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AMA-Gütesiegel-Richtlinie Rinderhaltung

"Qplus Rind"

Im Downloadbereich finden Sie die AMA-Gütesiegel-Richtlinie “Rinderhaltung” (Version 2015), die vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft genehmigt wurde und nach der Drucklegung von der AMA-Marketing an die AMA-Gütesiegelbetriebe versendet wird.

Wir verweisen insbesondere auf das freiwillige Modul „Qplus-Rind“ (Kapitel C 6. - Seiten 42ff).

Demnach hat sich der Landwirt einer von der AMA-Marketing anerkannten Abwicklungsstelle zu bedienen. Als Abwicklungsstelle kommen grundsätzlich private und juristische Personen in Frage (Unternehmen, Institutionen, Interessensvertreter,…). Die Abwicklungsstelle hat Aufgaben nach einem von der AMA-Marketing erstellten Leistungskatalog zu erfüllen, insbesondere:

  • Datenerfassung bezüglich Tierhaltung
  • Mast- und Schlachtleistung sowie Qualität für jedes Tier und zentrale Dokumentation
  • Erhebung, Erfassung und Berechnung von Kennzahlen
  • Jahresbericht
  • Maßnahmenplan und Überwachung der Umsetzung
  • Externe Kontrolle


Qplus-Rind steht im Zusammenhang mit der agrarpolitischen Entscheidung, das historische Modell mit Betriebsprämien und Mutterkuhprämie nicht mehr fortzuführen. Zur Kompensation der durch den Wegfall der gekoppelten Zahlungen im Rinderbereich entstandenen Einkommensverluste für die landwirtschaftlichen Betriebe werden Maßnahmen im Rahmen des österr. Programms „Ländliche Entwicklung  2014-2020“ (2. Säule) gesetzt. Die entsprechende Sonderrichtlinie des Bundesministeriums sieht für die Umsetzung des Qualitätsmoduls eine Förderung für den teilnehmenden landwirtschaftlichen Betrieb in der Höhe von 80% (in Diskussion ist noch eine 100% Förderung) der tatsächlichen Kosten (max. jedoch EUR 3.000,-- pro Jahr) vor. 

Der Vieh- und Fleischgroßhandel hat sich in den langwierigen und äußerst schwierigen Verhandlungsrunden mit Vertretern des Bundesministeriums, der AMA-Marketing und der Landwirtschaft sehr kritisch zu dem vorgeschlagenen Projekt geäußert und grundsätzlich folgenden Standpunkt vertreten:

  • Gefahr einer Monopolstellung auf dem Markt durch einzelne Marktteilnehmer, Forderung nach einer struktur- und marktneutralen Abwicklung des Projekts
  • Forderung nach Einrichtung einer Abwicklungsstelle bei einer Stelle, konkret  in der AMA-Marketing, zur kostengünstigen und wettbewerbsneutralen Abwicklung dieses Projekts
  • das politische Ziel, durch dieses Qualitätsprogramm eine Ersatzförderung für den landwirtschaftlichen Betrieb zu gewährleisten wird dadurch nicht erreicht. Der Landwirt erhält lediglich einen Ersatz der tatsächlichen Projektkosten, ein allfälliger „Mehrwert“ wäre nur auf dem Markt zu erzielen (Die Forderung der grundsätzlichen Unterstützung der Rinderhaltung in Österreich wurde von uns in den Diskussionen nicht in Frage gestellt. )
  • „Pauschalregelungen“ im Zusammenhang mit den Aufwendungen der Abwicklungsstellen und der Preisgestaltung scheitern aus wettbewerbs- bzw. kartellrechtlichen Gründen
  • die Aufwendungen für die Abwicklungsstellen sind erheblich, unterschiedliche Personal- und Sachaufwendungen von Abwicklungsstellen bei Marktteilnehmern führen zu Wettbewerbsverzerrungen
  • hohes Risiko von nachträglichen Rückzahlungen/-forderungen (Rückabwicklung eingehobener Mitgliedsbeiträge) im Falle von negativen Kontrollergebnissen


Alle unsere Einwendungen und Vorschläge sind in den Verhandlungen abgelehnt worden. Dennoch hat der Vieh- und Fleischgroßhandel letztlich dem freiwilligen Modul Qplus-Rind im Rahmen des AMA-Gütesiegelprogramms als Kompromiss im Interesse der Viehwirtschaft zugestimmt. Nach wie vor sind wir der Auffassung, dass die bezweckten Mehrerlöse als Ersatzförderung für die Landwirtschaft durch dieses Qualitätsmodul nicht zu erreichen sein werden.