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Fachkräftemangel in Österreich auf Allzeithoch

Laut Fachkräfteradar 2021 gibt es in Österreich einen geschätzten Fachkräftebedarf (offene Stellen) von rund 221.000 Personen. Sparte Industrie zählt zu einer der am stärksten betroffenen Branchen.

Die im Mai und Juni 2021 vom Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) durchgeführte Unternehmensbefragung ergab, dass sich der Fachkräftemangel in Österreich - trotz Nachwirkungen der Corona-Krise - bereits auf einem neuen Allzeithoch befindet. Bei einem Rücklauf von 4.272 befragten Unternehmen ergeben die auf ganz Österreich hochgerechneten Ergebnisse einen geschätzten Fachkräftebedarf (offene Stellen) von rund 221.000 Personen. Dies entspricht einer Erhöhung um 44.000 im Vergleich zur letzten Unternehmerbefragung im September 2020 und liegt damit auch schon deutlich über "Vor-Corona-Niveau".

42 Prozent der Betriebe leiden unter sehr starkem Fachkräftemangel. Insgesamt gaben 84 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie aktuell vom Mangel an Fachkräften zumindest in irgendeiner Form betroffen sind. 

"Produktion Metall" besonders betroffen

Mit 81,6 Prozent (2020: 65 Prozent) zählt die Sparte Industrie zu einer der am stärksten betroffenen Branchen. Bei der, im Vergleich zur eher groben Kategorisierung nach Sparten wesentlich differenzierteren Branchenbetrachtung, sticht der Bereich "Produktion Metall" hervor, wo 42,7 Prozent der Unternehmen den Fachkräftemangel stark spüren.

Der Anteil von Betrieben mit aktuell offenen Stellen für Fachkräfte ist gegenüber September 2020 (58,6 Prozent), wo es einen kurzfristigen Rückgang aufgrund der Corona-Krise gab, wieder deutlich gestiegen (70,2 Prozent) und liegt über dem Niveau des "Vor-Corona"-Jahres.

Die häufigsten und größten Rekrutierungsschwierigkeiten bestehen österreichweit und über alle Sparten hinweg bei Lehrabsolventinnen und Lehrabsolventen. Dies liegt allerdings nicht an einer mangelnden Ausbildungsbereitschaft der österreichischen Betriebe. Ganz im Gegenteil: Rund die Hälfte der Betriebe würden mehr Lehrlinge ausbilden, wenn sie dafür ausreichend geeignete und interessierte Jugendliche fänden. 

Mangel an Absolventen einer Lehre

Für die Sparte Industrie ergab sich aus der Frage, welche Qualifikationen bzw. Bildungsabschlüsse im letzten Jahr Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten, folgende Aussagen: 66,2 Prozent der befragten Unternehmer gaben an, häufig Probleme bei der Suche nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Lehrabschluss zu haben, 43 Prozent bei der Suche nach Personen mit Abschlüssen von technisch-gewerblichen Fachschulen (ohne Matura), 43,7 Prozent bei der Suche nach Absolventen höherer Berufsausbildung (z. B. Meister, Werkmeister, Fachakademien) und 38,7 Prozent im Bereich von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit HTL-Abschluss.

Als stark vom Fachkräftemangel betroffenen Berufsfelder in der Sparte Industrie wurden u. a. Techniker (58,7 Prozent), Anlagen- und Maschinenbediener und Montageberufe (57,3 Prozent), Handwerksberufe (49,7 Prozent) sowie Techniker im IT / IKT Bereich genannt.

Umsatzeinbußen durch Ablehnung von Aufträgen

Als Auswirkungen des Fachkräftemangels in den Unternehmen wurden am stärksten Zusatzbelastung für den Firmenchef und deren Familienangehörige, Steigerung der Arbeitsintensität der vorhandenen Mitarbeiter, Umsatzeinbußen durch Ablehnung von Aufträgen sowie Steigerung des Aufwands für Personalsuche genannt. Die Auswirkungen des Fachkräftemangels manifestieren sich somit auch in einem Mehraufwand für Unternehmen.

Hinsichtlich der Entwicklung des Fachkräftemangels in den nächsten drei Jahren ist die Mehrheit der Unternehmer (78,7 Prozent) der Ansicht, dass der Fachkräftemangel in ihrer Branche weiterhin zunehmen wird. 

In Summe betrachtet zeigen die Ergebnisse der Unternehmensbefragung, dass trotz Corona-Krise der Fachkräftemangel im Mai/Juni 2021 mit rund 221.000 offenen Stellen einen neuen Höhepunkt erreicht hat. Da zu befürchten ist, dass sich der Fachkräftemangel allein aus demographischen Gründen in den nächsten Jahren weiter verschärfen wird, besteht dringender Handlungsbedarf.