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Platte

Perfekter Rückblick und immer noch guter Ausblick

Das von einer Hochkonjunktur geprägte Jahr 2018 war auch aus Sicht der heimischen Plattenindustrie ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr. Bei voller Auslastung der Produktionskapazitäten konnte das Produktionsvolumen bei Spanplatten sogar noch leicht gesteigert werden. Auch der Inlandsabsatz 2018 weist ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr aus, was insbesondere der guten Entwicklung des heimischen Arbeitsmarktes mit sinkenden Arbeitslosenzahlen und steigenden Einkommen für Konsumausgaben in Privathaushalten geschuldet ist. Erfreulich war auch die Entwicklung der Umsatzzahlen. Der Export lag umsatz- und in etwa auch mengenmäßig auf einem ähnlich hohen Niveau wie 2017.

Für 2019 zeichnet sich ein leicht geändertes Bild ab. Nachdem die Weltwirtschaft den Konjunkturhöhepunkt 2018 erreicht und bereits überschritten hat, wird generell für 2019 ein sinkendes Wachstum prognostiziert, was sich in Österreich allerdings noch immer auf einem relativ hohem Niveau abspielt. Die vorhandenen Produktionszahlen für 2019 deuten noch auf keinen Rückgang hin. Beim Export und beim Inlandsabsatz ist zwar ein leichter Rückgang erkennbar, wobei sich aber die seit dem Metalllohnabschluss im Herbst 2018 anhaltend überdurchschnittlich hohen Lohn- und Gehaltsabschlüsse positiv auf das Konsumverhalten auswirken.

Trotz der bekannten geopolitischen Herausforderungen wie z. B. Brexit und diverse Handelsstörungen, erweist sich die Konjunktur in Österreich bisher als relativ robust. Vorzeichen für die Zukunft deuten allerdings auf einen leichten Abschwung hin. Die Auftragslage in der

Plattenindustrie ist für das erste und zweite Quartal 2019 noch ähnlich positiv wie 2018, der Ausblick darüber hinaus wird herausfordernder, wenngleich die Stimmung nach wie vor zuversichtlich ist.

Das Exportgeschäft im internationalen Umfeld

Die Exportzahlen liegen seit Jahren im Wesentlichen stabil auf hohem Niveau mit einer Quote von ca. 80 % bei nur geringen Schwankungen. In Europa bzw. insgesamt der wichtigste Handelspartner ist das Nachbarland Deutschland, gefolgt nach wie vor von Italien, dessen Entwicklung allerdings kritisch beobachtet wird, sowie Tschechien und Polen. Der europäische Raum ist mit Abstand der wichtigste Exportmarkt mit einem Exportanteil von knapp 90 % gemessen am Gesamtvolumen. Im asiatischen Raum ist noch Japan als größter Abnehmer mit einem Exportvolumen in der Größenordnung eines kleineren EU-Partners zu nennen. Alle anderen außereuropäischen Länder weisen nur einen relativ geringen Exportanteil auf. Mit einer nennenswerten Verschiebung der Exportmärkte ist aus derzeitiger Sicht nicht zu rechnen.

Was die geopolitischen Herausforderungen wie Brexit, China, USA, aber auch die Türkei und Italien betreffen, so ist eine vorhersehbare Entwicklung nicht abschätzbar. Aber die heimische Plattenindustrie hat strategisch schon immer sehr erfolgreich agiert und sich rasch auf ein geändertes Umfeld eingestellt.

Verlässlicher Arbeitgeber im ländlichen Raum

Die heimische Plattenindustrie mit ihren Span-, Faser – und MDF-Plattenerzeugnissen bietet sichere und begehrte Arbeitsplätze für 3.000 Beschäftige in strukturschwachen Regionen abseits von Ballungszentren. Sicherheit bietet die familiäre Eigentümerstruktur; sie ist Garant für die Absicherung des Standortes Österreich. Zu den bestehenden Produktionskapazitäten sind innerösterreichisch keine Erweiterungen geplant, wohl aber wird in Maßnahmen zur Digitalisierung und Effizienzsteigerung sowie in Forschungsprojekte und Kooperationen mit Universitäten für Produktinnovationen investiert. Diese Zukunftsausgaben sind unerlässlich für eine permanente Weiterentwicklung der österreichischen und auch der rund 40 weiteren Standorte in Europa bzw. in Übersee, ist doch die Plattenindustrie weltweit ausgerichtet.

Am Puls der Zeit, der Technik und der gesellschaftlichen Entwicklung zu bleiben, ist als im hohen Maß exportorientierter Player ein „must“, um im internationalen Wettbewerb zu reüssieren. In dem Zusammenhang ist der Branche auch die Ausbildung ein ganz besonderes Anliegen. Anspruchsvolle Arbeitsplätze an technologisch komplexen und kapitalintensiven Anlagen erfordern hochqualifiziertes Personal. Die durch die Ausbildung im Betrieb erlangten Spezialkenntnisse bieten beste Karrierechancen und sorgen für eine hohe Betriebstreue.

Permanente Investitionen in Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen spielen eine ganz wesentliche Rolle für den Erfolg der Branche. Allerdings ist die Politik gefordert, im Vorfeld der schulischen Ausbildung bereits zu gewährleisten, dass die richtigen Bildungsziele definiert und erreicht werden für den Eintritt in das Wirtschaftsleben.

Kontinuierliche Rohstoffversorgung als Herausforderung für die kommenden Jahre

Grundsätzlich ist die Rohstoffversorgung in allen Segmenten aktuell sehr gut. Verbreitet gibt es Lagerhöchststände und regional auch ein Überangebot, was eine Mengenkontingentierung in der Zufuhr zwingend erforderlich macht. Die Herausforderung für die Zukunft liegt in der kontinuierlichen Rohstoffversorgung über das gesamte Jahr. Dabei kommt dem voranschreitenden Klimawandel eine bestimmende Rolle zu. Es geht nicht mehr um jahreszeitbedingte mehr oder weniger vorhersehbare Schwankungen in der Rohstoffversorgung. Immer öfter verursachen Extremwettersituationen wie Dürreperioden mit einhergehendem Borkenkäferbefall, Hochwasser, Windwurf oder Schneelast ein ungeplantes bzw. nicht planbares Angebot, das kurzfristig neben den bestehenden Verbindlichkeiten nicht bewältigt werden kann.

Es ist diese Unvorhersehbarkeit des Angebotes aufgrund von solchen Ereignissen höherer Gewalt, die der Branche extrem viel an Flexibilität und Vorarbeit abverlangen. Schließlich gilt es, gegenüber der Forstwirtschaft als verlässlicher Abnahmepartner aufzutreten. Das Zusammenspiel von Plattenindustrie und Forstwirtschaft für eine Kontinuität in Abnahme und Lieferung muss funktionieren und ein vertrauensvoller Umgang miteinander gelebt werden. Damit dies auch in Zeiten zunehmender klimatisch bedingter Extremsituationen gewährleistet werden kann, werden über den Kreis der Plattenindustrie und der Forstwirtschaft hinaus Anstrengungen und konkrete

Krisenmaßnahmen seitens aller an der Wertschöpfungskette Beteiligten und auch der politischen Entscheidungsträger notwendig sein.

Massivholzplatte

Die Exporte im Bereich Massivholzplatten lieferten im abgelaufenen Jahr mit einem Absatzvolumen von 269,3 Mio. Euro eine tolle Performance. Mit einer Exportquote über 80 % waren Massivholzplatten aus Österreich in der EU der Verkaufsschlager. Der Anteil der EFTA-Staaten betrug 12,2 %. Das wachsende Interesse seitens Resteuropa und der übrigen Länder hat sich mit einem enormen Anstieg von 83,7 % bzw. 69,9 % widergespiegelt.

Die Importe nach Österreich verbuchten erneut Zuwächse in der Höhe von 9,9 %: 2018 wurden Massivholzplatten im Wert von 176,2 Mio. Euro eingeführt. Der Anteil Resteuropas machte etwa

4,0 % aus. Die Importe aus den EFTA-Staaten und aus den übrigen Ländern sind weiterhin gering geblieben.

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