Agrarhandel, Landesgremium

Verbraucherinformation zum Alkoholkonsum

Gesundheitsbezogene Warnungen auf Etiketten von alkoholischen Getränken

Lesedauer: 2 Minuten

17.04.2024

Das Europäische Parlament in Straßburg hat den Initiativbericht „Stärkung Europas im Kampf gegen Krebs“ angenommen (siehe Downloadbereich), der sich unter anderem mit dem Thema Alkoholkonsum im Kontext der Krebsprävention befasst. 

Aus Sicht der Weinwirtschaft sind insbesondere folgende Abstimmungsergebnisse über die diversen Änderungsanträge hervorzuheben:  

  • Nicht angenommen wurde ein Änderungsantrag zur Einführung von verpflichtenden „Krebswarnhinweisen“ z.B. auf Wein- oder Bierflaschen (ähnlich wie bei Zigarettenverpackungen). Stattdessen spricht sich das Parlament nun für „Informationen zu moderatem und verantwortungsbewusstem Trinken“ aus.
  • Statt eines Verweises, dass Alkoholkonsum (generell) krebserregend sei, verweist der angenommene Text auf die Rolle von schädlichem Alkoholkonsum als Risikofaktor in der Entstehung verschiedener Krebsarten
  • Die Forderung des Verbots des Sponsorings im Sport durch Alkoholhersteller beschränkt sich auf Events, die hauptsächlich von Minderjährigen besucht werden. 
  • Während die ursprüngliche Version des Berichts darauf verwiesen hatte, dass es keinen gesundheitlich unbedenklichen Alkoholkonsum gebe, spricht der angenommene Bericht davon, dass in Bezug auf Krebsprävention die sicherste Stufe des Alkoholkonsums der Verzicht sei.  

 

Politische und rechtliche Einordnung

Aus Sicht der Weinwirtschaft ist zu begrüßen, dass der verabschiedete Text nun grundsätzlich zwischen maßvollem und schädlichem Alkoholkonsum unterscheidet. Zu begrüßen ist zudem die im finalen Bericht enthaltene Empfehlung, an den Verbraucher Informationen zum moderaten und verantwortungsbewussten Trinken zu kommunizieren, anstatt verpflichtende Krebswarnhinweise auf Weinflaschen zu fordern, die den Weinkonsum generell – und unabhängig vom Ausmaß - stigmatisieren würden.   

Rechtlich ist zu beachten, dass dieser Bericht des Europaparlaments nicht im Rahmen eines ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens, sondern auf eigene Initiative des Europaparlaments erfolgt ist, und somit rechtlich nicht bindend ist. Der Bericht repräsentiert die aktuelle Position des Europaparlaments zum Thema Krebsprävention.  

Trotzdem ist der Bericht des Europaparlaments von politischer Bedeutung und wird mittelbar die laufende Arbeit der Europäischen Kommission an den geplanten Rechtsakten im Rahmen des Europäischen Plans zur Krebsbekämpfung.

 

Kontext: Europäischer Plan zur Krebsbekämpfung

Die Europäische Kommission sieht Handlungsbedarf aufgrund der zahlreichen Krebs-Erkrankungen in der Europäischen Union. Zu diesem Zweck hat die Kommission im Februar 2021 ihre Initiative „Europäischer Plan zur Krebsbekämpfung“ vorgestellt, welche Maßnahmen zu den Themen Tabak, Umweltgifte, gesunde Lebensweise und Alkohol ins Auge fasst. Der Zeitplan der Kommission sieht vor, dass noch heuer Vorschläge zu den Themen „Verpflichtendes Inhaltsverzeichnis und Nähwertdeklaration für alkoholische Getränke“, „Alkoholbesteuerung“ und „grenzüberschreitender Alkoholverkauf an Privatpersonen“ durch die Kommission vorgelegt werden sollen. Für das Jahr 2023 ist ein Gesetzgebungsvorschlag für gesundheitsbezogene Warnungen auf Etiketten von alkoholischen Getränken geplant.  

Das Bundesgremium steht im engen Austausch mit dem Europäischen Weinverband CEEV in Brüssel, der die Interessen der Weinwirtschaft gegenüber den EU-Institutionen vertritt. CEEV beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit dem Thema Weinkonsum und Gesundheit und hat zur Kommunikation mit EU-Entscheidungsträgern zahlreiche Dokumente, wie das Factsheet zum Thema Weinkonsum und Krebskonsum (siehe Download), erstellt.

 

Weiterführende Informationen:

  1. Europäische Kommission: Europäischer Plan zur Krebsbekämpfung – inklusive Zeitplan: Europe’s Beating Cancer Plan - Implementation Roadmap
  2. Europäisches Parlament: ursprünglicher Entwurf des Berichts über die Stärkung Europas im Kampf gegen Krebserkrankungen – auf dem Weg zu einer umfassenden und koordinierten Strategie – endgültige Version siehe Downloadbereich