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Kreditkartenmissbrauch in Reisebüro

Immer wieder kommt es zu Kreditkartendatenmissbrauch bei Bestellungen von Flugtickets in österreichischen Reisebüros.

Um Reisebüros vor solchen Missbrauchsattacken zu schützen, weisen die Kreditkartenunternehmen auf das erhöhte Risiko bei so genannten Mailorderbestellungen hin. Aufgrund der derzeitigen Rechtslage und der bestehenden Verträge der Kreditkartenfirmen mit den Vertragsunternehmen bei Mailorderbestellungen liegt das Risiko beim ausstellenden Reisebüro.

Der OGH hat in seiner Entscheidung 1Ob1/07i festgestellt, dass eine derartige Risikoverteilung kein Ausnützen einer marktbeherrschenden Stellung darstellt und daher nicht sittenwidrig ist. Der Kreditkartenmissbrauch ist demnach unter Bedachtnahme auf das besondere Risiko der unterschriftslosen Transaktion, bei der auch die Karte nicht vorgelegt wird, eher der Sphäre des Reisebüros zuzurechnen. Das Risiko betrügerischer Bestellungen gehört zu den typischen Risiken des Fernabsatzes, mit denen Händler seit jeher umzugehen haben. Bietet ein Reisebüro ungeachtet dieser Risiken dennoch Geschäfte im Fernabsatz an, so erscheint die alleinige Zuweisung dieses Risikos im Zuge der Risikoverteilungsklausel sachlich gerechtfertigt. Zumal das Reisebüro die Möglichkeit hat, von derartigen Geschäften Abstand zu nehmen, wogegen die Kreditkartengesellschaft einen Missbrauch nicht unterbinden kann und auch auf den Vertragsabschluss und dessen Modalitäten keinen Einfluss hat.

Bei „normaler“ Buchung werden nur die Gültigkeit der Kreditkartennummer und das Ausgabelimit der Karte geprüft. Eine Überprüfung der Rechtmäßigkeit der Buchung kann somit nur am „Point of Sale“ bzw. in Zusammenarbeit zwischen Reisebüros und den Kreditkarteninstituten erfolgen.

Zum Modus Operandi: zumeist erhalten unabhängige Reisebüros oder Filialen großer Unternehmen E-Mails oder Faxaufträge zur Bestellung von Flugtickets. Auffällig dabei ist, dass oft bereits am darauf folgenden Tag abgeflogen wird und die Tickets an Flughäfen, häufig in West-Afrika, hinterlegt werden sollen. In letzter Zeit werden vermehrt Tickets jeglicher Art bestellt, d.h. der Missbrauch ist nicht mehr nur unbedingt auf Routen von Afrika nach Europa beschränkt.

Daher weisen die Kreditkartenunternehmen auf folgende Merkmale solcher Versuche im Besonderen hin:

  • Fax, E-Mail Bestellungen von Flugtickets (z.B. von Afrika nach Westeuropa bzw. Afrika via Westeuropa in die USA oder nach Südostasien).
  • Flugtickets sollen auf internationalen Flughäfen hinterlegt werden.
  • Die Besteller versuchen den Kaufvorgang durch häufige Anrufe, E-Mails oder Faxe zu beschleunigen und dadurch Druck auf die Reisebüromitarbeiter auszuüben.
  • Die Besteller stellen langfristige Geschäftsbeziehungen in Aussicht, sofern die vorliegende Bestellung erfolgreich und rasch abgewickelt wird.

Falls es zu derartigen Bestellungen kommt, haben die Kreditkartenunternehmen oft die Möglichkeit, vorweg Sicherheitsüberprüfungen durchzuführen. Dadurch konnten schon zahlreiche Fälle von Betrugsversuchen präventiv erkannt und verhindert werden.

Sollten Sie mit solchen oder ähnlichen Aufträgen konfrontiert werden und eine Überprüfung der anstehenden Transaktionen durchführen wollen, stehen Ihnen die Mitarbeiter der jeweiligen Kreditkartenfirmen jederzeit gerne für Anfragen zur Verfügung.

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