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Verrechnungspreisdokumentation: neue Verpflichtung

Auf diese Änderungen müssen Sie bei der Verrechnungspreisdokumentation im Jahr 2017 achten.
Mit 1. August 2016 trat in Österreich das Verrechnungspreisdokumentationsgesetz in Kraft, mit dem neue Verpflichtungen auf international agierende Unternehmen zukommen. Betroffen sind vor allem Konzerne mit einem Gruppenumsatz von mehr als 750 Millionen Euro, teilweise aber auch mittlere Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz von über 50 Millionen Euro.

Als multinationale Unternehmensgruppe werden zwei oder mehr Geschäftseinheiten bezeichnet, die zumindest in zwei verschiedenen Staaten ansässig und durch Eigentum oder Beherrschung verbunden sind. Außerdem muss eine Verpflichtung zur Konsolidierung der Jahresabschlüsse bestehen oder die Konsolidierungsverpflichtung wird - wenn die Eigenkapitalbeteiligung an der Börse gehandelt werden könnte - hypothetisch angenommen. Auch eine Betriebsstätte wird als Geschäftseinheit gesehen.

Wie bereits berichtet, sind multinationale Unternehmensgruppen, die im vorangegangenen Wirtschaftsjahr (gemäß konsolidiertem Abschluss) einen Gruppenumsatz von mindestens 750 Millionen Euro erwirtschaftet haben, ab dem Jahr 2017 dazu verpflichtet, jährlich einen länderbezogenen Bericht an die Finanzverwaltung zu übermitteln. Neu ist, dass die Anlage 3 des länderbezogenen Berichts in englischer Sprache erstellt werden muss.

Für Geschäftseinheiten kleinerer multinationaler Unternehmensgruppen ergibt sich ab 2017 ebenfalls eine Verpflichtung zur Übermittlung von Daten an die Finanzverwaltung. Das betrifft in Österreich ansässige Geschäftseinheiten, deren Umsatzerlöse in den beiden vorangegangenen Wirtschaftsjahren 50 Millionen Euro überstiegen haben. Diese sind zur Übermittlung von Master und Local File an die Finanzverwaltung verpflichtet.

Das Master File soll grundsätzliche Informationen der gesamten Unternehmensgruppe liefern. Das sind der Organisationsaufbau der multinationalen Gruppe, eine Beschreibung der Geschäftstätigkeit, die Dokumentation der immateriellen Werte, eine Dokumentation der gruppeninternen Finanztätigkeiten und eine Dokumentation der Finanzanlage- und Steuerpositionen.

Das Local File
umfasst spezielle Informationen zu Geschäftsvorfällen der jeweiligen Geschäftseinheit einer multinationalen Unternehmensgruppe. Es sollen die inländische Geschäftseinheit beschrieben, wesentliche gruppeninterne Geschäftsvorfälle dargestellt und Finanzinformationen dokumentiert werden. Die Finanzinformationen bestehen aus geprüftem oder ungeprüftem Jahresabschluss, dem Aufteilungsschlüssel für die Verrechnungspreismethode und Details zu Vergleichsgrößen.

Die Übermittlung von Master und Local File an die Finanzverwaltung muss ab dem Zeitpunkt der Abgabe der Steuererklärung des jeweiligen Jahres auf Ersuchen des Finanzamtes innerhalb von 30 Tagen erfolgen.