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Spediteurbescheinigung als Ausfuhrnachweis für Umsatzsteuerzwecke

Formelle Anforderungen

Im österreichischen Umsatzsteuergesetz 1994 ist geregelt, mit welchen Nachweisen ein Unternehmen belegen kann, dass eine Ware in Erfüllung eines Rechtsgeschäftes in ein Drittlandsgebiet (außerhalb der EU) ausgeführt wurde und somit eine steuerfreie Ausfuhrlieferung vorliegt. Einer der möglichen Nachweise ist die von einem im Gemeinschaftsgebiet ansässigen Spediteur ausgestellte Ausfuhrbescheinigung.

Um eine einheitliche Vorgangsweise bei Zweifelsfragen gewährleisten zu können, wurden die Umsatzsteuerrichtlinien 2000 (UStR 2000) veröffentlicht, die einen Auslegungsbehelf zum Umsatzsteuergesetz 1994 darstellen. Die UStR 2000 behandeln Auslegungsprobleme von allgemeiner Bedeutung, um eine einheitliche Anwendung des geltenden Umsatzsteuerrechts durch die Finanzverwaltung sicherzustellen.

Auszug aus den Umsatzsteuerrichtlinien 2000

Unter Punkt 7.5 "Ausfuhrnachweis im Versendungsfall“ Randziffer 1083 werden die Inhalte dieser Spediteurbescheinigung festgelegt, um als Ausfuhrnachweis für Umsatzsteuerzwecke anerkannt zu werden.

Inhalte der Spediteurbescheinigung

Die Ausfuhrbescheinigung eines im Gemeinschaftsgebiet ansässigen Spediteurs (Spediteurbescheinigung) muss seit 1. Jänner 2007 folgende Angaben enthalten:

  • Name und Anschrift des Ausstellers (Spediteur) sowie den Tag der Ausstellung
  • Name und Anschrift des Unternehmers sowie des Auftraggebers, wenn dieser nicht der
    Unternehmer ist
  • Datum der Übergabe des Gegenstandes an den Spediteur
  • Handelsübliche Bezeichnung der Menge der Gegenstände
  • Ort und Tag der Ausfuhr oder Ort und Tag der Versendung in das Drittlandsgebiet
  • Name und Anschrift des Empfängers und den Bestimmungsort im Drittlandsgebiet
  • Eine Versicherung des Ausstellers, dass die Angaben in dem Beleg auf Grund von
    Geschäftsunterlagen gemacht wurden, die im Gemeinschaftsgebiet nachprüfbar sind
  • Unterschrift des Ausstellers

Weitere Bestimmungen

Die Ausfuhrbescheinigung eines im Gemeinschaftsgebiet ansässigen Spediteurs (Spediteurbescheinigung) muss vom Spediteur nicht eigenhändig unterschrieben worden sein, wenn das für den Spediteur zuständige Finanzamt die Verwendung des Unterschriftsstempels (Faksimile) oder einen maschinellen Unterschriftsausdruck genehmigt hat und auf der Bescheinigung auf die Genehmigungsverfügung des Finanzamtes unter Angabe des Ausstellungsdatums hingewiesen wird

Beachten Sie bitte, dass diese Punkte in Ihrer Bescheinigung auch tatsächlich angeführt sind, um Probleme oder gar Nachforderungen im Prüfungsfall zu vermeiden.

Die häufigsten Fehler bei der Ausstellung der Spediteurbescheinigung

  • Der Name und Anschrift des Unternehmers/Auftraggebers sind falsch.
  • Der Tag der Ausstellung fehlt.
  • Das Datum der Übergabe scheint nicht auf.
  • Mangelhafte handelsübliche Bezeichnung ("Sammelgut“ wird wohl kaum als handelsübliche Bezeichnung anerkannt werden).
  • Die Versicherung des Ausstellers, dass die Angaben in dem Beleg auf Grund von nachprüfbaren Geschäftsunterlagen gemacht wurden.
  • Die Unterschrift des Ausstellers fehlt


Der Hinweis "Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig“ steht im Widerspruch zu den Umsatzsteuerrichtlinien, wonach sogar die Verwendung eines Faksimilestempels oder eines maschinellen Unterschriftsandruck vom Finanzamt genehmigt sein muss.

Beachten Sie bitte, dass die formellen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit diese Bestätigung als Nachweis für Umsatzsteuerzwecke anerkannt werden kann.

Das Umsatzsteuergesetz 1972 und das nachfolgende Umsatzsteuergesetz 1994 sahen vor, dass der Ausfuhrnachweis nur durch eine von einem Mitglied des Fachverbandes der Spediteure bei der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft auszustellende Ausfuhrbescheinigung geführt werden kann. Diese Einschränkung, dass diese vereinfachte Form der Nachweisführung nur den Firmen offen steht, die einen österreichische Spediteur beauftragen war wettbewerbsverzerrend und aus Sicht der Europäischen Gemeinschaft wettbewerbsrechtlich nicht tragbar. Daher wurde der § 7 Abs. 5 des UStG mit Bundesgesetzblatt 240 vom 30.12.1996 in die heutige Form gebracht, womit der Spediteur seinen Sitz im Gemeinschaftsgebiet haben muss. Daher kann der Hinweis auf die Mitgliedschaft beim Fachverband Spediteure entfallen.

Übrigens gibt es den Fachverband seit dem Jahr 1984 nicht mehr auf der Adresse Bauernmarkt 13. Mit Sommer 1984 erfolgte die Übersiedlung in das neue Hauptgebäude der Wirtschaftskammer Österreich in die Wiedner Hauptstraße. Falls diese Formulierung in Ihrer Spediteurbescheinigung zu finden ist, so dürfen Sie die getrost entfernen.