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Wege zur Wirtschaftlichkeit

Standardausstattungskatalog, Wirtschaftsparameter und Qualitäts- und Wirtschaftslichkeitsbeirat

Im April d. J. wurde von Wohnbaulandesrat Dr. Manfred Haimbuchner der sog. Standardausstattungskatalog für den Wohnbau und die Wirtschaftlichkeitsparameter für den Wohnbau vorgelegt.

 

Nun wurden diese Unterlagen überarbeitet und neu herausgegeben. Außerdem wurde die Beschreibung der Arbeit des Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsbeirat ergänzt.

 

Der neue Standardausstattungskatalog gilt für sämtliche Projekte der Wohnbauprogramme ab dem Jahr 2015 auf Basis der Oö. Neubauförderungs-Verordnung, sowie der Verordnung „Junges Wohnen“. Ausgenommen sind jene Bauvorhaben, die vor diesem Zeitpunkt baubewilligt wurden.

 

Diese Überarbeitung wurde in enger Kooperation mit den genossenschaftlichen und den gewerblichen Wohnbauträgern durchgeführt. Die Innungen der Geschäftsstelle Bau der WKO Oberösterreich (Bau, Holzbau, Dachdecker/Glaser/Spengler und Steinmetze) waren aber nicht in die Erstellung dieses Kataloges eingebunden.

 

Nachstehend eine kurze Zusammenfassung der Änderungen und Präzisierungen im Vergleich zu den ursprünglichen Dokumenten:

  

Teil 1:  Standardausstattungskatalog

 

_ Präzisierung: eine extensive Dachbegrünung ist möglich [Punkt a)7)]

 

_ Bei den Nurglasbrüstungen gab es eine Präsizierung: diese sind nur dann ausgeschlossen, wenn sie einseitig eingespannt sind. [Punkt a)9)b)]

 

_Der Anteil der Fenster- und Glasflächen ist jetzt im Teil Standardausstattung und nicht wie bisher im Teil Wirtschaftlichkeitsparameter geregelt.

Die Fensterfläche (Architekturlichte) in den allgemeinen Flächen (Abstellraum, Gang, Stiegenhaus …), DARF 5 % der förderbaren Fläche nicht überschreiten. Der Anteil der Fensterflächen des Gebäudes SOLL nicht mehr als 20 % der förderbaren Fläche betragen. (Punkt a)10)]

 

_ Die Vorgabe, dass kontrollierte Be- und Entlüftungen nur als Einzelgeräte auszuführen sind, ist ersatzlos weggefallen.

 

_ Bei der Wärmedämmung und Dämmeigenschaften der Fenster wurde die zuvor missverständliche Formulierung „Erreichung der Mindestenergiestandards“ in „Erreichung des förderrechtlich angestrebten Energiestandards“ umformuliert. D.h., dass Niedrigstenergiehäuser und Passivhäuser nach wie vor möglich sind. [a)18) ff]

 

_ Kellerabteile und die Technikräume sind unbehandelt und ohne Anstrich auszuführen (davor: „Kellerwände in Beton“) [b)1)]

 

_ Die Anzahl der Steckdosen in den verschiedenen Räumen wurde geringfügig erhöht. Ein weiterer Unterverteilkasten für Niederspannung (Internet) kann errichtet werden. [b)6)]

 

_ Die Dusche als Alternative zur Badewanne mit Wannenträger muss nicht mehr barrierefrei sein [b)8)]

 

_ Die Kantenlänge der Fliesen SOLL max. 33 cm betragen (davor ein P-Kriterium) [b) 10)]

 

_ Metallische Handläufe von Neben- und Fluchtstiegen müssen nicht aus NIRO sein [b) 11)]

 

_ Umfassungszargen sind bei Wohnungseingangstüren erlaubt [b) 13)]

 

_ Es werden nun auch die Sonderwünsche von BewohnerInnen im Ausstattungskatalog berücksichtigt: Die Preise, die für Sonderwünsche an die Bewohner verrechnet werden, dürfen max. 10 % über denen der Förderungswerber für die Standardausstattung liegen. Wird z.B. als Sonderwunsch eine zusätzliche Steckdose eingebaut, darf dafür max. 10 % mehr als für die Steckdose in der Standardausstattung verrechnet werden. [b)14)]

  

Teile 2-4: Parameter und Grenzwerte / Begriffe und Definitionen / Tabelle Flächenzuordnung

 

Dieser Teil wurde umfassend überarbeitet. Anstatt von ursprünglich sieben Parametern, werden nur noch drei Parameter für die Beurteilung herangezogen. Neu ist das Oberflächen-Volumen-Verhältnis gemäß Energieausweis hinzugekommen, das die Kompaktheit eines Gebäudes beschreibt.

 

Bei Bauprojekten mit mehreren Baukörpern ist eine Einzelhausbetrachtung dann möglich, wenn die einzelnen Häuser mehr als neun Wohnungen beinhalten. Außerdem ist es unter bestimmten Voraussetzungen auch möglich einzelne, zeitlich abgegrenzte Bauabschnitte einzeln zu beurteilen.

 

Die Flächenberechnungen und die Grenzwerte der Parameter wurden verändert. Bei den Tiefgaragenplätzen wird die Einfahrtsrampe nicht mehr berücksichtigt. Bei der „Nutzbaren Fläche ohne Garage“ wird die Fläche der Stiegenläufe nicht mehr berücksichtigt. Außerdem werden Räumlichkeiten, für Solaranlagen und Biomasse-Heizanlagen nicht eingerechnet.

 

Die Grenzwerte der Parameter NFL o. G. (Nutzbare Fläche ohne Garage) und NFL d. TG (Nutzfläche der Tiefgarage) wurden erhöht. Die Parameter sind also tendenziell weniger streng.

 

Allgemeinflächen, Fensterflächen, Dachflächen und Fassadenflächen wurden aus den Wirtschaftlichkeits-Parametern herausgenommen. Die Fensterflächen werden nun im Teil 1: Ausstattungskatalog behandelt. Die Dach- und Fassadenflächen schlagen sich in der Gebäudekompaktheit also im Wert AB/VB nieder.

 

Normen gelten im Zusammenhang mit dem Katalog immer in der Fassung, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gültig waren (d.h. November 2014).

  

Teil 5:  Organisatorische Aspekte

Dieser Teil wurde gänzlich neu eingefügt und beschreibt den Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsbeirat, der bereits seit Jahresbeginn 2014 seine Arbeit aufgenommen hat.

 

Der Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsbeirat steht Gemeinden ohne Gestaltungsbeirat, gemeinnützigen Bauvereinigungen und gewerblichen Bauträgern auf freiwilliger und kostenloser Basis für ihre Bauprojekte zur Verfügung.

 

Er ist ein Sachverständigengremium mit beratender Funktion, das dem zuständigen politischen Referenten (zB. Wohnbaulandesrat) zugeordnet ist. Der Beirat beurteilt vor allem Projekte des geförderten Wohnbaus ab 25 Wohneinheiten. Es können ihm aber auch Projekte aus Architekturwettbewerben, die von Gestaltungsbeiräten beurteilt wurden, oder weniger als 25 Wohnungen haben, zur Beurteilung zugewiesen werden.

 

Als qualitative Aspekte werden z. B. berücksichtigt: Grundstück, Architektur, Städtebau, ökologische Gesichtspunkte oder die Eignung für Familien etc.

 

Als wirtschaftliche Aspekte werden z. B. berücksichtigt: Baukosten, Folgekosten (Wartung), Betriebskosten, Eignung des Grundstückes etc.

  

Zusammensetzung des Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsbeirates:

 

2 VertreterInnen der Abt. Wohnbauförderung (1 davon hat den Vorsitz)

 

6 ExpertInnen für den Bereich Qualität:

         1 VertreterIn aus dem Energie- und Ökologiebereich

         1 VertreterIn aus dem Behinderten- und Familienbereich

         1 VertreterIn aus dem Jugendbereich

         3 freischaffende ArchitektInnen

 

3 ExpertInnen für den Bereich Wirtschaftlichkeit:

VertreterInnen aus dem Bereich des Bauhaupt- und Baunebengewerbes für wirtschaftliche Fragestellungen.

  

Der Wirtschaftlichkeitsbeirat kann auch ohne den 6 Experten aus dem Bereich Qualität tagen.

  

Ablauf der Projektbeurteilung – Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsbeirat
Projekte des geförderten Wohnbaus ab 25 Wohneinheiten sind in Vorentwurfsqualität bei der Abteilung Wohnbauförderung einzureichen. Bauwerber und Planer werden zur Vorstellung des Projektes und zur Diskussion eingeladen. Zur Beiratssitzung muss ein Modell mitgenommen werden.

 

Im Anschluss an eine Beratung gibt der Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsbeirat eine schriftliche Stellungnahme ab. Im Zweifelsfall geben die wirtschaftlichen Aspekte den Ausschlag für die Beurteilung.

  

Ablauf der Projektbeurteilung durch den Wirtschaftlichkeitsbeirat:

Aus allen Projekten, die im Bauprogramm enthalten sind, wählt der Wirtschaftlichkeitsbeirat eine Stichprobe aus. Die Auswahl erfolgt gleichzeitig mit der Bekanntgabe des Bauprogrammes und wird unverzüglich kommuniziert.

 

Der Wirtschaftlichkeitsbeirat tagt einmal im Monat. Die Sitzungen sind grundsätzlich nicht öffentlich. Förderungswerber und Experten können im Bedarfsfall zur Sitzung eingeladen werden.

 

Die Projektunterlagen müssen in 4-facher Ausfertigung mindestens 14 Tage vor dem Sitzungstermin bei der Abteilung Wohnbauförderung vorgelegt werden. Ein Modell ist nicht erforderlich.

 

Das Ergebnis der Beurteilung durch den Wirtschaftlichkeitsbeirat wird am Tag der Sitzung schriftlich festgehalten und dem Förderungswerber innerhalb von 10 Tagen übermittelt.

 

Grundsätzlich ist eine positive Beurteilung die Voraussetzung für die weitere Bearbeitung durch das Wohnbauressort des Landes OÖ.