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Sicherheitsrelevanter High-Tech-Beruf ohne Befähigungsnachweis geplant

Nur qualifiziertes Personal kann die Betriebssicherheit gewährleisten

Ausgangslage: jährlich werden in Österreich rund 400.000 Kraftfahrzeuge zum Verkehr zugelassen. Aber es werden genau so viele Fahrräder, nämlich ca. 400.000, davon rund 80.000 Elektrofahrräder, verkauft, also gleich viele Fahrräder „in Verkehr gesetzt“ wie Kraftfahrzeuge (Autos, Motorräder, LKW,…). 

Die Wartung, Reparatur, Servicierung von Fahrrädern/E-Bikes (in 75% der österreichischen Haushalte gibt es Fahrräder und E-Bikes, insgesamt rund 6,4 Millionen!) - die Sicherheit von Millionen Verkehrsteilnehmern also - soll in Zukunft an keinerlei Befähigungsnachweis gebunden sein.

Neue Fahrradtechnik erfordert qualifizierten Räderservice 

Dies mag im Lichte der 1998 erlassenen Teilgewerbeverordnung, als die Fahrradtechnik zum Teilgewerbe wurde, aus dem damaligen Stand der Technik heraus verständlich erscheinen.

Seither hat sich jedoch das Fahrrad vom sprichwörtlichen Drahtesel zum High-Tech-Fortbewegungsmittel gewandelt:

  • Carbon- oder hochfester Alu-Rahmen statt Stahlrahmen
  • Hydraulik-Scheibenbremsen statt Seilzugbackenbremse
  • Pneumatik-Federsysteme statt Starrgabel
  • digitale Schaltungen statt Seilzug
  • elektrische Antriebe, etc.

tragen zu einem vollkommen neuen Mobilitätsaspekt bei, der klimaschonend auch für Fitness und Freizeitvergnügen sorgt.

Sicherheit des Radfahrers steht im Fokus

Der Kunde erwartet bei High-Tech-Fahrrädern eine profunde Kenntnis von jenen Betrieben, die diese Geräte betreuen. Die Sicherheit der Radbenutzer darf nicht der Entscheidung des völlig freien Marktes, was den Nachweis von Kenntnissen betrifft, überlassen werden.

Es darf nicht sein, dass bspw. „der Markt entscheidet, wer bei einer Radtour in den Bergen die Abfahrt überlebt“. Dies muss eine Frage der Qualifizierung der entsprechenden Fachbetriebe sein!

  • Bremsversagen wegen falsch entlüfteter Hydraulikbremse? 
  • Rahmenbruch wegen unsachgemäßer Reparatur von Carbon-/Alurahmen?
  • Felgenkollaps durch falsche Verspeichung?
  • Sturz durch Federversagen infolge falscher Wartung?
  • Sturz nach Verschalten wegen falsch eingestellter/programmierter Schaltung?

Dies sind nur einige Beispiele, die aufzeigen, wie unqualifizierte Arbeiten am Verkehrsmittel Rad unmittelbar ernste Folgen für die Verkehrssicherheit und das Leben/die Gesundheit der Benutzer haben können.

  • Nur fachlich qualifiziertes Personal kann die Betriebssicherheit von Fahrrädern/E-Bikes garantieren.
  • Wie bei Kraftfahrzeugen muss hier auch eine Qualifizierung vorliegen um Fahrrädern/E-Bikes zu reparieren, da es sich um Fahrzeuge handelt, die wie KFZ im Straßenverkehr unterwegs sind und ein technisch einwandfreier Zustand der Fahrrädern/E-Bikes gewährleistet werden muss.
  • In Deutschland und in der Schweiz hat man die Problematik erkannt und die Fahrradtechnik als „gefahrgeneigte Gewerbe“ eingestuft, für die ein Befähigungsnachweis zu erbringen ist.
  • Österreich muss im Sinne der Verkehrssicherheit von Millionen Verkehrsteilnehmern nachziehen und Fahrradtechnik soll nur im Rahmen eines reglementierten Gewerbes ausgeübt werden dürfen. 

Es ist daher im vorliegenden Entwurf zur Änderung der Gewerbeordnung im vorgeschlagenen §162. (1) die Ziffer „9. Fahrradtechnik;“ zu streichen.

Stand: