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Werkverkehr mit LKW

Bestimmungen für LKW zwischen 3,5 und 7,5 t hzG
Bei Nutzung von LKW mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t unterliegt man einigen wesentlichen zusätzlichen Vorschriftenbereichen.
Nachstehend finden Sie dazu einen Überblick – ohne Garantie für Vollständigkeit.

1.    EU-Kontrollgerät / Fahrtschreiber inkl. Dokumentation der gesamten Tätigkeitszeiten für den jeweiligen Lenker

Lkw mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t unterliegen allen Verpflichtungen hinsichtlich des EU-Kontrollgerätes:
•    Der Lenker muss also bei jeder Fahrt seine Fahrerkarte stecken und die gesamte Arbeitszeit (und zusätzlich auch Ruhezeiten) mit dem Fahrtenschreiber dokumentieren.
•    Er muss dabei das Gerät richtig bedienen, die elektronischen  Aufzeichnungen sind im Nachhinein z.B. vom Arbeitsinspektor im Betrieb sehr einfach und lückenlos überprüfbar, Verstöße können also ganz einfach festgestellt und geahndet werden.
•    Sie brauchen z.B. für jeden Lenker (auch für sich selbst, wenn Sie das Fahrzeug ebenfalls lenken) eine Fahrerkarte sowie als Unternehmen zusätzlich eine Unternehmerkarte.
•    Sie müssen auch die Daten des EU-Kontrollgerätes und der Fahrerkarten regelmäßig auslesen und elektronisch in geeigneter Weise speichern.

Weitere Details der diesbezüglichen Verpflichtungen finden Sie hier.

Bei Lkw bis 3,5 t hzG gilt diese Regelung nur, wenn mit ihnen ein Anhänger gezogen wird und dadurch die Summe der hzGs beider Fahrzeuge zusammen die 3,5 t-Grenze übersteigt. Fahren Sie mit dem Lkw bis 3,5 t hzG ohne Anhänger, braucht keine Fahrerkarte gesteckt werden, kann in diesem Fall also auch eine Person ohne Fahrerkarte mit diesem Fahrzeug fahren.



2.    Erfordernis der Lenkerberechtigung der Klasse C und dadurch auch der Berufskraftfahrer-Aus- und –Weiterbildung

Beim Lenken eines Lkw mit mehr als 3,5 t hzG benötigt man eine Lenkerberechtigung der Klasse C. Personen mit dieser Lenkerberechtigung benötigen dann, wenn sie in der Wirtschaft Kraftfahrzeuge lenken, die diese Lenkerberechtigung erfordern, zusätzlich eine verpflichtende Aus- bzw. Weiterbildung. Zum Nachweis der Absolvierung dieser Ausbildung müssen die Lenker im Führerschein den Eintrag „C95“ ergänzt mit dem Ablaufdatum der Gültigkeit eingetragen haben.

Diese Weiterbildung ist alle 5 Jahre zu wiederholen und umfasst jeweils 5 Tage á 7 Stunden verpflichtende Kursteilnahme.

Sie erhalten hier den Link zu den detaillierten Informationen zu diesem Thema auf unserer Website.

Bei Lkw bis 3,5 t hzG gilt diese Regelung generell nicht, egal ob damit ein Anhänger gezogen wird oder nicht.


3.    Fahrleistungsabhängige Maut (Road Pricing) anstelle der zeitabhängigen Mautvignette auf österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen

Wie in vielen anderen Statten auch, ist die 3,5 t-Grenze entscheidend für die Höhe der zu entrichtenden Mautgebühr, u.a. in Österreich auch dafür, wie man bezahlen muss:
•    Bis 3,5 t hzG gilt in Österreich so wie auch für Pkw die Verpflichtung zur Entrichtung der Maut durch Kauf der Mautvignette. Es gibt zwischen Pkw und Lkw auch keine Differenzierung, für einen Lkw bis 3,5 t ist daher gleich viel zu bezahlen wie für einen Pkw.
•    Über 3,5 t hzG fällt jedes Kraftfahrzeug in Österreich hingegen unter die Fahrleistungsabhängige Maut. Es muss also je nach Anzahl der Achsen (Achtung: auch die Achsen eines allfälligen Anhängers sind mitzuzählen!) und je nach Abgasklasse des Kraftfahrzeuges für jeden einzelnen auf Autobahnen und Schnellstraßen gefahrenen Kilometer bezahlt werden.  

Sie erhalten hier den Link zu den detaillierten Informationen zu diesem Thema auf unserer Website:


4.    Lkw-Fahrverbote nach verschiedenen Regellungen

Zahlreiche Lkw-Fahrverbotsregelungen in In- und Ausland gelten vielfach ab der Gewichtsgrenze von 3,5 t. z.B. sind in Oberösterreich und auch in manchen anderen Bundesländern die zur Verhinderung des Mautausweichverkehr seit Einführung des Road Pricing verordneten zahlreichen Fahrverbote ab 3,5 t gültig. Auch in verschiedenen Innenstädten gelten Fahrverbote ab dieser Grenze. Das Lkw-Wochenend- und –Feiertagsfahrverbot gilt zwar bei Solo-Lkw erst ab 7,5 t, bei Hänger-Zügen aber schon ab  3,5t.  

Auch die zunehmend nach dem Immissionsschutzgesetz-Luft verordneten Fahrverbote für Lkw gelten in aller Regel ab 3,5 t.

Details zu diesen Themen finden Sie hier.

Es gibt zu den Lkw-Fahrverboten auch ein online-Tool der WK-Organisation, das hilft, die konkreten Details festzustellen.


5.    Kraftfahrzeugsteuer anstelle von Normverbrauchsabgabe

Bei Kraftfahrzeugen bis 3,5 t hzG wird die für diese Kraftfahrzeuge jährlich anfallende Steuer von der Kfz-Haftpflichtversicherung mit der Vorschreibung der Versicherungsprämie mit eingehoben (Motorbezogene Versicherungssteuer). Für Kraftfahrzeuge über 3,5 t hzG fällt anstelle dieser Motorbezogenen Versicherungssteuer die Kraftfahrzeugsteuer an. Diese Kfz-Steuer ist vom Betroffenen selbst zu berechnen und aktiv abzuführen (es gibt also nicht den Automatismus der Einhebung durch die Versicherung).

Detailinformationen zu diesem Thema finden Sie auf unserer Website.


6.    Neues zentrales Register für Verwaltungsübertretungen im Verkehrsbereich (Verkehrsunternehmensregister)

Das Verkehrsunternehmensregister ist ein neues „Sündenregister“, in dem rechtskräftige Verwaltungsstrafen gegen Lenker und Unternehmen wegen Verstößen in bestimmten Teilen des Verkehrsrechts zentral zu Lasten des Unternehmens gesammelt werden. Dort werden aber keinesfalls alle Verwaltungsstrafen berücksichtigt, Anknüpfungspunkt ist nämlich, dass Verstöße berücksichtigt werden, die im Zusammenhang mit Kraftfahrzeugen begangen wurden, für die ein EU-Kontrollgerät erforderlich ist (vergleiche Punkt 1 dieses Mails). Nach jetzigem Stand werden also Verstöße mit anderen Kraftfahrzeugen, wie insbesondere Lkw bis 3,5 t ohne Anhänger, in dieses Verkehrsunternehmensregister nicht eingetragen.

Detailinformationen zu diesem Thema finden Sie auf unserer Website.


Zusammenfassend sollte sich unserer Ansicht nach jedes Unternehmen sehr gut überlegen, ob angesichts der vielen speziellen Vorschriftenbereiche, denen man bei Einsatz eines Lkw über 3,5 hzG unterliegt, tatsächlich zweckmäßiger und sinnvoll ist, solche Fahrzeuge im Gewichtsbereich zwischen 3,5 t und 7,5 t zum Einsatz zu bringen. Alternativ könnten mehrere Fahrten mit einem Lkw bis 3,5 t, die Verwendung eines zusätzlichen Anhängers mit diesem Lkw oder natürlich auch die Vergabe der Transporte an ein gewerbsmäßiges Güterbeförderungsunternehmen dafür sorgen, dass die oben unter 1. bis 6. angeführten Problem- und Rechtsbereiche vermieden werden können.