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Experten für’s Dach gefragt

Mit mehreren Initiativen- von verkürzter Lehre bis zur Zusatzausbildung - will man dem Fachkräftemangel bei den Dachdeckern beikommen.

Der klassische Lehrberuf reicht schon lange nicht mehr aus, um genug Fachkräfte für den Beruf des Dachdeckers bzw. Spenglers zu gewinnen. Im Gegenteil: In vielen Betrieben in der Steiermark wird händeringend nach qualifiziertem Personal gesucht. Um gegenzusteuern, hat die zuständige Innung
gemeinsam mit dem AMS und der Implacementstiftung Energie mehrere Initiativen ins Leben gerufen.

Ein Teil des Programms ist die Ausbildung zum geprüften Bauwerksabdichter. "Kürzlich hat bereits der sechste Durchgang der Ausbildung begonnen, bisher haben bereits 82 Personen die Ausbildung als Facharbeiter abgeschlossen", bilanziert der Projektverantwortliche Klaus Weber. Die einjährige Ausbildung
hilft dabei, den Bedarf an Spezialisiten abzudecken – zumal vor allem an Flachdächern oft massive Schäden festgestellt werden. "Teure Hauschäden in der Bauwerksabdichtung entstehen oft durch nicht ausreichend qualifiziertes Personal. Diese Lücke wird hier geschlossen", so Initiator Gerhard Freisinger. Für
die Betriebe entstehen im gesamten Ausbildungsjahr keine direkten Personalkosten, die Kosten - rund 5.700 Euro - werden von Land und AMS
Steiermark mitfinanziert.

Weiters soll eine verkürzte Lehre über 18 Monate (für Dachdecker) bzw. 24 Monate (für eine Doppellehre Dachdecker/Spengler) Anreize schaffen, in der Branche Fuß zu fassen. Seit Herbst 2016 ist die verkürzte Lehrzeit nach §30 BAG
möglich, sechs Personen nützen aktuell diese Möglichkeit - zumal sie auch finanziell attraktiver ist als die Lehrlingsentschädigung. "Eine interessante Ergänzung zur klassischen Lehre", so Innungsmeister Helmut Schabauer. Außerdem gibt es seit heuer auch die Möglichkeit, eine Zusatzausbildung
im Bereich Flachdach zu absolvieren.