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Steuerliche Nutzungsdauer von Baugeräten

Innung erreicht Kompromiss bei der Festsetzung der steuerlichen Abschreibung

Als Interessenvertretung der Bauwirtschaft sowie als Herausgeber der Österreichischen Baugeräteliste (ÖBGL) wurden wir vor einiger Zeit mit einer geänderten Verwaltungspraxis der Finanzbehörden konfrontiert, wonach die in der ÖBGL ausgewiesenen Nutzungsjahre
steuerlich nicht mehr anerkannt werden und statt dessen ausschließlich auf den Wortlaut des Gesetzes, dass heißt, auf die "betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer" gemäß § 7 Abs. 1 EStG abzustellen sei.

Neben der erheblichen materiellen Verschlechterung der Steuersituation (auch rückwirkend im Zuge von Betriebsprüfungen) für die Bauunternehmen hätte eine verpflichtende betriebsindividuelle Nachweisführung auch administrative Mehrkosten auf
beiden Seiten zur Folge gehabt.

Wir haben daher beim Bundesministerium für Finanzen (BMF) interveniert und in mehreren Gesprächsrunden erreicht, dass die ÖBGL weiterhin (zumindest bis 2014) als Grundlage für die Festsetzung der steuerlichen Abschreibung anerkannt wird. Im Gegenzug musste dafür
aber eine pauschale steuerliche Erhöhung der ÖBGL-Nutzungsjahre mit dem Faktor 1,5 in Kauf genommen werden.

Im Folgenden die Eckpunkte des erzielten Kompromisses:

  • Für in der ÖBGL enthaltene Baugeräte werden die dort ausgewiesenen Nutzungsdauern mit einem um 50 Prozent erhöhten Wert als betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer iSd § 7 Abs. 1 EStG der AfA zu Grunde gelegt.
     
  • Dies gilt für alle Anschaffungen in Wirtschaftsjahren, die im Veranlagungsjahr 2005 bis inklusive 2014 zu erfassen sind.
     
  • Betriebsprüfungsverfahren, die zum 14. Dezember 2011 bereits abgeschlossen waren, bleiben davon unberührt.

Bis 2014 soll eine branchenweit geltende Nachfolgeregelung erarbeitet und mit dem BMF abgestimmt werden. Die Details zur vereinbarten Vorgangsweise und die Eckpunkte des Kompromisses können Sie dem beiliegenden BMF-Besprechungsprotokoll entnehmen.

Dieser ausverhandelte Kompromiss soll einen vertretbaren Administrationsaufwand sicherstellen und besitzt keine rechtliche Bindungswirkung für die Bauunternehmen. Es bleibt damit nach wie vor jedem Bauunternehmen unbenommen, eine von dieser Pauschalregelung abweichende (kürzere) betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer betriebsindividuell festzulegen und im Zuge einer Betriebsprüfung nachzuweisen.

Weitere Informationen finden Sie im Downloadbereich dieses Artikels.