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Industrie Aktuell - Energie und Infrastruktur - Folge 01 vom 22.01.2016

Aktuelle Informationen der Sparte zu den Themen Energie und Infrastruktur
Stand:

1.          Lassen Sie Ihr Geld nicht auf der Straße liegen – So sichern Sie sich den Wert Ihrer                      Maßnahmen auch NACH dem 14.2.2016

 

Sie können als Unternehmer frei entscheiden, ob sie Ihre Maßnahmen jetzt an einen Energielieferanten abgeben (verkaufen) oder zu einem späteren Zeitpunkt verwerten wollen!

 

Der Wert Ihrer in den Jahren 2014 und 2015 gesetzten anrechenbaren Energieeffizienzmaßnahmen bleibt auch NACH dem 14.2. 2016 erhalten, wenn Sie Folgendes beachten:

  • Das Unternehmen muss seine Maßnahmen bis spätestens 14.2 des Folgejahres, konkret also Maßnahmen, die 2014 oder 2015 gesetzt wurden, bis zum 14.2.2016, in die Datenbank der Monitoringstelle anmelden, Link Monitoringstelle.
  • Dafür ist VORHER eine Registrierung im USP (Unternehmensserviceportal) notwendig. Der Zugang erfolgt über USP unter „Meine Services – Anwendung zum Energieeffizienzgesetz“, Homepage.
 
  • Eine Erstübertragung an einen Energielieferanten ist auch danach möglich (unbefristet – bis zur Abwicklung des letzten Verpflichtungsjahres 2020).
 
  • Eine Weiterübertragung nach dem 14. Februar 2016 ist jedoch nicht mehr möglich.
 
  • Der Energielieferant kann diese Maßnahmen somit nur noch erwerben, um sie für sich selbst zu verwenden.
 
  • Alle auf Handelsplattformen angebotenen Maßnahmen, die bisher noch nicht übertragen wurden, bleiben gültig und können noch an Lieferanten verkauft werden. Auch diese Maßnahmen müssen bis spätestens 14.2. in die Datenbank der Monitoringstelle eingemeldet werden.
 

Empfehlung der WKÖ: Sichern Sie Ihre Maßnahmen durch rechtzeitige Eintragung in der Maßnahmendatenbank oder rechtzeitige Übertragung an einen Käufer.


  • Energieaudit – Fertigstellung bis wann?
  • Das Bundes-Energieeffizienzgesetz verpflichtet große Unternehmen zur erstmaligen Durchführung eines Audits (alternativ: zur Einführung eines Energiemanagementsystems) bis 1.12.2015.
  • In der Richtlinienverordnung zum Bundes–Energieeffizienzgesetz, die am 1.1.2016 in Kraft getreten ist, wird die Notwendigkeit der Fertigstellung von Audits und EMS bis 1.12.2015 nicht angesprochen.
  • Stattdessen wird der Monitoringstelle (MS) eine Frist bis 31.12.2016 gesetzt, um die Erfüllung der Verpflichtungen gemäß § 9 EEffG zu evaluieren (§ 21 Abs 3).
  • Bis dahin hat die Monitoringstelle die Verpflichtung, zu eruieren, ob die Meldung der Erfüllung erfolgt ist.
  • Die Auditverpflichtung ist erst bis Ende 2016 zu prüfen, weil viele Auditoren noch das Jahr 2016 zur Fertigstellung der Audits brauchen, da sie erst ab Sommer 2015 die Befugnis erwerben konnten und seither restlos ausgebucht sind.
 

Die Monitoringstelle neigt zu der Rechtsansicht, dass die Audits am 1.12.2015 hätten abgeschlossen sein müssen.


Empfehlung der WKÖ: Wir empfehlen, das Audit bzw. das EMS so rasch wie möglich fertigzustellen und der Monitoringstelle zu melden. Mit Kontrollaktivitäten der Monitoringstelle ist im Verlauf des Jahres 2016 zu rechnen.

 

Details: WKO Homepage

 
  • Teilbarkeit von Maßnahmen

Maßnahmen größer 1 MWh können aufgeteilt werden:

  • Auf mehrere Energielieferanten
  • Über mehrere Jahre – dann Banking notwendig


Empfehlung der WKÖ: Wir empfehlen, eine große Maßnahme in möglichst kleine Teile aufzuteilen, um in weiterer Folge möglichst flexibel bei der Aufteilung zu bleiben. Es wird nämlich die Auffassung vertreten, dass die Maßnahme nur einmal geteilt und die Stückelung im Nachhinein nicht mehr geändert werden kann.


  • Weiterverrechnung von Effizienzkosten durch Energielieferanten
    • Einseitige Preiserhöhungen in Form von Energieeffizienz-Aufschlägen durch Energielieferanten müssen nur hingenommen werden, soweit der Kunde dem Lieferanten im Vertrag dieses Recht eingeräumt hat.
    • Effizienzzuschläge in Höhe von 0,12 Cent/kWh (20 Cent mal 0,6%) sind im Allgemeinen nicht gerechtfertigt, solange auf dem Markt, namentlich auf Handelsplattformen, Maßnahmen zu günstigeren Preisen erworben werden können und die somit notwendigen Kosten der Zielerreichung deutlich geringer als die Ausgleichszahlungen sind.


Empfehlungen der WKÖ:

  • Unternehmen, die sich mit unangemessenen Preiszuschlägen konfrontiert sehen, können diese beeinspruchen, oder einen Lieferantenwechsel bei nächster Gelegenheit überlegen.
  • Es gibt keine Notwendigkeit, sich gegenüber dem Lieferanten vorweg pauschal zu verpflichten, Energieeffizienzmaßnahmen an ihn zu übertragen. Schon gar nicht ist es erforderlich, sich gegenüber dem Lieferanten zur Tragung der Ausgleichszahlungen zu verpflichten, soweit ihm Maßnahmen zur Erfüllung seiner Lieferantenverpflichtung nicht übertragen werden.
  • Wenn ein Kunde einem Lieferanten  eine Befugnis zur Weiterverrechnung von Kosten des Energieeffizienzgesetzes einräumt, dann kann dies umfangmäßig auf das erforderliche Ausmaß beschränkt werden, dh der Lieferant darf nie mehr verrechnen als bei ihm (bei rationeller Geschäftsführung) Kosten anfallen.
 

Details finden Sie auf unserer Homepage unter dem Link.

     



2.          Emissionsreduktionsverpflichtungen der EU kommen heimischen Unternehmen teuer

                 zu stehen

 

Nach dem Beschluss der EU-Umweltminister vom 16.12.2015 sind die Reduktionsziele pro Mitgliedstaat für fünf Luftschadstoffe so gut wie fix. Dies stößt seitens der Wirtschaft auf scharfe Gegenwehr. „Österreich wurden dabei gegen seinen Willen unerfüllbare Ziele aufgezwungen“, kritisiert Stephan Schwarzer, Umweltpolitik-Abteilungsleiter der WKÖ, den Ratsbeschluss.

 

„Unerreichbare Ziele können hohe Strafzahlungen nach sich ziehen, die vom Steuerzahler zu berappen sind“, betont Schwarzer. „Der Steuerzahler wird gleich drei Mal zur Kasse gebeten: Zum einen werden die Treibstoffsteuern massiv erhöht, zum anderen sind die wegfallenden Einnahmen aus dem Verkauf von Treibstoffen an ausländische Pkw- oder Lkw-Fahrer auszugleichen – Stichwort Tanktourismus-Einnahmen. Und schließlich sind noch Bußgelder an die EU zu zahlen. Für den Gesundheitsschutz bewirken die hohen Kosten und Pönalen übrigens keinerlei Verbesserung.“

 

Rat fixierte unrealistische Ziele

Die Luftqualität wird in Österreich von Jahr zu Jahr deutlich besser. Weitere Fortschritte sind möglich und wünschenswert – und auch machbar, wenn neue Technologien breitenwirksam werden. „Was der Rat aber an diesem Mittwoch beschlossen hat, ist reines Wunschdenken, weit weg von der Realisierbarkeit“, so der WKÖ-Experte.

Umweltminister Rupprechter sei für ambitionierte, aber realistische Reduktionsziele eingetreten. Dieser Einsatz für Österreichs Interessen sei laut Schwarzer sehr zu schätzen. „Umso bedauerlicher und vor allem unverständlich ist, dass Österreich dennoch von der Mehrheit im Rat überfahren wurde. Österreich ist im Umweltschutz ein Vorzeigeland. Das Diktat durch den luxemburgischen Ratsvorsitz ist unakzeptabel.“

 

Die Wirtschaftskammer hat sich konstruktiv und auf Basis des technisch und wirtschaftlich Umsetzbaren eingebracht und für Stickstoffoxide (NOx), Schwefeldioxid (SO2), flüchtige organische Verbindungen (NMVOC), Ammoniak (NH3) und Feinstaub (PM2,5) konkrete Reduktionen vorgeschlagen, die mit erheblichen Anstrengungen erfüllbar sein sollten. Die Verpflichtungsvorschläge des BMLFUW haben die Emissionsobergrenzen noch tiefer angesetzt, wobei sehr „optimistische“ Szenarien des Umweltbundesamts deren Erfüllbarkeit nicht wirklich beweisen können.

 

„Sind schon die Szenarien des Umweltbundesamtes in einigen Eckpunkten weit weg von der Realität (Bevölkerungswachstum völlig unterschätzt, unterstellter Ölpreis um 50% zu hoch, Gebäudesanierungsquote weit überschätzt), hat der von Luxemburg herbeigeführte Ratsbeschluss noch einmal die erlaubten Emissionsmengen zusammengestutzt. Mit einer Erhöhung der Mineralölsteuer um 10%, wie vom Umweltbundesamt angedacht, wird es nicht sein Bewenden haben, die Belastung wird weit höher sein.“

        


 

3.          E-Control wird ACER-Stellungnahme zu Strompreiszone nicht umsetzen

 

Heimischer Regulator fühlt sich an Stellungnahme zur Trennung des Strommarktes mit Deutschland nicht gebunden – Konstruktiver Dialog wird fortgesetzt

Nach der Entscheidung des Beschwerdeausschusses der EU-Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) sieht sich die heimischen Energieregulierungsbehörde E-Control nicht an die ACER-Stellungnahme zur Trennung des gemeinsamen deutsch-österreichischen Strommarktes gebunden. „Wir sehen die Stellungnahme als völlig unverbindlich an. Der Beschwerdeausschuss hat bestätigt, dass ACER mit seiner Stellungnahme lediglich in beratender Funktion agiert hat und die Stellungnahme keinerlei Rechtswirkungen entfaltet“, so die E-Control-Vorstände Walter Boltz und Martin Graf. ACER hatte im September eine Trennung des deutsch-österreichischen Strommarktes empfohlen und bis Jänner einen Umsetzungsplan eingefordert. Der Beschwerdeausschuss der Agentur hat entschieden, dass die Empfehlung rechtlich unverbindlich ist. „An die Aufforderung zur Einführung einer künstlichen Handelsbeschränkung sehen wir uns daher nicht gebunden.“ Die E-Control hat das in einem Brief den betroffenen Energieregulatoren mitgeteilt.

 

Konstruktiver Dialog wird fortgesetzt

Dessen ungeachtet wird die E-Control in den laufenden Gesprächen mit dem deutschen Regulator Bundesnetzagentur und den weiteren Beteiligten weiter an praktikablen und effizienten Lösungen für die bestehenden Netzprobleme arbeiten. „Wir werden den bestehenden konstruktiven Dialog fortsetzen. Wir halten es für sinnvoll, langfristige Lösungen zu suchen, die auch zukünftige Entwicklungen berücksichtigen, anstatt kurzfristige Lösungen aus der Hüfte zu schießen“, sagen Boltz und Graf. Österreich ist natürlich weiter bereit, bei schwierigen Netzsituationen in Deutschland und anderen Mitgliedstaaten mit dem kurzfristigen Einsatz von Kraftwerken (Redispatch-Maßnahmen) auszuhelfen. Zudem werden weitere Netzausbaumaßnahmen in Österreich und an den Grenzen vorangetrieben. Der gemeinsame Strommarkt zwischen Deutschland und Österreich besteht seit 2001 und ist der größte gemeinsame Strommarkt Europas. „Der gemeinsame Markt mit Deutschland gilt als ein Paradebeispiel für einen eng zusammengewachsenen Strommarkt. Wir werden diesen daher konsequent verteidigen“, so die E-Control-Vorstände.

      



4.          Strom aus Abwärme für Hybridfahrzeuge

 

Thermoelektrische Generatoren, abgekürzt TEG, wandeln Wärme in elektrischen Strom um. Ein vielversprechendes Einsatzgebiet für diese Art von Generatoren ist der Automobilbereich: Die dort verwendeten Verbrennungsmotoren nutzen nur rund ein Drittel der im Kraftstoff gebundenen Energie für den Antrieb, die restlichen zwei Drittel gehen als Abwärme verloren. Im Zuge des Projekts RExTEG haben Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM das Potenzial dieser Technologie für den Einsatz in Hybrid- und Range-Exten­der-Fahr­zeugen REx untersucht und erstmalig für diese ein Funktionsmuster entwickelt.

 

Die Reichweite reiner Elektrofahrzeuge ist aufgrund der Batterieleistung aktuell noch bei den meisten Fahrzeugen auf rund 200 Kilometer begrenzt. Übergangslösungen sind Hybrid- und Range-Extender-Fahr­zeuge: Zusätzlich zum Elektromotor verfügen sie über einen Verbrennungsmotor, der sich zuschaltet, wenn die Batterie erschöpft ist, und so die vom Verbraucher gewohnte, weit größere Reichweite von mehreren hundert Kilometern sicherstellt.

 

„Thermoelektrische Generatoren haben in Hybridfahrzeugen sehr großes Potenzial. Sie ermöglichen es, den Gesamtwirkungsgrad des Antriebsstrangs zu erhöhen und lassen Hybridfahrzeuge so effizienter fahren”, fasst Projektleiter Martin Kober, der das Projekt beim DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte in Stutt­gart betreut hat, zusammen. Der mit Hilfe des TEG erzeugte Strom lässt sich zum Beispiel ins Bordnetz oder in die Batterie einspeisen. Auf diese Weise trägt er dazu bei, die Wärmeströme im Fahrzeug optimal zu nutzen und senkt so den Kraftstoffverbrauch sowie den Emissionsausstoß. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, andere Fahrzeugkomponenten, wie beispielsweise die Lichtmaschine, kleiner und damit leichter zu bauen.

 

Um das Potenzial thermoelektrischer Generatoren für den Einsatz in Hybridfahrzeugen zu erschließen, haben die Forscher die einzelnen thermoelektrischen Module und das Gesamtsystem auf diesen speziellen Anwendungsfall hin ausgelegt und optimiert. Auf Basis der TEG Gesamtsystemoptimierung entwickelte das Fraunhofer-IPM neuartige thermoelektrische Module, die eigens an die Temperaturen und Wärmeströme in Hybridfahrzeugen angepasst sind. Außerdem untersuchten sie, wie sich die Module kostengünstiger herstellen lassen. Bisher geschieht dies in Handarbeit, was für die breite Anwendung der Technologie im Automobilbau zu aufwändig und teuer ist.

Die DLR-Wissenschaftler konstruierten den thermoelektrischen Generator und kümmerten sich um dessen optimale Auslegung. Am Ende ihrer Arbeit stand ein fahrzeugtaugliches Funktionsmuster mit einem Gewicht von rund acht Kilogramm: Es beinhaltet die thermoelektrischen Module, Wärmeübertragerstrukturen, Kühlmittelführung und Elektronik.

 

Auf dem Heißgasprüfstand des DLR-Instituts für Fahrzeugkonzepte wurde das entwickelte Funktionsmuster im Anschluss getestet, um die Eigenschaften der Komponente zu vermessen und diese Ergebnisse mit den zuvor angestellten Simulationen zu vergleichen. Der Prüfstand bildet den Verbrennungsmotor im Fahrzeug nach: Er schickt einen in Masse und Temperatur entsprechenden Abgasstrom durch das TEG-Funktionsmuster und ermöglicht die Messung des dabei erzeugten Stroms. Durch die spezielle Auslegung und hochintegrierte Bauweise verzeichnete dieses Entwicklungsstadium eine sehr hohe Leistungsdichte, sogar die weltweit höchste für einen fahrzeuggerechten TEG.

Als Referenzfahrzeug für die Entwicklung des Funktionsmusters diente den DLR-Wissenschaftlern ein Opel Ampera. Dieses auf dem Markt erhältliche Hybridfahrzeug kann rein elektrisch vierzig bis achtzig Kilometer zurücklegen und verfügt zusätzlich über einen Verbrennungsmotor, der als Range-Extender dient. „Um den TEG für den speziellen Anwendungsfalls in Hybridfahrzeugen überhaupt erst entwickeln zu können, war es für uns wichtig, anhand eines bestehenden Fahrzeugs erst einmal dessen Betriebsstrategien und Betriebszustände kennenzulernen und zu vermessen, welche Temperatur- und Massenströme es denn gibt”, erklärt DLR-Forscher Martin Kober die Arbeit am Opel Ampera.

 

Auch die Autoindustrie interessiert sich bereits für das Potenzial dieser Technologie. Nach Abschluss des Projekts RExTEG-Projekts, das über drei Jahre im Auftrag des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg mit Mitteln der Baden-Württemberg Stiftung bearbeitet wurde, wollen die Wissenschaftler in einem nächsten Schritt die Fahrzeugintegration des thermoelektrischen Generators angehen. (Quelle: DLR)


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