“, so Guido Kapsch.

Ein Highlight seiner Arbeit waren die Restaurierungen im Stift St. Paul im Lavanttal, wo er im Vorfeld der Europaausstellung zahlreiche Jahrhunderte alte Kunstschätze restaurierte. Auch von der päpstlichen Schweizergarde und dem Bundesdenkmalamt erhielt er viele Aufträge. Dabei leistete er so gute Arbeit, dass er unter anderem mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet und zum Ritter des päpstlichen Silvesterordens ernannt wurde. Und nun erhielt er die Große Silberne Ehrenmedaille der Wirtschaftskammer Kärnten für seine über 40-jährige Mitgliedschaft und Verdienste aus den Händen von Landesinnungsmeister Adolf Pobaschnig und Innungsmeister-Stellvertreter Johann Roßmann, seinem ehemaligen Lehrling!

Dass er etwa 20 Jahre nach der Unternehmensgründung damit begann, sich auf das Restaurieren zu konzentrieren, bezeichnet er heute als Glücksfall: „Das Kaufverhalten hat sich in all den Jahren stark verändert. Hochwertiger Schmuck ist heute nicht mehr so gefragt wie zu meinen Anfangszeiten. Ich hatte das Glück, rechtzeitig umzusteigen und mich neu zu spezialisieren.“ Dass er die richtigen Entscheidungen getroffen hat, will er so nicht sagen: „Ich war wohl eher zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Als Unternehmer müsse man immer auf der Suche nach etwas Neuem sein. „Man muss sich an die Gegebenheiten anpassen und flexibel sein. Wer sich nicht verändern will, wird es nicht schaffen, langfristig erfolgreich zu sein“, sagt er.
Die Grundvoraussetzung dafür sei eine qualitativ hochwertige Ausbildung. „Deshalb bin ich auch der Meinung, dass die Meisterprüfung unbedingt bleiben muss. Wenn wir die Meisterprüfung abschaffen, wer soll dann noch die Jungen ausbilden? Österreich hat weltweit schon immer großes Ansehen genossen wegen unserer dualen Lehrausbildung und den ausgezeichneten Handwerkern. Das dürfen wir uns nicht selbst kaputt machen.“

Vom Schmuck zu Kunstschätzen
Bild (v.l.n.r.): Landesinnungsmeister Adolf Pobaschnig, Goldschmiedemeister Guido Kapsch, Innungsmeister-Stellvertreter Johann Roßman