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Baumotor brummt auf vollen Touren

„Baugipfel“ von Landesinnung Bau und Bauindustrie in der BAUAkademie Salzburg
„Baugipfel“ von Landesinnung Bau und Bauindustrie
© WKS/Veigl Get-together der Branche in der BAUAkademie Salzburg

Salzburg, 22. November 2018/WKS. Salzburgs Bauwirtschaft kann sich aktuell über volle Auftragsbücher freuen. Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, sind weitere Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel sowie die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Betriebe notwendig. So lautete der Tenor beim „Baugipfel 2018“ von Bauwirtschaft und Bauindustrie, der gestern in der BAUAkademie Salzburg stattfand.

Die erfreuliche Hochkonjunktur in der Salzburger Bauwirtschaft hält an. Gab es bereits im Vorjahr einen Zuwachs von 5,3% beim Gesamtbauvolumen (rund 1,3 Mrd. €), so hat sich dieses heuer weiter um 8,1% gesteigert. Getragen wird das Wachstum vom Hochbau, der heuer um 10,8% zugelegt hat. Auch die Sparte Tiefbau ist nach einer längeren Schwächephase in den vergangenen Jahren (2017: minus 4%) heuer um 5,6% gewachsen. „Hier haben die Maßnahmen des Landes zur Verbesserung der Infrastruktur bereits gegriffen“, freute sich Bmst. Ing. Peter Dertnig, Innungsmeister der Landesinnung Bau. Allein für die Sanierung und den Neubau von Straßen wurde das aktuelle Landesbudget verdoppelt.

„Wir sind sehr froh, dass die öffentliche Hand wieder massiv investitionsbereit ist“, betonte der Vorsitzende der Fachvertretung Bauindustrie, DI Manfred Bauer. Allein die Asfinag werde in den kommenden Jahren 50 Mill. € für Autobahnsanierungen in Salzburg ausgeben. Bei den ÖBB stehe ab 2020 der Bau des Kraftwerkes Tauernmoos an und auch bei der Schiene (Bahnhof Köstendorf, etc.) tue sich viel. Ein absolutes Zukunftsprojekt sei der Neubau der Westbahnstrecke in Salzburg mit einem Volumen von 2,4 Mrd. €. Daneben seien aber auch Private massiv tätig und darum ist es aktuell sehr schwierig, Handwerker zu bekommen.

Überhaupt sei die Fachkräfteproblematik das Zukunftsthema der Bauwirtschaft. „Wir haben in der Branche bereits in der Vergangenheit viel getan, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen“, betonten Bauer und Dertnig unisono. Aktuell werden über 300 Lehrlinge ausgebildet – Tendenz steigend. Dieser Erfolg ist auf die intensive Lehrlingswerbung der Lehrlingsbeauftragten der Bauinnung an Salzburger Schulen zurückzuführen. Zudem bezahlt die Landesinnung Bau pro Lehrling und Lehrjahr eine Ausbildungsprämie von 2.000 € (zusätzlich zur Basisförderung im Rahmen der Lehrlingsförderung). Eine eigene Lehrlings-App für Smartphones hält alle Informationen zur Ausbildung am Bau bereit. „Die aktuelle Konjunktur zwingt uns aber, diese Maßnahmen noch weiter zu verstärken“, sagten Bauer und Dertnig. Daher investiert die Bundesinnung Bau aktuell 18 Mill. € in die Verbesserung und Neuausrichtung der Baulehre (u. a. Digitalisierung der Ausbildung).

Internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern

Eine weitere Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Betriebe forderte WKS-Präsident KommR Konrad Steindl ein. Nach der wichtigen Flexibilisierung der Arbeitszeit seien nun weitere Maßnahmen wie die Befreiung der Betriebe von überbordender Bürokratie und die Senkung der Lohnnebenkosten notwendig. „Diese von der Regierung versprochenen Maßnahmen sind dringend notwendig, damit unsere Betriebe international wettbewerbsfähig bleiben“, sagte der WKS-Präsident. In Deutschland seien etwa die Lohnkosten um 8% niedriger als hierzulande. Priorität habe auch die Senkung der Körperschaftssteuer, die ab 2020 möglich sei. Um die Situation am Fachkräftesektor zu verbessern, führe in Zukunft an einer kontrollierten Zuwanderung sowie an der Umsetzung der regionalen Mangelberufsliste kein Weg vorbei.

Für positive Aussichten in der Zukunft sorgen auch die Investitionsvorhaben des Landes und der Gemeinden. „Aufgrund der massiven Verkehrsproblematik in Stadt und Land Salzburg ist es oberstes Ziel des Landes, eine Mobilitätswende einzuleiten“, betonte Landesrat Mag. Stefan Schnöll. Neben der Verdoppelung des Straßenbaubudgets für Neubau und dringende Sanierungen, werde in Zukunft massiv in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs investiert. Dazu zählen etwa der zweigleisige Ausbau der Lokalbahn sowie die bereits erfolgte Senkung der Ticketpreise für den öffentlichen Verkehr. Daneben werde es auch zahlreiche Brücken- und Tunnelsanierungen (z. B. Schmittentunnel in Zell am See) sowie Neubauten und Sanierungen bei Berufsschulen und Verwaltungsgebäuden geben. Bei der Vergabe der Aufträge werde man gemäß den Fairnessabkommen auf regional ansässige Baufirmen setzen.

Landesrätin Mag. Andrea Klambauer stellte die soeben reformierte neue Wohnbauförderung vor, die auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Bautätigkeit im Miet- und Eigenheimbau leisten soll. Kernpunkte der neuen Wohnbauförderung, die ab 1. Jänner kommenden Jahres gilt, sind etwa der sparsame Umgang mit Grund und Boden, eine Vereinfachung bei der Verwaltung sowie attraktive Zuschläge für Energieeffizienz. Das Förderungsbudget wird sich von 142,7 Mill. € im heurigen Jahr auf 144,4 Mill. € 2019 leicht erhöhen.

Auch die Gemeinden werden aufgrund der guten Ertragssituation im kommenden Jahr mehr als geplant investieren. Die größten Brocken seien dabei Schulen, Kinderbetreuung sowie Altenbetreuung. „Mit einem Anteil von 34% am gesamten Hochbauvolumen in Salzburg sind und bleiben die Gemeinden auch weiterhin größter Auftraggeber für die Salzburger Bauwirtschaft“, unterstrich Dr. Martin Huber, Geschäftsführer des Salzburger Gemeindeverbandes. 

Gruppenfoto
© WKS/Veigl

Beim Baugipfel 2018 (v.l.): Spartengeschäftsführerin Mag. Anita Wautischer, Innungsgeschäftsführer Mag. Karl Scheliessnig, WKS-Präsident KommR Konrad Steindl, Innungsmeister Bmst. Ing. Peter Dertnig, Landesrätin Mag. Andrea Klambauer, DI Manfred Bauer, Vorsitzender Bauindustrie, Landesrat Mag. Stefan Schnöll, Präs. Bgm. Günther Mitterer, Gemeindeverband, und WKS-Direktor Dr. Manfred Pammer.