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Cyberkriminalität: Jeder kann Täter und Opfer werden

Live und mit großem Polizei-Aufgebot informierten Experten bei der 5. Cyber Security Night über Sicherheitslücken in der IT und wie sich Selbstständige vor Schäden schützen.

Eine Traube an Polizeibeamten vor der Eingangstüre – und als Chef hat man keine Ahnung, was da gerade vor sich geht. Bei der Cyber Security Night von der WK-Fachgruppe UBIT und der ExpertsGroup IT Security löst sich das mulmige Gefühl aber innerhalb von Sekunden auf: Diesmal ist es keine Hausdurchsuchung, sondern nur ein freundliches Empfangskomitee. Schließlich trafen sich bei der 5. Cyber Security Night im Makerspace Carinthia IT-Forensiker von der Polizei mit IT-Experten aus der Wirtschaft, um zu zeigen, wie polizeiliche Ermittlungen in Unternehmen ablaufen und wie sich Selbstständige richtig vor Schadensfällen schützen. Denn die Hacker sind nicht im Lockdown, sondern agieren vom Home Office aus.

IT-Experten
© Helge Bauer Bei der 5. Cyber Security Night im Makerspace Carinthia trafen sich IT-Forensiker von der Polizei mit IT-Experten aus der Wirtschaft

Digitale Gefahr von außen - und innen

Bewusst und unbewusst kann im Home Office oder Büro jeder schnell zum Täter und Opfer werden. „Durch Cyberkriminalität können in der Wirtschaft große Schäden für die Wirtschaft entstehen“, weiß WK-Präsident Jürgen Mandl. Und das betrifft nicht nur große Unternehmen. Inzwischen sind EPU und KMU im Visier der Betrüger. Landtagsabgeordneter Christian Benger berichtete von seinen eigenen Erfahrungen. Ein Klick und schon ist es passiert. „Heute werden am Tag rund eine Million E-Mails verschickt“, berichtet Landespolizeidirektor-Stellvertreter Markus Platzer. Das nutzen Cyberkriminelle aus und werden mit ihren Methoden immer dreister. Die neueste Masche: Fake-Anbieter beraten Menschen, die über das Internet betrogen wurden, und zocken diese ein zweites Mal ab. Der Schutz vor solchen Fallen ist für Platzer: Ausbildung und Prävention.

Zum Video der Veranstaltung >>

Förderprogramm für Kärntner KMU und EPU

Die gute Nachricht: Für mehr Cyber-Sicherheit im Betrieb stellen Land Kärnten und Wirtschaftskammer Kärnten eine neue Förderaktion auf die Beine. Beratungen, Umsetzungsmaßnahmen wie eine Firewall und Schulungen werden bis Ende März 2022 mit 300 bzw. 500 Euro gefördert. Mehr Informationen darüber gibt es online auf https://wkktn.at/mit-sicherheit-durchstarten.

„Gerade für kleinere Betriebe ist das Förderprogramm gut geeignet, um Schwachstellen in der IT zu eliminieren. Allerdings reicht heutzutage eine Maßnahme nicht mehr aus. IT-Security sollte laufend aktuell gehalten werden, denn was heute sicher ist, kann morgen schon unsicher sein“, erklärt Martin Zandonella, Obmann der WK-Fachgruppe UBIT.

Wenn die Polizei klingelt

Wie wichtig IT-Sicherheit, Sicherheitskopien und Dokumentationen zum Beispiel über Logfiles sind, zeigten mit schauspielerischem Talent Wolfgang Stauder, Holger Schmitz und Thorsten Jost von der ExpertsGroup IT-Security mit „Cyber-Cop“ Christian Baumgartner vom Landeskriminalamt Kärnten. „Täter kommen von außen, aber auch von innen. Deshalb sollte der Faktor Mensch bei der IT-Sicherheit immer mitberücksichtigt werden“, sagt Baumgartner.

Die Polizei verfolge digitale Spuren über verschiedene Wege, wie zum Beispiel die IP-Adresse, zurück. In Unternehmen können bei Hausdurchsuchungen Geräte und Festplatten als Beweis sicher gestellt werden. Aufgrund der hohen Datenmengen sind Daten-Sicherungen vor Ort im Betrieb nicht möglich. Es kann daher dauern, bis der Unternehmer seine Geräte und Festplatten zurück bekommt. Um während dieser Zeit weiter arbeiten zu können, sind entsprechende Sicherungskopien ein Muss. Beschleunigt werden kann die polizeiliche Untersuchung durch Aufzeichnungen und Dokumentationen.

Cyberversicherung: die Nachfrage steigt

Kerstin Keltner von der Koban Südvers Group gab Tipps, wie sich Unternehmen am besten vor Schäden im digitalen Bereich absichern. Durch eine Cyberversicherung können zum Beispiel auch Lösegeldforderungen oder Schäden durch Programmierfehler abgedeckt werden. Aber: Die Nachfrage nach solchen Versicherungsprodukten steigt. Noch sind diese leistbar. In naher Zukunft werden diese Produkte aufgrund des großen Risikos wahrscheinlich um einiges teurer werden. „Ähnlich wie bei einem realen Feuer, kann heutzutage auch ein Betrieb digital abbrennen“, warnt Keltner.

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