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Information bezüglich Feuerbrand

Amtliche Pflanzenschutzdienst in Niederösterreich, NÖ Landwirtschaftskammer

Da auch in diesem Jahr die Feuerbrandbekämpfung wie im Vorjahr weitergeführt wird, ersucht der Amtliche Pflanzenschutzdienst in Niederösterreich wieder sämtliche Gartengestalter, Gärtner und Floristen über die gefährliche Bakterienkrankheit Feuerbrand – wie auch die letzten Jahre zu informieren und die von uns zur Verfügung gestellten Informationen an Ihre Mitglieder weiterzuleiten. 

Allgemeines:  

Feuerbrand ist eine der gefährlichsten Pflanzenkrankheiten, die vor ca. 200 Jahren erstmals in Nordamerika nachgewiesen wurde und seit 1993 auch in Österreich (Vorarlberg) auftritt. Seither breitet sich der Feuerbrand kontinuierlich weiter Richtung Osten aus. Im Jahr 2001 wurde erstmals auch in Niederösterreich (Neunkirchen) ein Feuerbrandbefall festgestellt. 

Feuerbrandauftreten der letzten Jahre:

2006211
20071.882
2008524
2009108
201062
2011193
2012342
2013529
2014113
201568
201639
201717
201838
201911

Diese Krankheit wird durch das hochinfektiöse und schwer zu bekämpfende Bakterium Erwinia amylovora verursacht und stellt eine ernst zu nehmende Gefahr für das Kernobst sowie einige Zierwirtspflanzen auf Streuobstwiesen, Intensivobstflächen, Hausgärten, Baumschulen und öffentlichen Grünflächen dar.

Für die Gesundheit des Menschen besteht keine Gefahr!!!

Ausbreitung: 

Die Übertragung des Erregers erfolgt vor allem während der Vegetationsperiode durch Insekten, Wind und Regen und über größere Distanzen auch durch Vögel, nicht desinfiziertes Werkzeug und den Pflanzenverkehr. Die größte Infektionsgefahr besteht bei schwülwarmen Witterungsbedingungen während der Blütezeit.

Wirtspflanzen:  

Vor allem Birnen– und Apfelbäume sowie deren Zierformen, aber auch Quitten und Ebereschen sind besonders stark betroffen. Von den Zier– und Wildpflanzen werden Crataegus sp., Pyracantha sp., Mespilus sp., Cotoneaster sp. (hier besonders die großblättrigen Arten), Amelanchier, Chaenomeles, Eriobotrya, Sorbus, Aronia sowie Photinia befallen. 

Krankheitssymptome: 

Erkrankte Blüten, Blätter und Triebe beginnen zu welken, vertrocknen relativ rasch und färben sich in der Folge braun oder schwarz. Die abgestorbenen Blätter und Früchte (wie Dörrfrüchte) bleiben meist am Baum hängen. Die Spitzen befallener Jungtriebe krümmen sich aufgrund des Wassermangels hakenförmig. Schneidet man die Rinde frischer Befallsstellen an, so ist diese meist rotbraun verfärbt und manchmal von klebrigem Bakterienschleim durchsetzt. Dieser Bakterienschleim kann bei feuchtwarmer Witterung aus den infizierten Pflanzenteilen als milchig-weißer, später honigfarbiger Schleimtropfen austreten.

Bekämpfung: 

Um eine Ausbreitung des Feuerbrandes zu verhindern ist es besonders wichtig, die Krankheitsherde möglichst schnell zu entdecken und sofort durch Verbrennen zu vernichten.
Zur besseren Abwicklung und Durchführung dieser Bekämpfungsmaßnahmen wurde in Niederösterreich eine Feuerbrandbekämpfungsstruktur installiert.

Diese gliedert sich nunmehr in folgende 3 Bereiche:

  1. Feuerbrand-Beauftragter der Gemeinde:   klärt den Verdacht ab
  2. Feuerbrand-Sachverständiger:   klärt den Befall ab, schreibt Maßnahmen vor und schult gegebenenfalls den Pflanzenbesitzer
  3. Pflanzenbesitzer:   führt – nach Einschulung durch den Sachverständigen – die Ausschnitt– und Rodungsmaßnahmen sowie die Entsorgung des befallenen Materials unter strengen Desinfektionsmaßnahmen durch
    oder
    beauftragt den Maschinenring mit den gesetzten Maßnahmen. In diesem Fall wird die Hälfte der anfallenden Kosten, vorbehaltlich Genehmigung,  vom Land NÖ getragen.

Feuerbrand ist meldepflichtig (am zuständigen Gemeindeamt)! Nur durch rechtzeitiges Melden eines Verdachtes können erfolgreiche Maßnahmen zur Eindämmung des Feuerbrandes gesetzt werden. Dem Pflanzenbesitzer entstehen für die Abklärung derzeit keine Kosten. 

Vorbeugende Maßnahmen:  

Da zurzeit eine direkte Bekämpfung dieser Pflanzenseuche nicht möglich ist, kommt den vorbeugenden Maßnahmen eine umso größere Bedeutung zu. Hier wird besonders an die Gartenbaubetriebe appelliert, den Verkauf der Zierwirtspflanzen (besonders der hochanfälligen Cotoneaster–Arten) zurückzunehmen und stattdessen Alternativen zu diesen Pflanzen forciert anzubieten. Vorschläge dazu bietet die beiliegende Broschüre.
In NÖ gibt es ein gesetzlich verankertes Auspflanzverbot für Wirtspflanzen in Befallszonen (wird im Umkreis von 3 km um einen Befallsherd festgelegt). 


Ausgenommen vom Verbot nach  § 25 Abs. 6 NÖ Pflanzenschutzverordnung sind Pflanzen folgender Gattungen, die der Fruchtnutzung dienen:

  • Cydonia (Quitte)
  • Malus (Apfel)
  • Mespilus (Mispel)
  • Pyrus (Birne), mit Ausnahme der Sorte Speckbirne (Synonym: Oberösterreichische Weinbirne, Zitronengelbe)
  • Sorbus (z.B. Eberesche, Vogelbeere)
  • Aronia (Apfelbeere)

Es wird ersucht, das Auspflanzverbot zu berücksichtigen und auch die Kunden darauf aufmerksam zu machen. Außerdem ersuchen wir, die Auspflanzung von FB-Zierwirtspflanzen möglichst zu reduzieren oder ganz darauf zu verzichten.
Wir hoffen, mit diesem Schreiben, Ihnen die Problematik des „Feuerbrandes“ nähergebracht zu haben.  

Kontakt:

Für weitere  Fragen im Bereich der Feuerbrandbekämpfung steht Ihnen Herr DI Christian Kornherr (Tel.: 05 0259-22405) gerne zur Verfügung.