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Information zum Abtragen von Asbestzement

Anlassfallbezogen informieren wir Sie über die Problematik in Zusammenhang mit dem Abtragen von Asbestzement in zivilrechtlicher Hinsicht. 

Da das nicht fachgerechte Abtragen von Asbestzement schadenersatzrechtliche Folgen nach sich ziehen kann, empfiehlt sich nicht nur eine sorgfältige Durchführung der Arbeiten, sondern auch eine sorgfältige Vertragsgestaltung. In diesem Zusammenhang sei auch noch erwähnt, dass Schäden im Zusammenhang mit Asbest in der Regel von den Versicherungen im Rahmen der Haftpflichtversicherung nicht versichert werden.

Zunächst ist daher auf den Vertragsinhalt zu achten.

Werden ÖNORMEN vereinbart, sind diese jedenfalls zu beachten. Darüber hinaus werden auch die Deckregeln - Regeln für Deckungen mit Faserzement-Dachplatten zu beachten sein (Stand der Technik). Wurden ÖNORMEN nicht vereinbart, ist zumindest dem Stand der Technik entsprechend abzutragen. Der Stand der Technik ergibt sich wiederum aus den einschlägigen Normen und den Deckregeln.

Das bedeutet, dass beim Abtragen die einschlägigen Normen und die "Deckregeln"-Regeln für Deckungen mit Faserzement-Dachplatten zivilrechtlich immer zu beachten sein werden.

Auszug aus den "Deckregeln":

"Beim Abtragen von Asbestzementeindeckungen ist der Leitfaden für den Umgang mit Asbestzement strikt einzuhalten (unter www.wko.at/dachdecker downloadbar).

Beim Abtragen ist unnötiges Zerbrechen, Schneiden oder Abwerfen der Platten verboten. Die Platten sind noch auf der Baustelle zu verpacken ("Big-Bags" mit Asbestkennzeichen) und mit der Verpackung der Entsorgung zuzuführen.)

Auszug aus dem "Leitfaden":

Unter Abbrucharbeiten versteht man ein sorgfältiges Abtragen von Dacheindeckungen, Fassadenverkleidungen und dgl. einschließlich der erforderlichen Nebenarbeiten ohne Wiederverwendung der Materialien.

Es ist eine möglichst zerstörungsfreie Arbeitsweise anzuwenden, um allfällige Staubbelastungen zu vermeiden oder zumindest zu minimieren.

….

Müssen Asbestzementplatten entfernt werden, so hat dies gemäß den Regeln für die Deckung mit Faserzement-Dachplatten im Rückbau zu erfolgen, d.h. in umgekehrter Reihenfolge wie beim Bau. Grundsätzlich sind  Asbestzementprodukte gegen die Einbaurichtung von der Unterkonstruktion zu lösen und zu entfernen, bei Dächern vom First zur Traufe, bei Wänden von oben nach unten. Beim Entfernen der Befestigungsmittel sind die Produkte gegen Abrutschen zu sichern. Auszubauende Produkte sind nach Möglichkeit abzuheben und nicht herauszubrechen.

…..

Nach dem Abdecken der Asbestzementplatten ist die eventuell staubige Unterkonstruktion mit einem baumustergeprüften Absauggerät (Industriestaubsauger, Kategorie H [ehemals K1] mit Zusatzanforderung für Asbest) zu säubern.

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch der darunterliegende Dachraum.
Verunreinigungen im Sinne einer Kontamination der Atemluft, können selbst bei
Durchführung der Arbeiten unter Beachtung des Standes der Technik nicht gänzlich verhindert werden.

Es wird auch empfohlen, im Hinblick auf bereits bestehende augenscheinliche
Verunreinigungen eine Bestandsaufnahme des Dachraumes vor Angebotslegung bzw. vor Beginn der Arbeiten durchzuführen.

Um schadenersatzrechtliche Begehrlichkeiten hintanzuhalten bzw. vorvertraglichen Aufklärungspflichten nachzukommen, empfehlen wir, in das Angebot bzw. schriftlichen Vertrag folgenden Inhalt aufzunehmen:

"Die gegenständliche Vereinbarung umfasst die dem Stand der Technik entsprechende Abtragung der Asbestzementdacheindeckung. Auch bei einer dem Stand der Technik entsprechenden Abtragung können Verunreinigungen des darunter liegenden Dachraumes materialbedingt nicht ausgeschlossen werden. Die Beseitigung allfälliger dadurch entstandenen augenscheinlichen Verunreinigungen ist vom Vertragsinhalt umfasst und wird dem Stand der Technik entsprechend (baumustergeprüften Absauggerät (Industriestaubsauger, Kategorie H [ehemals K1] mit Zusatzanforderung für Asbest) durchgeführt. Die Beseitigung der bereits vor dem Abtragen der Asbestzementdacheindeckung vorhandenen Verunreinigung des Dachraumes (augenscheinlich) ist nicht Vertragsgegenstand, kann jedoch gesondert vereinbart werden.

Wir weisen darauf hin, dass auch unter Beachtung des Standes der Technik eine
gänzlich verunreinigungsfreie Abtragung insbesondere im Bezug auf die Raumluft des darunter liegenden Dachraumes materialbedingt nicht möglich ist. Die Herstellung eines Asbest-partikelfreien Dachraumes ist nicht Gegenstand dieses Vertrages."