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WIRTSCHAFTSPOLITIK

"Im Focus: Regionale Produktivitätsentwicklung"

Die OECD hat in ihrem aktuellen Regional Outlook 2016 das Produktivitätswachstum der Regionen verschiedener Länder, darunter Österreich, analysiert. Dabei wurde untersucht, ob Regionen mit einem niedrigeren Produktivitätsniveau im Vergleich zur produktivsten Region eines Landes zwischen 2000 und 2013 aufschließen konnten.

Gemessen wurde die Produktivität in dieser Studie als BIP pro Erwerbstätigem. Für Österreich bildet Wien mit einem Wert von 92.398 USD (Kaufkraftparität - KKP) im Jahr 2013 den Maßstab. Das Produktivitätswachstum stagniert in Wien allerdings mit rund 0,11% pro Jahr. Salzburg wies im gleichen Zeitraum ein jährliches Produktivitätswachstum von 0,76% auf und hält bei einem Wert von 84.159 USD (KKP). Salzburg liegt damit neben der Steiermark (0,73%) und dem Burgenland (0,91%) an der Spitze in Österreich. Die einzige Region, die gegenüber Wien kaum aufholen konnte, ist Kärnten mit einem jährlichen Wachstum von 0,40%.

Faktoren, die laut OECD-Bericht die Produktivität steigern können, sind Investitionen in die Infrastruktur oder insbesondere in Forschung und Entwicklung, die Kooperation zwischen Unternehmen, die Nähe zu einem größeren urbanen Raum, das allgemeine Bildungsniveau, die Exporttätigkeit von Unternehmen sowie effiziente Institutionen.

Dass die Produktivität in den Regionen steigt und zum Niveau von Wien „konvergiert“, das heißt, dass sich die regionalen Unterschiede verringern, spricht für eine gelungene Regionalpolitik. Für die Wirtschaftsleistung Österreichs insgesamt wäre es wichtig, dass aber auch in Wien die nötigen Impulse gesetzt werden, um die Produktivität generell wieder stärker steigen zu lassen. Derzeit fehlen die Impulse der Metropol bzw. der Hauptstadtregion.

  

Die Industriekonjunktur in Österreich im ersten Halbjahr 2016

Österreichs Industrie erwirtschaftete im 1. Halbjahr 2016 einen Produktionswert von insgesamt 70,0 Mrd. Euro (Quelle: Statistik Austria, Konjunkturstatistik im Produzierenden Bereich; Sonderauswertung nach der Kammersystematik, vorläufige korrigierte Ergebnisse

 

Österreichs Industrie: Abgesetzte Produktion, im ersten Halbjahr, nominell, in Mrd. EUR

 

für 2015 und 2016). Im Vergleich zum 1. Halbjahr des Vorjahres reduzierte sich das Produktionsvolumen der Industrie um eine dreiviertel Milliarde Euro bzw. um nominell 1,1%. Die Industrieproduktion in Österreich war damit das dritte Mal hintereinander rückläufig. Real – mit dem HVPI inflationsbereinigt – ergibt dies für den Zeitraum Jänner bis Juni 2016 einen Produktionsrückgang um 1,9%.


Österreichs Industrie: Abgesetzte Produktion - Nominelle Veränderung zum Vorjahreshalbjahr in %

Betrachtet man die Entwicklung der Industrie ohne die beiden von der Ölpreisentwicklung abhängigen Branchen Mineralölindustrie sowie Gas/Wärme so weist die Produktion im ersten Halbjahr 2016 hingegen einen Anstieg von nominell 2,4% aus.

Innerhalb der Industrie wiesen sieben Branchen – nämlich Elektro/Elektronik, Fahrzeuge, Bauindustrie, Maschinen/Metallwaren/Gießereien, Nahrungs- und Genussmittel, Stein/Keramik sowie knapp auch Textil/Bekleidung/Schuh/Leder - in den ersten sechs Monaten 2016 einen Produktionsanstieg aus, während die restlichen neun Branchen ihr Vorjahresniveau nicht erreichen konnten.

Der Produktionsindex der heimischen Industrie erhöhte sich im 1. Halbjahr 2016 um 2,6% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

 

Auftragseingänge der Industriebetriebe im 1. Halbjahr 2016

Die um die Storni bereinigten Auftragseingänge der Industriebetriebe (u.a. ohne der Mineralölindustrie und ohne Gas/Wärme) wiesen in den ersten sechs Monaten 2016 mit 45,0 Mrd. Euro einen nominellen Anstieg um 3,1% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus, wobei sich die inländischen um 5,0% sowie die ausländischen um 2,5% vergrößerten.

 

Österreichs Industrie: Bereinigte Auftragseingänge – Halbjahr - nominell in Mrd. EUR

Nominell lag das Volumen der Industrie-Auftragseingänge im Berichtszeitraum in etwa auf dem Niveau des 1. Halbjahres 2012.


Österreichs Industrie: Bereinigte Auftragseingänge insgesamt – Veränderung zum Vorjahreshalbjahr in % 

 

Die Industriebeschäftigten

Im Durchschnitt des 1. Halbjahres 2016 waren in den heimischen Industriebetrieben insgesamt 399.905 Personen beschäftigt. Im Vorjahresvergleich stieg die Anzahl des Eigenpersonals um 1,8%. Die Anzahl der Arbeiter erhöhte sich leicht um 0,1%, jene der Industrieangestellten um 4,3%.

 

Österreichs Industrie: Beschäftigte – Eigenpersonal sowie Gesamtpersonal – Anzahl absolut, in 1.000

Zählt man zum Eigenpersonal der heimischen Industrie das Fremdpersonal hinzu so wies der Gesamtbeschäftigtenstand im Durchschnitt der ersten sechs Monate 2016 insgesamt 423.559 Arbeitnehmer aus (+ 1,9% gegenüber dem Zeitraum 1-6/2015).


Österreichs Industrie: Beschäftigte – Eigenpersonal sowie Gesamtpersonal – Veränderung zur Vorjahresperiode in %

Das in den Industriebetrieben eingesetzte Fremdpersonal stieg im Durchschnitt des Zeitraums Jänner bis Juni 2016 um 3,8% an.

 

Erste Einschätzungen über das dritte Quartal 2016

Nach aktueller Schnellschätzung des WIFO wuchs Österreichs Wirtschaft im dritten Quartal 2016 um 0,4% gegenüber dem Vorquartal bzw. um 1,3% gegenüber dem Vorjahr. Damit dürfte sich die positive Grunddynamik der Konjunktur weiter festigen (1. Quartal: + 0,4%, 2. Quartal: + 0,3%). Nach einer leichten Abschwächung im zweiten Quartal sieht das WIFO bei der Industriekonjunktur eine Belebung. Die Wertschöpfung im Wirtschaftsbereich Herstellung von Waren stieg um 0,8% (2. Quartal: 0,4%). Bei den Exporten sieht das WIFO im 3. Quartal 2016 nur einen Anstieg von 0,4% gegenüber dem Vorquartal.

 

Mag. Michael Renelt

michael.renelt@wko.at

 


Österreichs Exporte im ersten Halbjahr 2016

Österreichs Ausfuhren, von denen rund Dreiviertel von der heimischen Industrie stammen, erreichten im 1. Halbjahr 2016 insgesamt 65,5 Mrd. Euro. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres bedeutet dies ein Plus von nominell 1,2%.  

Österreichs Ausfuhren: im Halbjahr, nominell, in Mrd. EUR

 

Im 1. Quartal 2016 stiegen die heimischen Exporte um 0,7% an. Im Zeitraum April bis Juni 2016 erhöhte sich das Exportplus weltweit auf 1,8%.

Die Lieferungen in den Europäischen Binnenmarkt, in den fast 70% der gesamten heimischen Ausfuhren gehen, vergrößerten sich im 1.Halbjahr 2016 um 1,9% bzw. um 851 Mio. Euro auf 45,7 Mrd. Euro. In die EFTA (Exportanteil von 6%) konnte bloß eine leichte Ausfuhrsteigerung um 0,2% auf 4,0 Mrd. Euro erzielt werden. In das Übrige Europa (4% der Gesamtexporte) gingen die Warenlieferungen um 2,2% bzw. um rund 55 Mio. Euro zurück. Dafür war insbesondere der um mehr als 14% weiter rückgängige Warenexport in die Russische Föderation verantwortlich.