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Heiße Stadt für coole Geschäfte

Lissabon wird als "the new capital of cool" bezeichnet. Warum das so ist, davon überzeugten sich die Teilnehmenden der UBIT-Studienreise vor Ort.
Um knapp nach 11:00 Uhr Ortszeit setzt der Airbus A321 auf der Landebahn am Flughafen Humberto Delgado Lissabon auf. Mit an Bord die 22 Teilnehmenden der heurigen Studienreise der Fachgruppe UBIT. Alleine der Anflug auf Lissabon ist beeindruckend: Man erkennt die Dimension der Stadt und ihre Umgebung, in der rund 2,5 Millionen Menschen leben. Im Minutentakt landen Flugzeuge aus der ganzen Welt in der portugiesischen Hauptstadt und brachten 2016 rund 19 Millionen Touristen nach Portugal. Der Tourismus boomt und ist gleichzeitig Zugpferd der Wirtschaft.

Zu Besuch bei Contisystems in Lissabon: Hier werden sensible Daten auf Kreditkarten gepresst

Heiß für Investitionen

Die Zügel fest in die Hand hat Barbara Noppinger vom Außenwirtschaftscenter Lissabon genommen und ein straffes Fachprogramm zusammengestellt. Ein Geschäftstermin folgt dem nächsten und man merkt sofort: Die Portugiesen sind stolz auf das, was sie tun und stolz auf ihr Land. So schwärmt Rui Ramos Pinto Coelho von Investlisboa vor, dass "Portugal heiß für Investitionen" und "Lissabon the new capital of cool ist". Das beweisen die rund 140.000 Studenten, die Lissabon zu einer jungen, hippen Stadt machen. Mit einer der Gründe, warum der "web summit" seit 2016 statt in Dublin hier stattfindet. Der Event ist die größte Konferenz für die Start-up-Szene mit über 50.000 Teilnehmern und geht bis 2020 in Lissabon über die Bühne. Dass der "web summit" keine No-name-Veranstaltung ist, beweisen Speaker wie Bono von U2, Travis Kalanick (Co-Funder von Uber), Schauspielerin Eva Longoria oder Tesla-Gründer Elon Musk.


Lissabon und auch Porto (wo die Reise auch Station machte) sind überhaupt ein gutes Pflaster für Start-ups. Ein typisches Vorzeigeunternehmen ist Talkdesk, ein Anbieter von Cloud-Based-Callcenter-Lösungen. Das Unternehmen mit Zweitsitz in San Francisco bietet Jobs für über 150 Softwareentwickler mit Datencentern in sechs Ländern auf der Welt. In rund einer Stunde sei laut General Manager Marco Costa ein Callcenter eingerichtet. 40.000 Agenturen, darunter Kunden wie IBM oder Dropbox, schwören bereits auf Talkdesk. 

Spezielles Ambiente für Co-Worker

Solche zukünftigen Start-up-Storys werden zum Beispiel im "Second Home" gemacht, ein Co-Working-Space im oberen Stock des "Time Out Markets" in Lissabon. Erfunden in London, bietet "Second Home" ein ganz spezielles Ambiente für Co-Worker. Ein Designer hat den Raum durch hunderte Topfpflanzen in eine grüne Oase verwandelt. Dazwischen schlängeln sich die geschwungenen Arbeitsplätze wie eine Python durch den Dschungel. Zwei Gärtner versorgen das Grün zwei Mal die Woche mit Wasser. Ein cooles Café und eine "Offline-Bibliothek" sichern das Wohlfühlambiente. Die Mietgliedschaften betragen von 50 bis zu 280 Euro im Monat, und bereits 270 Mitglieder werken in dieser grünen Ideenschmiede. 

Österreicher wirbt in Porto

Zwischen den Terminen bleibt aber auch immer wieder Zeit, um mehr über Land und Leute zu erfahren. Im klimatisierten Bus verrät Barbara Noppinger, dass der Immobilienmarkt blüht und in den Städten die Mieten rasant steigen. Bei einem Durchschnittseinkommen von rund 800 Euro zieht es die Portugiesen deshalb vermehrt aufs Land, wo die Mieten billiger sind. Viele pendeln deshalb in die Städte – Verkehrschaos in der Früh vorprogrammiert. Dennoch seien die Lebenserhaltungskosten relativ gering. So hat es auch Stefan Eberharter nach Portugal gezogen, den die UBITler bei einem Abendessen in Porto treffen. Der 37-jährige Österreicher werkt bereits seit zehn Jahren hier und hat vor acht Jahren mit seiner Frau Clara Viera die Kreativagentur CLAAN gegründet. Apropos gründen: Das funktioniert laut Rui Ramos Pinto Coelho von Investlisboa ganz easy und online in rund 45 Minuten. Aber zurück zu Stefan. Er sagt: "Wir arbeiten zu 95 Prozent für Kunden aus dem Ausland." Kommuniziert wird dabei meist über Skype. Was richtig gut qualifizierte Mitarbeiter betrifft, so erklärt der Werbeprofi, müsse man mit Gehältern von rund 1.500 Euro brutto rechnen. 

Offline und überwacht

Dass Portugiesen sehr gut ausgebildet sind, zeigen die Termine. Englisch geht leicht von der Hand und alle wissen, wovon sie reden. Bei Novabase, ein Unternehmen mit 2.400 Mitarbeitern und einem Umsatz von 230 Millionen Euro, erklärt Präsident Rogério Carapuça, dass es einen Mangel an Fachkräften gibt. Novabase entwickelt unter anderem Software für Zahlungen von weltweit 19 Millionen Kredit- und Debitkarten. Contisystems hingegen drucken Kreditkarten mit den sensiblen Daten der Besitzer. Und das in einem Raum, der komplett offline ist und jeder Mitarbeiter beim Eintritt abgewogen und überwacht wird. CTO Duarte Conceição sagt: "Wenn wir die Daten verlieren, können wir die Firma zusperren und nachhause gehen." Das Unternehmen ist spezialisiert auf Formatlösungen im Offset- und Digitalbereich und druckt zum Beispiel die portugiesische Version der Euromillionen-Scheine. Weitere Stationen der Reise waren noch der Accounting-Anbieter Moneris und ISQ, ein Unternehmen, das technische Beratung anbietet.

Geboten wurde den Teilnehmenden also einiges. Nach einer Stadtrundfahrt in Porto ging es dann auch wieder zurück, mit einem Airbus A321 vom Flughafen Francisco Sá Carneiro in Porto.

Hier gibt's einen kurzen Videorückblick.