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Tag der Kärntner Tabaktrafikanten

Am 16. Juni 2019 ging im Lake's Pörtschach das Branchenevent des Jahres über die Bühne. "Ablöse neu" wurde heiß diskutiert.

Der Wörthersee zeigte sich beim Tag der Kärntner Tabaktrafikanten von seiner schönsten Seite: Bei strahlend blauem Himmel, Temperaturen von deutlich über 30 Grad Celsius und einer angenehm-mediterranen Brise fand das jährliche Branchenhighlight statt. Heiß wurde den Trafikanten aber nicht nur wegen dem sommerlichen Wetter, sondern auch wegen den Themen, die dort diskutiert wurden. Von der Frage, wo legale Hanfprodukte künftig verkauft werden sollten, bis zur "Ablöse neu" für Tabaktrafikanten reichte die Palette. Für diese spannenden Themen nahm sich auch der Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten, Jürgen Mandl, Zeit, der als Ehrengast eingeladen war.

Zum ersten Mal wurde die Veranstaltung heuer von dem neuen Mann an der Spitze der Kärntner Tabaktrafikanten organisiert: Wolfgang Streißnig. Er ist in der Branche aber kein Unbekannter, seit Jahren engagiert er sich bereits landes- und bundesweit für die Interessen der Trafikanten. Er nutzte die Gelegenheit, um beim Tag der Kärntner Tabaktrafikanten in die Zukunft zu blicken - und dort sieht er einige Veränderungen kommen: "Die Trafikanten haben in ihrer Geschichte schon viele Herausforderungen gemeistert. Jetzt ist es wieder an der Zeit, sich Neuem zu stellen. Wir müssen uns ein bisschen aus unserer Komfortzone herausbewegen und uns fit für die Zukunft machen." Dazu gehöre vor allem, sich mit den neuen Produkten zu beschäftigen und sich auf intensivere Kundengespräche und Beratungen vorzubereiten.

Aus- und Weiterbildung als Schlüssel zum Erfolg

Dafür wird es seitens der Wohlfahrtseinrichtung ab Herbst auch ein spezielles Schulungsangebot geben, wie Heidi Skrdla berichtete: "Bei den Kursen wird im Mittelpunkt stehen, wie man Kunden gut beraten kann, ohne das wichtige 'schnelle Geschäft' zu vernachlässigen. In der Praxis wird es so aussehen, dass wir ein Zigarettenpackerl zwischendurch verkaufen werden, auch wenn wir einem Kunden ein neues Produkt erklären müssen. Darauf sollten wir vorbereitet sein." Aus- und Weiterbildung ist der Schlüssel zum Erfolg, betonte auch Streißnig: "Wir müssen uns weiterentwickeln und dazu gehört auch, dass wir uns mit den neuen Produkten identifizieren können und viel über sie wissen. Dann macht das Verkaufen auch Spaß."

Neuregelung unter der Lupe

Kämpferisch zeigte sich der Kärntner Branchensprecher beim Thema "Ablöse neu", die von Hannes Hofer (Monopolverwaltung) angesprochen wurde. Während Hofer das neue Modell als gute Lösung präsentierte, gab es von Kärntner Seite heftigen Widerspruch. "Im alten System haben die Übergaben und Ablösen immer gepasst. Beim neuen Modell aber nicht, da sind die Trafikanten oft auf der Verliererseite", so Wolfgang Streißnig. Er forderte dazu auf, das Paket neu aufzuschnüren, um weitere Aspekte in die Bewertung einfließen zu lassen. "Als Unternehmer muss ich außerdem sagen: Ich möchte den Wert meines Unternehmens selbst bestimmen." Dafür gab es von den rund 100 anwesenden Trafikantinnen und Trafikanten großen Applaus.

Hannes Hofer entgegnete ihm aber, dass man dies aufgrund des Monopols nicht machen könne: "Für Trafiken gibt es einen Gebietsschutz, deshalb ist die Bewertung des Unternehmens auch eine andere. Das kann man nicht mit anderen Branchen vergleichen." Daraufhin konterte Streißnig, dass bei einem anderen Monopol, nämlich jenem der Apotheken, schon eine andere Bewertung der Unternehmen vorgenommen werde. Bundesobmann Josef Prirschl versuchte die Wogen zu glätten, indem er "von einem fairen System, bei dem es viele Gewinner, aber auch einige wenige Verlierer" gibt, sprach. Prirschl schlug vor, das Modell demnächst bei einem Runden Tisch in Kärnten ausführlich zu präsentieren. Dieses Angebot nahm Wolfgang Streißnig dankend an: "Wir müssen bald reden, denn wie Sie an der Stimmung hier im Saal sehen können, gibt es großen Gesprächsbedarf."

Lösung bei legalem Hanf gefordert

Einigkeit herrschte hingegen bei dem Thema "legales Hanf". Hier sprachen sich sowohl Monopolverwaltung als auch Bundes- und Landesvertreter der Trafikanten für eine klarere Regelung aus. "Wir brauchen einen geregelten Zugang für diese Produkte. Legale Hanfprodukte sollten exklusiv in Tabakfachgeschäften verkauft werden - und sonst nirgends", brachte es Josef Prirschl auf den Punkt. Dafür gab es Applaus von allen Anwesenden. Dass die Politik bisher kein Interesse daran gehabt habe, legale Hanfprodukte in Trafiken verkaufen zu lassen, wusste Hofer zu berichten: "Mir wurde seitens der Bundespolitik ganz klar gesagt, dass keine Hanfprodukte in Trafiken erwünscht sind." Er empfinde es "fast als Provokation", diese Produkte nicht exklusiv in Trafiken verkaufen zu lassen, aber hofft auf ein Einlenken der Politik: "Ich weiß, dass viele Politiker mit der aktuellen Situation nicht glücklich sind. Ich hoffe, dass es ein Umdenken geben wird", so der Geschäftsführer der Monopolverwaltung.

Lob gab es sowohl von Prischl als auch von Hofer für die reibungslose Umsetzung der Automatenumstellung zu Jahresbeginn. "Meine Hochachtung dafür. Sie haben einen hervorragenden Job gemacht. Mir ist kein einziger Zeitungsbericht bekannt, in dem über Probleme bei der Umstellung oder bei der Einhaltung der Jugendschutzrichtlinien berichtet wurde." Damit habe man auch eine Diskussion über die Abschaffung der Automaten im Keim erstickt, so Josef Prirschl: "Es hat Zeiten gegeben, in denen das bereits ernsthaft thematisiert wurde. Die jetzige Lösung ist zwar mit Kosten verbunden, aber es war das einzige Modell, das uns weiterhin den Verkauf über Automaten ermöglicht."

Details zum Thema "Kein Applaus für 'Ablöse neu' aus Kärnten


Wirtschaftskammer Kärnten, Sparte Handel
© Wirtschaftskammer Kärnten, Sparte Handel


Das war der Tag der Kärntner Tabaktrafikanten