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Industrie Aktuell - Energie und Infrastruktur - Folge 02 vom 10.02.2016

Aktuelle Informationen der Sparte zu den Themen Energie und Infrastruktur
Stand:

1.          Sichern Sie den Wert Ihrer Energieeffizienz-Maßnahmen

 

Mit 14. Februar endet die Frist der Unternehmen, ihre Energieeffizienzmaßnahmen einzutragen und somit deren Wert abzusichern. Denn Energielieferanten, die im Vorjahr mehr als 25 Mio. kWh Energie an Endkunden in Österreich abgegeben haben, sind jährlich verpflichtet, Effizienzmaßnahmen von 0,6 Prozent des vorjährigen Energieabsatzes nachweisen.

 

40 Prozent der Effizienzmaßnahmen müssen im Haushaltsbereich gesetzt werden. Für nicht nachgewiesene Effizienzmaßnahmen müssen die Energielieferanten eine Ausgleichszahlung von 20 Cent/kWh leisten. Herzstück des Energieeffizienzgesetzes (EEffG) ist die Übertragung von Energieeffizienzmaßnahmen, welche Unternehmen und Haushalte 2014 und 2015 gesetzt haben oder künftig setzen werden. Denn die Energielieferanten können ihre Einsparverpflichtungen im Regelfall nur durch den Erwerb von extern gesetzten Maßnahmen erfüllen.

 

Welche konkreten Schritte müssen Unternehmen durchführen?

Um den Verpflichtungen des EEffG ordnungsgemäß nachkommen zu können, wurde eine elektronische Plattform für die Meldung von Audits, Energiemanagement-Systemen und Energieeffizienz-Maßnahmen sowie zur Registrierung von Energiedienstleistern im Unternehmensserviceportal des Bundes (USP) eingerichtet.

 
  • Das Unternehmen muss seine 2014 oder 2015 gesetzten Einsparmaßnahmen bis spätestens 14.2.2016 in die Datenbank der Monitoringstelle unter der Homepage eintragen.
  • Dazu ist VORHER eine Registrierung im Unternehmensserviceportal notwendig. Der Zugang erfolgt in einem zweistufigen Verfahren über USP.at  unter „Meine Services – Anwendung zum Energieeffizienzgesetz“. ACHTUNG: Die Registrierung kann bis zu drei Arbeitstage dauern. Details zur Registrierung
  • Die Erstübertragung an einen Energielieferanten ist dann unbefristet – bis zum letzten Verpflichtungsjahr 2020 möglich.
  • Alle auf Handelsplattformen angebotenen Maßnahmen, die bisher noch nicht übertragen wurden, bleiben gültig und können an Lieferanten verkauft werden.
  • Auch diese Maßnahmen müssen bis spätestens 14.2.2016 in die Datenbank der Monitoringstelle eingemeldet werden.
 

Der Wert der bisher gesetzten anrechenbaren Maßnahmen kann dann auch nach dem Stichtag 14.2. 2016 erhalten werden. Die Unternehmen können somit frei entscheiden, ob sie ihre Maßnahmen schon jetzt an ihre Energielieferanten abgeben oder für spätere Jahre zurücklegen.

Die Wirtschaftskammer empfiehlt, den Wert der Maßnahmen durch rechtzeitige Eintragung in der Maßnahmendatenbank oder rechtzeitige Übertragung an einen Lieferanten zu sichern. Die gesetzten Maßnahmen sollten möglichst rasch in die Maßnahmendatenbank der Monitoringstelle eingetragen werden, da das System in den letzten Tagen vor dem Stichtag überlastet sein könnte.

 

Nähere Informationen

 

Links:




2.          Rekordausgaben für Netzstabilität

 

Je mehr Wind und Sonne in die Netze eingespeist werden, desto häufiger wird es zu Schwankungen in der Stromversorgung kommen. Privatverbraucher bekommen davon kaum etwas mit, für die Industrie ist eine stabile Stromversorgung jedoch umso wichtiger: Schon kleinere Schwankungen können zu Produktionsunterbrechungen und Ausfällen führen. Die Netzbetreiber müssen eingreifen – doch das kostet.

Die beiden Netzbetreiber in Deutschland, Tennet und 50 Hertz haben eigenen Angaben zufolge 2015 insgesamt über eine Milliarde Euro ausgegeben, für das Hoch- und Herunterfahren von Kraftwerken, für den Abruf der Netzreserve und für das Notabschalten von Windkraftanlagen.

 

Mit einem wachsenden Anteil von witterungsabhängigen Stromerzeugungsquellen wird es immer wichtiger, dass Netzbetreiber flexibel reagieren können, wenn zu viel oder zu wenig Strom vorhanden ist. Dazu muss es beispielsweise möglich sein, bei Bedarf möglichst viele Stromverbraucher abschalten zu können. Das ist zum einen eine technische Herausforderung. Zum anderen ist es eine Frage der Ausgestaltung des Strommarktes. Wer als Letzter abgeschaltet werden will, muss dafür den höchsten Preis zahlen. Kunden, denen eine dauerhafte Versorgung weniger wichtig ist, können dafür sparen.

Unerlässlich ist auch der Netzausbau, denn nur so lässt sich die Integration der erneuerbaren Energien im Strommarkt bewerkstelligen. Die größten Verbraucher sitzen bislang im Süden und Westen Deutschlands, erzeugt wird Strom aus Windkraft vor allem im Norden. Die notwendigen Stromtrassen werden zusätzliche Kosten für die Stromkunden verursachen.

 

Bis auf weiteres sind regelbare Kraftwerke deshalb entscheidend für eine sichere Stromversorgung. Dazu gehören Wasser-, Gas- und Speicherkraftwerke, deren Stromerzeugung verlässlich verfügbar ist. Aufgabe der Politik ist es, einen planungssicheren Rahmen zu schaffen.

     



3.          EU investiert in Energieinfrastruktur

 

Die Mitgliedstaaten der EU stimmten dem Vorschlag der Kommission zu, 217 Millionen Euro in Projekte der transeuropäischen Energieinfrastruktur zu investieren.

Es wurden insgesamt 15 Projekte ausgewählt. Sie sollen die Energieversorgungssicherheit verbessern und bisher isolierte Mitgliedstaaten im Energiebereich in die EU-weiten Energienetze einbinden. Zudem unterstützen sie die Vollendung des europäischen Energiebinnenmarktes und die Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz. Ein Großteil der Fördersumme, insgesamt 207 Millionen Euro, geht hierbei in den Gassektor. 10 Millionen Euro sind für den Stromsektor vorgesehen.

 

Der für Klimapolitik und Energie zuständige EU-Kommissar Miguel Arias Cañete erklärte dazu: „Heute geht es um die europäischen Regionen, die Unterstützung am dringendsten brauchen. Mit der Förderung wollen wir durch die europaweite Verbindung der Netze zur Versorgungssicherheit und zu einem vollständig integrierten europäischen Energiemarkt beitragen. Wir müssen die Modernisierung unserer Energienetze voranbringen, damit Länder, die heute noch isoliert sind, am europäischen Energiemarkt teilhaben können. Moderne Energienetze sind auch für eine effiziente Nutzung unserer Energieressourcen von entscheidender Bedeutung.“

    

China plant ein Stromnetz für die ganze Welt

 

Kaum jemand kennt den Konzern, der zu den zehn größten der Erde zählt. Nun tritt er mit einem so großen wie unglaublichen Projekt ins Rampenlicht. Dank einer neuen Technologie kann es Realität werden.

 

Die Volksrepublik China will bis zum Jahre 2050 mit internationalen Partnern ein globales Stromnetz aufbauen. Die Pläne dafür legte der Chairman des chinesischen Stromnetzbetreibers State Grid Corporation of China (SGCC), Zhenya Liu, auf einer Konferenz in Berlin vor.

 

Der Kongress mit dem deutschen Verband der Elektrotechnik (VDE) erörterte die Möglichkeit, die Weltregionen in den kommenden Jahrzehnten mit Ultrahochspannungsleitungen zu verbinden. Über das Netz soll vor allem Strom aus erneuerbaren Energien ausgetauscht werden. Es war nach einer Vorläuferveranstaltung in den USA die zweite internationale Konferenz zu diesem Thema.

Im Vorjahr hatte bereits Chinas Präsident Xi Jinping vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen für ein weltumspannendes Energienetz geworben. Es gehe um ein internationales Gemeinschaftsprojekt in Gemeinschaftsbesitz, das der Verteilung von erneuerbaren Energien dienen werde und dabei helfe, Wohlstand zu verteilen und den Weltfrieden zu stärken.

 

Weltnetz in drei Stufen

Wie SGCC-Chef Liu jetzt ausführte, könnte die Global Energy Interconnection Initiative in drei Stufen ausgeführt werden: Zunächst müsse die regionale Vernetzung der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 vorangetrieben werden. Bis 2030 sollte dann eine große Basis erneuerbarer Energiequellen geschaffen sein, um danach die Vernetzung auf den einzelnen Kontinenten anzugehen, sagte Liu. In den Jahren 2030 bis 2050 sollte dann die interkontinentale Vernetzung erfolgen – also die Verbindung der Erdteile.

 

Liu sprach vom Ausbau großer Windkraftkapazitäten am Nordpol, die mit Solarparks rund um den Äquator verbunden werden sollten. Grundlage für das Netz sei die Ultrahochspannungstechnik (UHV), mit der China bereits seit rund zehn Jahren Erfahrungen sammle. Dabei werden 800.000 Volt über Gleichstromkabel oder bis zu 1,1 Millionen Volt über Wechselstromsysteme geleitet.

 

In Deutschland werden Trassen mit sogenannter Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) über größere Distanzen jetzt erstmals im Zuge der Energiewende gebaut. Die Kapazität der in Deutschland geplanten HGÜ-Leitungen wie etwa Suedlink bleibt jedoch hinter der Ultrahochspannungstechnik zurück.

     



4.          Wege für ambitionierten Ausbau der Energie-Infrastruktur Österreichs geebnet

 

„Wer den Ausbau der Erneuerbaren Energieträgern verlangt, muss auch die dafür notwendigen Projekte, die offiziell anerkannten Projects of Common Interest, unterstützen. Nur so kann die Versorgungssicherheit gewährleistet und die Integration volatiler Energiequellen bewerkstelligt werden. Projektwerber haben nun einen einheitlichen Rahmen mit europaweiter Gültigkeit, “ kommentiert Stephan Schwarzer, Leiter der WKÖ-Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik den Beschluss des Energie-Infrastrukturgesetzes. 

 

Mit der Verabschiedung des Energie-Infrastrukturgesetzes (EIG) im Nationalrat sind nun die Wege für einen ambitionierten Ausbau der Energie-Infrastruktur in Österreich geebnet. Dem Gesetz zugrunde liegt die EU-Infrastruktur-Verordnung, die am 1. Jänner 2013 in Kraft getreten ist.

 

Ganz besonders begrüßt die WKÖ die aufgrund eines EuGH-Judikats dringend erforderlichen Anpassungen im Umweltverträglichkeitsprüfungs-Gesetz (UVP-G). Infolge des Judikats des EuGH in der Sache „Karoline Gruber“ vom 16. April 2015 sahen sich Projektwerber plötzlich mit der Situation konfrontiert, dass UVP-Feststellungsbescheide keine verlässliche Grundlage mehr für ihre Investitionsentscheidung boten, da Höchstgerichte die (bisher geltende) Bindungswirkung dieser Bescheide gegenüber Nachbarn neuerdings verneinten.

Die Konsequenzen waren für die Betriebe fatal: „Nachbarn konnten die UVP-Pflicht eines Projekts auch entgegen der Entscheidung der UVP-Behörde, dass eine solche nicht erforderlich sei, im nachträglichen Genehmigungsverfahren geltend machen“, so Schwarzer.

 

Kein Investitionsstillstand

Aus Sicht der WKÖ ist es besonders essentiell, dass für den Fall der nachträglich festgestellten UVP-Pflicht nunmehr kein Investitionsstillstand eintritt und Baustellen nicht ad hoc geschlossen werden müssen, sondern dass das UVP-G dem Investor ein (auf drei Jahre limitiertes) Bau- und Fortbetriebsrecht seiner Anlage zugesteht. Die beschlossenen Änderungen im UVP-G stellen die Bindungswirkung von Feststellungsbescheiden auch gegenüber Nachbarn wieder her, indem diesen dazu ein nachträgliches Überprüfungsrecht eingeräumt wird.

     



5.          Je ineffizienter, desto höher die Belohnung

 

Ökostromförderung und Sachverstand passen zu oft nicht zusammen.

 

Was die deutsche Form der Energiewende auf dem Strommarkt angerichtet hat, ist bekannt: Steigende Gefahr von Netzzusammenbrüchen und rekordverdächtige Ökostromzuschläge besonders für Privatabnehmer sind nur zwei besonders herausragende Ergebnisse eines völlig missratenen Fördersystems.

 

Kein Wunder, dass die Deutschen jetzt das System umkrempeln. Sie tun das vergleichsweise geschickt, indem sie neue Ökostromprojekte ausschreiben und an denjenigen vergeben, der mit der geringsten Förderung auskommt.

 

Allerdings hat sich bei den Windkraftanlagen ein Passus eingeschlichen, wie er nur wirtschaftsfremden Bürokraten einfallen kann: Es wird eine Art Referenzwindrad geschaffen. Anlagen, die besser sind, werden weniger gefördert, Anlagen, die weniger bringen, mehr. Die Intention ist unter anderem eine föderalistische: Anlagen (und damit verbundene Fördergelder) sollen besser auf das ganze Bundesgebiet verteilt werden.

 

Man kennt das ja aus der Alpenrepublik. Da wurde der Bau des Koralmtunnels politisch unter anderem damit argumentiert, dass Steiermark und Kärnten „auch einmal was bekommen“ müssten.

 

Ähnlich sinnvoll ist der beim Nachbarn diskutierte Plan, Windräder dort, wo der Wind am wenigsten weht, am meisten zu fördern – und damit gezielt Ineffizienz zu belohnen.

 

So schräges Denken hätten wir den Deutschen gar nicht zugetraut. Aber offenbar bleibt wirklich überall dort, wo Lobbygruppen zu mächtig werden, der Verstand auf der Strecke.

 

Ganz im Ernst: Das Fördersystem gehört möglichst rasch auf durchaus großzügige Investitionsförderungen umgestellt. Aber danach haben die Anlagen entweder marktfähig zu sein – oder eben nicht. So marktfern, wie man jetzt fördert, darf man sich über unerwünschte Ergebnisse nicht wundern. Wie etwa über jenen „fraude solar“ vor ein paar Jahren in Spanien, bei dem Solarstromproduzenten ihre Einnahmen aus irrwitzigen Solareinspeistarifen zusätzlich ein wenig aufgefettet haben, indem sie zu ihren Solarkraftwerken noch ein paar versteckte Dieselgeneratoren zugeschaltet haben.

 

Quelle: Die Presse

      



6.          Auch in Deutschland viele Befürworter des gemeinsamen Strommarkts

 

Deutscher Dachverband der E-Wirtschaft, BDEW, und zuletzt Börserat haben sich für Erhalt der Preiszone ausgesprochen

 

Die österreichische Energieregulierungsbehörde E-Control begrüßt die Unterstützung seitens der Deutschen Handelskammer in Österreich für den Erhalt der deutsch-österreichischen Strompreiszone. „In Deutschland gibt es sehr einflussreiche Stimmen, die sich gegen die Trennung des gemeinsamen Strommarkes stellen“, betonen die E-Control-Vorstände Walter Boltz und Martin Graf. So hat bereits im September der Dachverband der deutschen Strom- und Gasunternehmen, BDEW, im Namen seiner 1.800 Mitgliedsbetriebe, die Empfehlung der EU-Energieagentur ACER zur Aufspaltung der Preiszone kritisiert, da diese dem Ziel eines europäischen Strombinnenmarkts zuwiderlaufe. Zuletzt hat sich auch der Börserat der EEX für die Erhaltung des gemeinsamen Strommarkts ausgesprochen. Auch die EU-Kommission sowie internationale Energiehandelsorganisationen sehen die Aufspaltung kritisch.

 

Die EU-Energieagentur ACER hatte einen Umsetzungsplan zur Trennung des deutsch-österreichischen Strommarktes bis zum 23. Jänner eingefordert. Da der Beschwerdeausschuss von ACER im Dezember aber entschieden hat, dass die ACER-Stellungnahme rechtlich unverbindlich ist, gab es keine rechtliche Notwendigkeit mehr, einen Umsetzungsplan abzuliefern. Daher wurde ACER in einem Schreiben einiger Energieregulatoren und Übertragungsnetzbetreiber über die unterschiedlichen Positionen der Beteiligten informiert.


Sparte Industrie, industrie@wkstmk.at