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Immo-Day im Zeichen von Blockchain und den neuen Geldwäsche-Bestimmungen

Was von der Blockchain-Technologie in der Immobilienbranche zu erwarten ist und welche Pflichten auf Immobilienmakler bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zukommen: Diese beiden spannenden aktuellen Themen standen auf dem Programm des heurigen Immo-Day.

Zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung ist es notwendig, kriminelle Geldflüsse zu unterbinden. „Aufgrund einer gesetzlichen Änderung in der Gewerbeordnung sind auch wir Immobilienmakler verpflichtet, unsere Geschäftstätigkeit dahingehend zu überprüfen und zu bewerten, ob Risiken der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung bestehen“, sagte Fachgruppenobmann Mario Zoidl beim Immo-Day, dem traditionellen Branchentreff, zu dem knapp 400 Immobilienprofis aus ganz Oberösterreich in die Linzer Promenadengalerien gekommen waren.

„Erster Schritt ist die Risikoanalyse für das eigene Unternehmen“, erklärte Rechtsanwalt Georg Bruckmüller. Kriterien wie Kunden, geografisches Tätigkeitsgebiet, Wert der gehandelten Immobilen etc. müssen dabei herangezogen werden. In der Folge sind interne Strategien, Kontrollen und Verfahren festzulegen. „Zu den wichtigsten Sorgfaltspflichten für die Immobilienmakler gehört es in Zukunft, die Identität des Geschäftspartners festzustellen“, so Bruckmüller. Was einfach klingt, erweist sich in der Praxis angesichts oft komplizierter internationaler Gesellschaftskonstruktionen als sehr schwierig. Bei der Feststellung des wirtschaftlichen Eigentümers hilft das „Register der wirtschaftlichen Eigentümer“. Weitere Pflichten des Maklers sind die Bewertung und die Überwachung des Zwecks der jeweiligen Geschäftsbeziehung. „Und das gilt nicht nur für neue, sondern auch für bestehende Kunden“, warnt Bruckmüller. „Verdachtsfälle sind auf jeden Fall zu melden, und zwar an die Geldwäsche-Meldestelle beim Bundeskriminalamt oder bei der Gewerbebehörde.“ Grundsätzlich empfehlen Mario Zoidl und Georg Bruckmüller, sich mit den neuen Bestimmungen vertraut zu machen, das Thema nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, aktiv zu werden und die Mitarbeiter zu schulen und zu sensibilisieren. 

Immobilienkauf ohne Notar und Grundbuch?

Ist ein Hauskauf künftig so einfach, wie einen Kaffee zu kaufen? „Mit der Blockchain-Technologie können nicht nur Finanztransaktionen wie zum Beispiel die Kryptowährungen Bitcoin, Ethereum oder Litecoin abgewickelt werden, sondern auch Verträge und Handlungsabläufe“, so der Wahlschweizer und Informatiker Walter Strametz. Grundsätzlich können Blockchains auch genutzt werden, um Besitzverhältnisse zu prüfen, Werte festzustellen und zu speichern. Mit der Blockchain können aber auch Werte übertragen und verliehen werden. Gerade für die Dokumentation von Eigentumsverhältnissen oder anderen Verträgen wäre dies eine Revolution.So könnte man z.B. einen Grundstückskauf innerhalb weniger Minuten ohne Notar und Grundbuch abwickeln. Das, so Strametz, sei aber eher für Staaten praktikabel, in denen Grundbücher nicht so etabliert und digitalisiert sind wie bei uns in Europa.  Weitere Einsatzmöglichkeiten sind das Überweisen auf Treuhandkonten bzw. von Mietkautionen oder Crowdfunding für Immobilienprojekte.