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Industrie Aktuell - Forschung und Technologie - Folge 02 vom 10.02.2016

Aktuelle Informationen der Sparte zu den Themen Forschung und Technologie
Stand:

1.          INDUSTRIE 4.0: Herausforderungen für Organisationsstrukturen

 

Nur die Unternehmen, die sich mit der Digitalisierung und Integration ihrer Prozesse intensiv beschäftigen, werden die Transformation in eine effizient geführte und moderne Organisation zeitgerecht schaffen. Dementsprechend kommen auch die organisatorischen Strukturen auf den Prüfstand.

 

Die Zielsetzung für Industrie 4.0 (Factory of the Future) lautet: Schneller und effizienter mit hoher Qualität produzieren, neue Anwendungsfelder erschließen, neue Geschäftsmodelle anvisieren, individuelle Kundenwünsche rasch erfüllen.

 

Die Wirtschaft wird immer digitaler, wie diese Beispiele zeigen:

  • Verlage des Springer-Konzerns haben im 1. Quartal 2015 bereits 60 % ihres Umsatzes und 70 % des operativen Gewinns mit digitalen Aktivitäten erlöst.
  • Handelsunternehmen wie z.B. Zalando werden immer digitaler.
  • Auch die produzierende Wirtschaft holt stark auf. Die Vernetzung von Maschinen und die Digitalisierung ganzer Fabriken kommen rasch voran. „Jede Maschine wird zum Computer“ so der Entwicklungsvorstand von SAP SE, Bernd Leukert. „Die vernetzte Produktion wird den Industriesektor umkrempeln“ so Bernhard Rohleder, Geschäftsführer des Digitalverbandes Bitkom. Die Delegation von Verantwortung nach unten an die operativen Einheiten wie die Regionalorganisationen geht damit Hand in Hand so Wolfgang Büchele, Vorstandschef von Linde. „Software ist das neue Rad der Industrie. Fast nichts mehr dreht sich ohne sie“ so Elmar Degenhart, Boss von Continental.
  • Ein Gegenbeispiel ist zurzeit noch der Montagespezialist Würth. Bei ihm entfallen erst 10 % des Umsatzes auf E-Commerce, der Anteil soll aber rasch durch die Vernetzung der Vertriebskanäle Direktvertrieb, Niederlassungen und Internet-Angebote steigen. Online Shopping hat den stationären Einzelhandel teilweise und den klassischen Versandhandel komplett ersetzt.


Durch die Vernetzung der verschiedenen Abläufe entsteht ein durchgängig organisierter und verknüpfter Ablauf. Dieser bewegt sich vom Auftragseingang über die Bestätigung und Weiterleitung der Daten an Produktion oder Lager bis zur Logistik, Rechnungsstellung und Verbuchung.

„Organisatorisch geht es dabei um die optimale Zusammenführung von Informationstechnologie mit logistischem Know-how. Vor allem die synchrone Planung von Produktion und Logistik birgt großes Potential für Kosteneinsparungen“, so Markus Huber (Der Standard 13./14. Mai 2015 S. T2).

Damit entstehen völlig neue Herausforderungen an die neuen Organisationsstrukturen, die mit den bisherigen hierarchischen Strukturen nicht mehr effizient zu bewerkstelligen sind. Zudem werden organisationsübergreifende Interaktionen auch mit externen Netzwerkpartnern unverzichtbar.

Dabei ist eine ausgewogene Balance zwischen langfristig Bewährtem und Veränderung anzustreben. Die Herausforderung für die Führungskräfte in einer netzwerkartigen Arbeitswelt besteht darin, ohne Machtausübung durch das Vereinbaren von Zielen, Coaching, Training usw. die Mitarbeiter so zu begeistern, dass die Aufgaben effizient erledigt werden. Wir befinden uns in einem Übergang von einer gut gemanagten Organisation zu gut geführten Netzwerken, die sich weitgehend selbst steuern, um die Ziele zu erreichen.

Kennzeichen der bisherigen Organisationsstruktur: Tiefe hierarchische Strukturen mit Sachbearbeiter, Gruppen, Hauptgruppen, Abteilungen, Hauptabteilungen, Direktionsbereichen, Unternehmensleitung/Vorstand.

 

Kennzeichen der neuen Organisationstruktur – Netzwerkorganisation: Fluide, höchst bewegliche und offene Organisationsformen, Netzwerke, die insbesondere für die heranwachsenden Generationen höchst attraktiv sind. Im Trend liegen interdisziplinäre Gruppen, die auch Mitarbeiter von Kunden, Lieferanten und damit externen Partnern einbeziehen. Teamarbeit in Netzwerken ist aktueller denn je. Sie agieren weitgehend innerhalb eines gesteckten Zeit- und Budgetrahmens autonom und übernehmen zweifelsohne mehr Verantwortung als bisher. Fluide Netzwerke ersetzen die bisher vorherrschenden rigiden, tiefen Hierarchien, da zu statisch. Sie verfügen eher über die Fähigkeit einer permanenten (internen) Anpassung entsprechend den Veränderungen im Umfeld.

 

Die Führungskräfte üben bei dieser neuen Organisationsstruktur - ähnlich wie der Trainer einer Fußballmannschaft - wichtige Funktionen aus wie Coach, Berater, Beobachter. Sie vereinbaren Ziele für die Netzwerke, für die sie zuständig sind, kontrollieren die Zielerreichung, stellen Aufgaben, verhandeln, wenn nötig auch mit anderen Netzwerken, übernehmen die Personalhoheit usw. Je nach Aufgabenstellung sind die Führungskräfte für mehrere Netzwerke zuständig. Sie berichten an die Geschäftsleitung.

 

Natürlich wird es auch bei dieser neuen netzwerkartigen Organisationsstruktur noch Spezialisten/Stäbe geben, so wie schon bisher.

 

Vermutlich arbeiten viele Unternehmen bereits mit netzwerkartigen Strukturen, ohne ­sich dessen bewusst zu sein. Es geht nun darum, diese neue Organisationsstruktur gezielt zu praktizieren sowie die entsprechenden Schlüsse zu ziehen.

 

Autor: Prof. Dr. Christian Freilinger

   



2.          Zukunftsreise Produktionsarbeit 4.0 - Wie sieht der industrielle Arbeitsplatz der

                 Zukunft aus?

 

Die Revolution der Wertschöpfungsketten durch Digitalisierung und Vernetzung wirkt sich auch auf die Gestaltung des industriellen Arbeitsplatzes der Zukunft aus. Neue Anforderungen und neue technische Möglichkeiten treiben den Wandel auch im Großraum Stuttgart, wo die innovative produzierende Industrie an der Fabrik der Zukunft baut.

 

Die AußenwirtschaftsCenter München und Stuttgart organisieren von 11.-13. April 2016 eine zwei-tägige Delegationsreise nach Stuttgart. Am Programm stehen Einblicke in Zukunftsentwicklungen in der Produktionsforschung, Vorstellung innovativer Industrie 4.0-Arbeitsplatzlösungen und die Anwendung bei einem Vorzeigeunternehmen der Region.

 

Die Veranstaltung wird durch go-international, eine Initiative des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und der Wirtschaftskammer Österreich, gefördert.

 

Nähere Informationen finden Sie >> hier.

    



3.          FFG: Horizon 2020 - Förderung für internationalen Personalaustausch

                 und Wissenstransfer

 

Das Ziel der Maßnahme Research and Innovation Staff Exchange (RISE) im europäischen Forschungs- und Innovationsrahmenprogramm Horizon 2020 (Marie Skłodowska Curie Programm) ist die Förderung der internationalen und intersektoralen Zusammenarbeit durch grenzüberschreitenden Personalaustausch und Wissenstransfer. Die Auswahl des Forschungsthemas ist frei, Projekte können bis zum 28. April 2016 eingereicht werden. Die Projektdauer beträgt max. 4 Jahre. Das Budget beträgt 80 Millionen Euro.

 

Nähere Informationen!

       



4,          Mitterlehner/Mahrer: 29 Millionen Euro für Innovationsstandort Österreich

 

BMWFW und FFG starten vier Förderinitiativen - Schwerpunkte sind Wissenstransfer, Zukunftstechnologien und FH-Forschung

 

Das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) starten vier neue Förderinitiativen, um den Wissenstransfer in die Wirtschaft und die Innovationskraft der Unternehmen zu stärken. „Wir investieren insgesamt 29 Millionen Euro an der Schnittstelle von Forschung und Wirtschaft. Damit beschleunigen wir die Umwandlung von Forschungsergebnissen in die Produktion und Marktanwendung. Das löst Wachstumsimpulse aus, schafft Arbeitsplätze und stärkt den Innovationsstandort Österreich“, so Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Thematische Schwerpunkte der neuen Förderinitiativen sind moderne Produktionstechnologien („Industrie 4.0“), Energie- & Umwelttechnologie, Biotechnologie sowie innovative Dienstleistungen. „Damit forcieren wir den Strukturwandel und helfen vor allem kleinen und mittleren Unternehmen bei der Erschließung neuer Märkte. Innovationen im Dienstleistungsbereich werden zu einem immer wichtigeren Wettbewerbsfaktor. Hier haben wir enormes Potenzial. Das müssen wir nützen“, ergänzt Staatssekretär Harald Mahrer.

 

Fokus auf Wissens- und Technologietransfer

 

Mit über 13 Millionen Euro soll die Forschung an den Fachhochschulen gestärkt werden, mit dem klaren Auftrag, das Know-how an Unternehmen weiterzugeben und gemeinsame Projekte durchzuführen. „Die Fachhochschulen sind sowohl international als auch mit der heimischen Wirtschaft bestens vernetzt. Daher wollen wir den Technologie- und Wissenstransfer zwischen den Institutionen und den Unternehmen weiter ausbauen. Regionale und thematische Konzentrationen werden immer wichtiger, um die Profilbildung weiter voran zu treiben. Mit den aktuellen Ausschreibungen setzen wir wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des österreichischen Hochschulsektors“, so Mitterlehner.

 

Weitere 5,1 Millionen Euro werden für hochspezialisierte Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt, die von Hochschulen und Unternehmen gemeinsam entwickelt und durchgeführt werden. „Dadurch soll aktuelles High Tech-Wissen in den Betrieben verankert werden. Wir wollen mehr Know-how von unseren exzellenten Hochschulen in die Wirtschaft bringen“, betont Mahrer.

 

Stärkung von Zukunftsfeldern

 

Über 10 Millionen Euro werden für die Bildung neuer kleiner Forschungseinheiten zur Verfügung gestellt, die genau jene Themen aus der Forschung aufgreifen und weiterentwickeln sollen, die für die österreichische Wirtschaft wichtig sind. „Es geht vor allem um die Zukunftsbereiche Industrie 4.0, Green Technology und Life Science. Felder in denen wir bereits heute zur Weltspitze zählen. Hier wollen wir unser Exzellenz-Profil weiter schärfen und die Internationalisierung des Innovationssystems vorantreiben“, betont der Wirtschaftsminister. Die aktuellen Ausschreibungen werden von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG abgewickelt. „Mit diesem Bündel an Förderungen bekommen vor allem kleine und mittlere Unternehmen einen systematischen Zugang zu externem Know-how“, führen die FFG-Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner aus.

 

Die neuen Ausschreibungen im Detail:

  • „COIN Aufbau“ fördert mittel- bis langfristige Projekte an kleineren Forschungsinstituten und Fachhochschulen, damit diese in konkreten Bereichen Know-how und Kompetenz aufbauen und dieses der Wirtschaft zur Verfügung stellen können. In der aktuellen Ausschreibung werden für „COIN Aufbau“-Projekte 9 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die maximale Einzelförderung beträgt zwei Millionen Euro, die maximale Projektlaufzeit fünf Jahre. Projekte können bis zum 29. April 2016 eingereicht werden. Es gibt keine thematischen Einschränkungen. Homepage
  • „COIN Netzwerke“ fördert kurz- bis mittelfristige gemeinsame Projekte von Hochschulen und Forschungsinstituten mit Unternehmen. Im Fokus sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Im Rahmen dieser Projekte soll nicht nur an der Umsetzung gemeinsamer Innovationsvorhaben (Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen) gearbeitet werden, sondern auch ein tragfähiges und nachhaltiges Netzwerk aufgebaut werden. In der aktuellen Ausschreibung werden 4,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die maximale Förderung beträgt EUR 500.000,-- pro Projekt, die maximale Laufzeit zwei Jahre (drei Jahre in begründeten Fällen). Die Ausschreibung ist grundsätzlich themenoffen, es gibt aber einen Schwerpunkt für Projekte im Dienstleistungsbereich. Projekte können bis 1. April 2016 eingereicht werden, bis 26. Februar 2016 muss allerdings eine Kurzdarstellung vorliegen. Homepage
  • Das Programm „Forschungskompetenzen für die Wirtschaft“ fördert die Zusammenarbeit von Hochschulen und Unternehmen für spezielle Weiterbildungsmaßnahmen, die es noch nicht am Markt gibt. Bis 18. April 2016 können Anträge für die so genannten Qualifizierungsnetze eingereicht werden, das sind Maßnahmen zur Kompetenzvertiefung, die zwischen einem und zwei Jahre laufen, von mindestens drei KMU und einer Hochschule organisiert werden und die Basis für eine langfristige Zusammenarbeit bilden sollen. Das in der aktuellen Ausschreibung zur Verfügung stehende Gesamtbudget beträgt 5,1 Millionen Euro, die Hälfte davon ist für Vorhaben im Bereich Industrie 4.0 reserviert. Die maximale Förderung je Weiterbildungsmaßnahme beträgt EUR 500.000,--. Homepage
  • Anfang 2016 wird eine neue Ausschreibung für eine nächste Generation von „Research Studios Austria“ starten. Diese kleinen, flexiblen Forschungseinheiten haben die Aufgabe, Ergebnisse aus der Forschung möglichst rasch in marktfähige Produkte und Dienstleistungen umzusetzen. Sie sind meist an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen angedockt und können auch mit Partnern gemeinsam errichtet werden. Das Gesamtbudget der geplanten Ausschreibung wird etwa 10,5 Millionen Euro betragen. Themenschwerpunkte werden Industrie 4.0, Energie- & Umwelttechnologie sowie Biotechnologie sein. Homepage

   


  

5.          Digitalisierung führt zu Wachstumsschub von 1,83 Billionen Euro

 

Die Digitalisierung ist bereits heute ein wichtiger Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung: Mehr als ein Fünftel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts hängt direkt oder indirekt von digitalen Fähigkeiten der Arbeitnehmer, dem Kapital, das in Digital investiert ist, oder von digitalen Gütern und Dienstleistungen ab. Die Weltwirtschaft könnte demnach durch einen stärkeren Fokus der Unternehmen auf die Digitalisierung sogar um 1,83 Billionen Euro zusätzlich wachsen, so das Ergebnis einer Studie von Accenture, die anlässlich des World Economic Forums in Davos vorgestellt wurde.

 

Die Studie „Digital Disruption: the Growth Multiplier von Accenture Strategy“ gibt einen umfassenden Einblick in die Bedeutung der Digitalisierung für die Wirtschaft in elf führenden Industriestaaten. Demzufolge gehen heute etwas mehr als ein Fünftel (22 Prozent) der gesamten globalen Wirtschaftsleistung auf den Einsatz von digitalen Fähigkeiten, digitalen Technologien und Kapital, das in digitale Aktivitäten investiert ist, zurück. Die USA haben im weltweiten Vergleich die Volkswirtschaft mit dem höchsten digitalen Anteil an der gesamten Wirtschaftsleistung. Dort machen Investitionen im digitalen Bereich etwa ein Drittel (33 Prozent) der Wirtschaftsleistung des Landes aus. In Deutschland hängt ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts (25 Prozent) direkt oder indirekt von der Digitalisierung ab, womit es unter den elf untersuchten Ländern an fünfter Stelle steht. Für Österreich liegen keine Daten vor.

 

Während in den USA 43 Prozent der Arbeitnehmer und 26 Prozent des akkumulierten Kapitals zur weiteren Digitalisierung der Wirtschaft beitragen, sind es in Deutschland 41 Prozent beziehungsweise 18 Prozent. In den anderen untersuchten Ländern macht der digitale Anteil an der Wirtschaftsleistung zwischen 30 Prozent - wie in Großbritannien und Australien - und 13 Prozent aus, wie etwa in China.

 

Heimische Wirtschaft – Gewinner oder Verlierer?

 

„Die Unternehmen haben den großen Nutzen der Digitalisierung für ihre globale Wettbewerbsfähigkeit erkannt. Die nächsten Jahre werden auch in Österreich darüber entscheiden, ob die heimische Wirtschaft im digitalen Zeitalter zu den Gewinnern oder Verlierern zählen wird”, sagt Klaus Malle, Country Managing Director Accenture Österreich „Die Unternehmen müssen jetzt alles daransetzen, digitale Fähigkeiten der Arbeitnehmer und digitale Technologien zu nutzen, um neue Geschäftsmodelle aufzubauen anstatt diese nur als Mittel zur Effizienzsteigerung zu nutzen. Dafür braucht es nicht einfach nur mehr Investitionen in die Digitalisierung. Vielmehr ist ein Wandel der Unternehmenskultur und der entsprechenden Strukturen auf breiter Ebene nötig.”

 

Plattformgeschäftsmodelle als Wachstumstreiber

 

Im Aufbau von Plattformgeschäftsmodellen liegt laut der Studie eine der größten Chancen für zusätzliches Wachstum im digitalen Bereich. Diese ermöglichen es den Unternehmen, neue Märkte zu schaffen und bisher versteckte Wertschöpfungspotenziale durch die Vernetzung von Partnern und Verbrauchern über eine gemeinsame digitale Plattform zu heben. In vielen Fällen profitiert der Betreiber der Plattform von starkem Wachstum, während er keinerlei Verbindlichkeiten durch den Besitz oder das Management von Sachwerten hat. Dadurch ist auch eine Expansion mit geringen zusätzlichen Kosten möglich.

 

Link zur Studie.

      


 

6.          Das Zeitalter der Schwarmintelligenz - LCM-Zukunftsstudie entwirft

                 Geschäftsmodelle des Jahres 2030

 

„Kleine Fische wie Pöttinger werden sich zu einem Schwarm vereinigen müssen, um gegen die großen Fische unserer Branche bestehen zu können.“ Lisa Wöss, Innovationsmanagerin des Landtechnikunternehmens aus Grieskirchen, formuliert eine der Kernaussagen der LCM-Studie „Human-Time-Machine – Zukunftsradar 2030“. In Kooperation mit dem Institut für strategisches Management (ism) der Johannes Kepler Universität Linz hat LCM dafür zahlreiche Experteninterviews, eine internationale Delphi-Studie mit 170 Teilnehmern sowie mehrere Foresight-Workshops mit den Unternehmen Atos, Fronius, LineMetrics, Pöttinger und Rosenbauer durchgeführt. Am 25. Jänner 2016 wurden die Ergebnisse vor rund 70 Gästen im Linzer Ars Electronica Center präsentiert.

 

„Vielleicht werden Landwirte im Jahr 2030 im Büro sitzen und ihre Erntemaschinen auf Basis jener Daten dirigieren, die sie aus einer Cloud beziehen, die von mehreren Landtechnikunternehmen mit Daten gefüttert wird“, zeichnet Lisa Wöss ein für ihr Unternehmen durchaus realistisches Szenario. Angesichts der Kräfteverhältnisse in der Landtechnik-Branche müsse man die Wettbewerbssituation kleiner Unternehmen durch die Bildung von Unternehmenskonsortien stärken, argumentiert Wöss. Immerhin sei Weltmarktführer John Deere mit 59.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 36 Milliarden US$ im Vergleich zu Pöttinger mit 1.600 Mitarbeitern und 317 Millionen Euro Umsatz ein Goliath. „Den Mut, eigene Daten über eine gemeinsame Plattform potenziellen Mitbewerbern offenzulegen, um ganze Prozessketten digitalisieren zu können, muss man im Interesse der gemeinsamen Sache einfach aufbringen“, sagt Wöss. „Dann wird man mit Schwarmintelligenz – also smart Farming – auch gegen große Player bestehen können.“

 

14-Jähriger sieht unumkehrbare Technologiesprünge

 

Wie weit gediehen die Digitalisierung der Landwirtschaft schon ist, skizziert der 14-jährige Unternehmer und Experte für disruptive Innovationen Lorenzo Tural. „Schon jetzt gibt es Spargelfelder mit speziellen Spargel-Sonden, die auf Basis von unterirdischen Messwerten und Wetterprognosen voraussagen, wann der Spargel geerntet werden sollte. Darauf werden dann Werbe- und Verkaufsaktionen abgestimmt. Als bereits unumkehrbar sieht Tural etwa den Trend zum selbstfahrenden Auto. „Irgendwann werden herkömmliche Autos aus den Innenstädten verbannt werden, weil sie zu gefährlich sind. Irgendwann werden Autofahrer im heutigen Sinne dann überhaupt nur noch auf Nostalgieveranstaltungen ans Steuer dürfen.“ Technologie habe es an sich, dass sie unumkehrbar sei und Verweigerer zu Außenseitern mache.

 

Maschinen, die auf Emotionen reagieren

 

Dass sich die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine intensivieren werde, steht für Bernhard Freiseisen, Strategische Planung bei der Fronius International GmbH, fest: „Intelligente Maschinen reagieren schon jetzt auf Gestik. Bald werden sie auch auf die Emotionen ihres menschlichen Gegenübers reagieren können und etwa das Arbeitstempo anpassen.“ Die sich abzeichnende Wende von einer produkt- hin zu einer anwenderorientierten Industrie werde auch neue Berufsfelder entstehen lassen. „Angesichts der ständig wachsenden digitalen Informationen über Kunden und Produkte wird die kreative Dateninterpretation zu einer Schlüsselqualifikation werden“, prognostiziert Freiseisen. „Damit werden auch geisteswissenschaftliche Disziplinen an Bedeutung in der Technik gewinnen.“

 

Große Vertrauensbasis, heftige Diskussionen

 

In manchen Branchen wird kein Stein auf dem anderen bleiben, stellte LCM-Geschäftsführer Gerald Schatz fest. Insbesondere der 3D-Druck, der die kostengünstige Produktion von Einzelstücken ermögliche, werde manche Branchen bis zur Unkenntlichkeit verändern. „In China können Sie schon jetzt ganze Häuserwände ausdrucken lassen, die dann vor Ort zu einem kompletten Haus zusammengeschraubt werden“, nennt Schatz eine für die Baubranche möglicherweise disruptive Entwicklung. Ähnlich bahnbrechend ist auch das Konzept von Local Motors, einem Unternehmen, das schon jetzt Autos aus dem 3D-Drucker anbietet. Die Suche nach der Zukunft der Industrie habe in den Workshops mit Atos, Fronius, LineMetrics, Pöttinger und Rosenbauer mitunter zu heftigen Diskussionen geführt. „Auf der anderen Seite war es nicht einmal nötig, eine Verschwiegenheitsklausel zu unterschreiben, weil es zwischen allen Teilnehmern sehr schnell eine große Vertrauensbasis gegeben hat“, betont Schatz.

 

Fortsetzung der Zeitreise bereits fixiert

 

Während die an der ersten Runde des Zukunftsradars beteiligten Unternehmen gerade dabei sind, die Ergebnisse in konkrete Pilotprojekte zu übersetzen, ist dessen Fortsetzung bereits beschlossene Sache. „Diese Exkursion in die Zukunft der industriellen Produktion hat ein enormes Echo ausgelöst. Deshalb werden wir die Workshops auch dieses Jahr wieder anbieten“, erklärt Thomas Buchegger, Initiator der „Human-Time-Machine – Zukunftsradar 2030“ und LCM-Mitarbeiter.

         


     

7.          FFG: Ausschreibungsstart Produktion der Zukunft - Chinese Academy of Sciences

 

Im Programm „Produktion der Zukunft“ der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG wird zum zweiten Mal eine bilaterale Ausschreibung zwischen Österreich und der Chinese Academy of Sciences mit dem Schwerpunkt „Advanced Materials“ durchgeführt. Die Ausschreibung ist durch das BMVIT mit einem Budget von 1,0 Millionen Euro zur Einreichung bilateraler kooperativer FTE Vorhaben dotiert.

 

Nähere Informationen zur Ausschreibung und das Downloadcenter mit den Ausschreibungsunterlagen finden Sie unter dem Link.

    



8.         Innovation Bridge Asia in Japan

 

Vor dem Hintergrund zunehmender Globalisierung und des damit verbundenen Wettbewerb- und Innovationsdrucks suchen etablierte, finanzstarke japanische Großunternehmen die Zusammenarbeit mit jungen, dynamischen Ideenschmieden, d.h. StartUps und innovativen KMUs. Damit ist die Brückenbildung zwischen Österreich und Asien für internationale Innovations- und Technologietransfers sowie als Verbindungsrampe für verschiedene japanische Unternehmen und Investoren von zentraler Bedeutung.

 

Das AußenwirtschaftsCenter Tokio arbeitet mit verschiedenen Japanischen und österreichischen Projektpartnern (Konzerne, Inkubatoren, Regierungsbehörden, bzw. Inkubatoren und Großunternehmen mit StartUp Förderung in Österreich) an einem Programm, österreichische Hightech-StartUps & Technologie-Unternehmen an asiatische Investoren / Großunternehmen heranzuführen (Kooperationen im Bereich Open Innovation & R&D).

 

Vom 21. bis 24. März 2016 organisiert das AußenwirtschaftsCenter Tokio in Kooperation mit Pioneers.io einen Austria Showcase Innovation Bridge Asia nach Japan. Kernpunkt der Reise sind vorab fixierte Einzeltermine für die österreichischen Teilnehmer, sowie die Teilnahme am Pioneers Asia.

 

Nähere Informationen finden Sie >> hier.

 

Die Veranstaltung erfolgt im Rahmen der Internationalisierungsoffensive go-international, einer Förderinitiative des Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und der Wirtschaftskammer Österreich.

      


            

9.          Aktuelle Wettbewerbe für unternehmerische Ideen

 

120 Sekunden

 

Sie haben schon lange eine tolle Idee für ein Produkt oder eine Dienstleistung? Dann bekommen Sie 120 Sekunden, um eine Top-Jury davon zu überzeugen. In 120 Sekunden sind Sie entweder raus oder einen Schritt weiter zum großen Finale in der voestalpine Stahlwelt Linz. Dort haben Sie die Chance, aus Ihrer Idee ein echtes Geschäft zu machen und Preise im Gesamtwert von EUR 40.000,-- zur Umsetzung Ihrer Idee zu gewinnen.

 

Informationen auf der Homepage.

 

EDISON - der Preis

 

EDISON richtet sich an alle technisch-, innovativ- und kreativ-orientierten IdeengeberInnen aus Oberösterreich. Neben Studierenden und AbsolventInnen der akademischen Einrichtungen können sich auch innovative Unternehmen und GründerInnen in der Aufbauphase (= noch keine Gewinne) bewerben. Neben wertvollen Coachings und Feedbacks warten insgesamt EUR 19.000,-- auf die Gewinner.

 

Informationen unter dem Link.


Sparte Industrie, industrie@wkstmk.at