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Neuer Gastgewerbe-KV bringt Erleichterungen

Ein klares Signal für ein gemeinschaftliches Miteinander zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgebern ist der neue Kollektivvertrag im Gastgewerbe.
Neuer Gastgewerbe-KV bringt Erleichterungen
© WKK

„Es wurden Einigungen erzielt, die beiden Seiten Vorteile bringen“, fassen die beiden Obleute der gastgewerblichen Fachgruppen Sigismund E. Moerisch und Stefan Sternad das Ergebnis zusammen:

  • Ein wesentlicher Punkt ist die Klarstellung, dass die Durchrechnung des sechsten Tages auch für Saisonbetriebe gilt. Wenn Mitarbeiter während der gesamten Saison im Durchschnitt an 5 Tagen arbeiten, ist für den 6. Tag – anders als bisher – kein 50%iger Zuschlag zu bezahlen.
  • Eine enorme bürokratische Entlastung bringt die Streichung der gesamten Regelung zum Ruhezeitenkonto mit sich. So mussten bisher die Zeiten der verkürzten Nachtruhe als Ausgleichsruhezeiten in einem Ruhezeitkonto niedergeschrieben werden. Diese Stunden waren dann vorrangig abzubauen und spielten auch beim Überstundenabbau eine Rolle. „Insgesamt war das ein viel zu aufwändiges und kompliziertes System“, sagt Stefan Sternad, Obmann der WK-Fachgruppe Gastronomie.
     
  • Als dritten wichtigen Punkt wurde die Streichung der Beschränkung auf wöchentlich maximal 15 Überstunden bzw. maximal 10 Stunden täglich vereinbart. Damit ist klargestellt, dass die gesetzliche mögliche Höchstarbeitszeit von 60 Stunden/Woche und 12 Stunden/Tag auch im Tourismus uneingeschränkt gilt.

„Mit diesen drei Punkten konnten wichtige Erleichterungen vereinbart werden“, sind sich Sternad und Moerisch einig. Der „große Wurf“ sei – trotz der konstruktiven Gesprächsbasis zwischen den Sozialpartnern – leider ausgeblieben, sagt Sternad: „Unser Ziel war es, ein Paket mit fünfjährigem Horizont zu vereinbaren. So hätten wesentliche Zukunftsthemen in Angriff genommen werden können.“ Von diesem langfristigen Plan, der auch als Best-Practice-Modell für eine lebendige Sozialpartnerschaft gelten hätte können, konnte die Gewerkschaft aber nicht überzeugt werden. „Um es ein wenig überspitzt zu formulieren: Die Angst vor der eigenen, gewerkschaftlichen Courage hat dieses visionäre Paket verhindert“, bringt es Moerisch auf den Punkt.

Die weiteren Ergebnisse der Lohn- und Gehaltsverhandlungen:

  • Der Mindestlohn für ungelernte Hilfskräfte wird mit 1. Mai 2019 auf 1540 Euro angehoben.
     
  • Die Löhne und Gehälter in den übrigen Kategorien variieren je nach Bundesland und steigen um durchschnittlich 2,76 Prozent (Arbeiter) und 2,47 Prozent (Angestellte).
     
  • Die Lehrlingsentschädigungen werden auf 760 Euro im ersten Lehrjahr, auf 860 Euro im zweiten Lehrjahr, auf 980 Euro im dritten Lehrjahr und auf 1075 Euro im vierten Lehrjahr angehoben.

„Die Erhöhung der kollektivvertraglichen Löhne und Gehälter sind auch ein Zeichen der Wertschätzung an unsere Mitarbeiter“, betont Stefan Sternad, der sich über die steigenden Lehrlingszahlen im Tourismus freut. Diese seien auch ein Ergebnis der konsequenten Imagearbeit der Interessenvertretung: „Wir sehen es als eine unserer zentralen Aufgaben, die Werbetrommel für unsere Branche zu rühren und deshalb freut es uns umso mehr, dass die Wertschätzung für die Arbeit im Tourismus steigt.“ Im Gastgewerbe zu arbeiten sei mitunter anspruchsvoll – wie es in jedem Dienstleistungsberuf der Fall ist –, doch gleichzeitig auch abwechslungsreich und voller Karrieremöglichkeiten. Dies unterstreicht Sigismund  E. Moerisch: „Vom Lehrling zum Hoteldirektor oder Restaurantleiter, das ist in unserer Branche keine Seltenheit. Dazu kommen weitere Vorteile – wie freie Kost und Logis -, die es sonst in keiner anderen Branche gibt. Man kann also mit Fug und Recht behaupten: Im Kärntner Tourismus wird den Arbeitnehmern ein attraktives Arbeitsumfeld mit vielen Vorteilen geboten.“

>>> Hier geht's zur neuen Lohn- und Gehaltsordnung (gültig ab 1.5.2019)

>>> Die ab 1. Mai 2019 geltenden Löhne und Gehälter finden Sie hier

>>> Rahmen-Kollektivvertrag ArbeitnehmerInnen (gültig ab 1.5.2019)

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