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Coronavirus: Maßnahmenpaket von Bund und Bundesländern für den Tourismus 

Sofortmaßnahmen zur Unterstützung von Tourismusbetrieben

Um die Tourismuswirtschaft in dieser schwierigen Situation zu unterstützen und existenzbedrohende Liquiditätsengpässe der betroffenen KMU zu vermeiden, haben die Bundesregierung und der Austria Wirtschaftsservice (aws) sowie das Tourismusministerium (BMLRT) gemeinsam mit der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) ein Corona-Virus-Maßnahmenpaket zur Unterstützung für den Tourismus geschnürt.

Ziel dieser Maßnahmen ist, die Liquidität von Unternehmen der Tourismus- und Freizeitwirtschaft trotz Umsatzausfällen aufrecht zu erhalten. 

Härtefallfonds wird auf 2 Mrd. Euro aufgestockt

Dieses Förderungsprogramm bietet ein Sicherheitsnetz für besondere Härtefälle und wird von der WKÖ abgewickelt. In der ersten Phase erfolgten bereits Auszahlungen mit bis zu 1.000 Euro. Aktuell wurden bereits mehr als 100.000 Anträge bei der Wirtschaftskammer gestellt. Die ersten 80 Mio. Euro sind bereits ausbezahlt.

Härtefallfonds mit Phase 2 ausgeweitet:

  • Verdoppelung auf 2 Mrd. Euro
  • Zumindest selbstständige Tätigkeit in den letzten Jahren
    • Keine Verdienst-Obergrenze als Eintrittskriterium
    • Aufnahme von Jungunternehmerinnen und Jungunternehmern mit einer Gründung nach 01.01.2020
    • Mehrfachversicherungen sind kein Ausschlusskriterium mehr
  • Damit sollen die härtesten Folgen des Corona-Virus auf die Unternehmen zumindest zum Teil ausgeglichen werden.
  • Die Beantragung startet ab 16. April 2020. Dabei wird eine Auszahlung von bis zu 2.000 Euro monatlich für 3 Monate (max. 6.000 Euro) ermöglicht. Eventuelle Auszahlungen aus Phase 1 werden gegengerechnet.
  • NEU: Auch Privatzimmervermieterinnen und -vermieter von privaten Gästezimmern im eigenen Haushalt mit höchstens 10 Betten sind antragsberechtigt.
    • Die entsprechende Gesetzesänderung wurde heute im Nationalrat beschlossen. Die Abwicklung wird über das Tourismusministerium erfolgen.

Weitere Infos zum Härtefall-Fonds

Kreditmoratorium

  • Erleichterungen für Privatpersonen und Kleinstunternehmerinnen und -unternehmer durch ein Kreditmoratorium
    • Ansprüche auf Rückzahlung, Zins- oder Tilgungsleistungen, die fällig werden, können für die Dauer von drei Monaten gestundet werden.
    • Voraussetzung: Nachweisbare Einkommensausfälle aufgrund der COVID-19-Krise, die dazu führen, dass die Erbringung der geschuldeten Leistung nicht zumutbar ist.

Corona-Hilfsfonds mit 15 Milliarden Euro

Der Corona-Hilfsfonds besteht aus zwei unterschiedlichen Maßnahmen für von COVID-19 betroffene Unternehmen:

1. Garantie der Republik mit 90 % Haftung für die Kreditsumme (auch für große Tourismusunternehmen)

  • Die Garantie der Republik deckt 90% der Kreditsumme ab.
  • Ansprechpartner für die Unternehmen ist immer die Hausbank.
  • Die ersten Gelder können ab 8. April beantragt werden.
  • Die Laufzeit liegt bei 5 Jahren und kann um weitere 5 Jahre verlängert werden

2. Zuschuss von bis zu 75 % von bestimmten Betriebskosten

  • Der Zuschuss ist steuerfrei und muss nicht zurückbezahlt werden.
  • Er umfasst folgende Fixkosten: Mieten, Versicherungsprämien, Zinsaufwendungen, vertragliche Zahlungsverpflichtungen die unkündbar oder betriebsnotwendig sind, Lizenzkosten, Strom-, Gas-, Telefon- und Internetkosten sowie Unternehmerlohn
  • Wenn diese binnen 3 Monaten 2.000 Euro übersteigen, zahlt der Bund:
    • 40 – 60 % Ausfall: 25 % Ersatzleistung
    • 60 – 80 % Ausfall: 50 % Ersatzleistung
    • 80-100 % Ausfall: 75 % Ersatzleistung
  • Voraussetzungen:
    • Umsatzeinbruch von zumindest 40 %
    • Unternehmen müssen sämtliche zumutbaren Maßnahmen setzen, um die Arbeitsplätze zu erhalten
  • Registrierung ab 15.4. über das Online-Tool des Austria Wirtschaftsservice (aws) - bis 31.12.2020 möglich.

Weitere Infos zum Corona-Hilfsfonds

Maßnahmenpaket bei der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank

Überbrückungsfinanzierungen für Tourismusbetriebe

Um die Tourismuswirtschaft in dieser schwierigen Situation zu unterstützen und Liquidität sicherzustellen, stellt das Tourismusministerium gemeinsam mit der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) Überbrückungsfinanzierungen für KMU zur Verfügung.

Seit Mitte März bietet die ÖHT eine Haftung zur Besicherung von Überbrückungsfinanzierungen der Hausbanken an.

Die dadurch entstehenden Kosten (einmalige Bearbeitungsgebühr von 1 Prozent und laufende Haftungsprovision von 0,8 Prozent) werden zur Gänze vom Tourismusministerium übernommen.

Aufgrund der hohen Nachfrage wurde der bisher verfügbare Haftungsrahmen auf 1 Mrd. Euro erhöht.

Zudem ist eine Aufstockung der Haftungsquote des zur Verfügung gestellten Fremdkapitals von 80 % auf 90 % geplant.

Die Zinsen für den mit der Haftung verbundenen Bankkredit der Hausbank sind von den Kreditnehmern grundsätzlich selbst zu tragen, einige Bundesländer übernehmen den anfallenden Zinsendienst aus Landesmitteln.

Weitere Infos zum ÖHT-Maßnahmenpaket

Kurzarbeitsmodell im Tourismus

Mit dem neuen Kurzarbeitsmodell und der nunmehr aufgestockten Dotierung von 1 Mrd. Euro gelingt es, sehr viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – und auch Lehrlinge – in der Beschäftigung zu halten.

Dieses Modell wurde in mehreren Verhandlungsrunden auch auf die Bedürfnisse der Tourismus- und Freizeitwirtschaft zugeschnitten.

Zudem reicht die Kurzarbeitsbewilligung des AMS als Sicherheit für einen Kredit, um rasch und unbürokratisch die Vorfinanzierung für Löhne und Gehälter für die Dauer der Kurzarbeit zu erhalten.

Weitere Infos zur COVID-19-Kurzarbeit